Autor Thema: Phytotherapie für Katzen  (Gelesen 1545 mal)

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Oktober 25, 2010, 19:43:28
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                                                         Phytotherapie für Katzen

Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen – das sagt schon eine alte Volksweisheit. Trotzdem war die Phytotherapie, die wohl älteste aller Therapieformen, lange Zeit eine vielfach vergessene Kunst.

Doch das Angebot an Wild- und Heilpflanzen, die auch Katzen helfen können, ist immer noch groß – und wartet darauf, auch von Ihnen entdeckt zu werden.
Klug ist, wer sich selbst hilft. Wild lebende Tiere haben dieses Motto, das ihr Überleben sichern kann, seit Anbeginn in ihr Verhalten integriert – und geben das erlernte Wissen über den Nutzen bestimmter Wildkräuter und das Meiden anderer, giftiger Pflanzen von Generation zu Generation weiter. Ob vorbeugende Maßnahmen oder Bekämpfung akuter Krankheiten, Schmerzbehandlung oder Wundpflege: Viele Tiere nützen ganz gezielt den Medikamentenschrank der Natur, um Beschwerden auf eigene Faust zu therapieren. Domestizierte Haustiere wie unsere Stubentiger hingegen brauchen da schon die Hilfe ihrer Menschen, wenn es darum geht, mit der Heilkraft der Natur in Form von Wild- und Heilkräutern gezielt gegen tierische Leiden vorzugehen. Und die wiederum müssen sich gut auskennen in unserer heimischen Pflanzenwelt bzw. jemandem vertrauen, der sich als kundiger Botaniker und Kenner der pflanzlichen Inhaltsstoffe mitsamt ihrer vielfältigen Wirkungen bewährt hat. Kers-­tin Delinatz ist eine von denen, die sich auf die Anwendung der Phytotherapie auf Haus- und Nutztiere spezialisiert haben – und ihr Wissen auch gerne weitergeben

Phytotherapie kann viel bewirken ...

„In Seminaren und bei Kräuterwanderungen zeige ich Tierbesitzern, welche Pflanzen sie benötigen, um Heilmittel für ihre Tiere herzustellen oder wie diese zusammengestellt und angewendet werden“, erzählt die ausgebildete Phytotherapeutin. In ihren Kursen und Seminaren lernen die Teilnehmer, Salben, Tees, Öle und Tinkturen selbst herzustellen und richtig zu verabreichen. „Sie können die Pflanzen zu Hause im Blumenkasten auf der Fensterbank oder im Garten als Kräuterbeet selbst anpflanzen bzw. beim Spaziergang sammeln“, sagt die engagierte Pflanzenheilkundlerin. Seit zwei Jahren arbeitet Kerstin Delinatz nun bereits als Phytotherapeutin für Tier und Mensch, führt Interessierte in die Wild- und Heilkräuterkunde und das Wissen um die heilenden Kräfte der Pflanzen ein und besucht Tierbesitzer, die nicht die Zeit dazu haben, die Öle und Essenzen, Salben und Tees selbst herzustellen. „Diese Menschen können dann die benötigten Heilmittel von mir bekommen oder lassen ihre Tiere von mir behandeln“, erzählt die Tierheilkundlerin, die selbst drei Katzen, einen Hund und ein Pferd hält.

... als Öl und Salbe, Tinktur, Tablette oder Tee

Die Phytotherapie ist für nahezu alle Katzenbeschwerden geeignet. „Natürlich kann man mit ihr keine schwer wiegenden Krankheiten oder Brüche heilen, dafür ist immer der Tierarzt zuständig“, sagt Kerstin Delinatz, „aber als unterstützende Therapie kann sie sogar bei Krebserkrankungen zumindest eine Linderung der Beschwerden bewirken.“ Zwischen Frühjahr und Spätherbst hält die Natur viele Pflanzen bereit, die in getrocknetem Zustand etwa ein Jahr, als Öle etwas länger und als Tinkturen (Auszüge mit Alkohol) fast ewig haltbar sind. Als Grundkräuter schwört Kerstin Delinatz besonders auf Johanniskraut für Tees und Öle (wirkt beruhigend und hilft bei Pilzerkrankungen und Ekzemen oder Ausschlägen), Ringelblumen für Salben (unterstützt die Wundheilung und hilft bei Hautproblemen), Spitzwegerich (stärkt das Immunsystem), Rosmarin für Tinkturen (zum Einmassieren bei Arthrose), Löwenzahn und Brennnessel für Aufgüsse (wirken entzündungshemmend, leberunterstützend, stoffwechselanregend, nierenreinigend und entgiftend), Knoblauch (wirkt blutdrucksenkend und kreislaufanregend) sowie Fenchel (bei Völlegefühl und Verdauungsproblemen). (Dr. Angelika Huber)

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Oktober 25, 2010, 19:44:05
Antwort #1
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Vorsicht: Pflanzen können nicht nur heilen, sondern auch Nebenwirkungen haben!

                                                                Heilkräuter und ihre Wirkungen


Die Kräuter sind nicht nur für Katzen sondern auch für Hunde gedacht.



Anisfrüchte

Hauptwirkstoffe: Ätherisches Öl
Eigenschaften: Magenfreundlich, Blähwidrig, bei Kolik, bei Husten
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe. Äußerlich bei  Flöhen


Arnikablüten

Hauptwirkstoffe: Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Kieselsäure
Eigenschaften: Bei stumpfen Verletzungen, desinfizierend, bei Bisswunden
Anwendung: Äußerlich als Tinktur. Warnung: Nur äußerlich anzuwenden!


Baldrianwurzel

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften: Beruhigend, krampflösend
Anwendung: Innerlich als Tee. Warnung: wirkt  bei Katzen  nicht beruhigend!


Brennnesselkraut

Hauptwirkstoffe: Kieselsäure
Eigenschaften: Stoffwechselanregend. Bei arthritischen Schmerzen, Verbrennungen, Insektenstichen, Hautproblemen
Anwendung: Innerlich als Tee bei rheumatischen Beschwerden. Äußerlich als Tee für Fellglanz.


Brombeerblätter

Hauptwirkstoffe:Gerbstoffe
Eigenschaften: Stopfend, entzündungshemmend
Anwendung: Innerlich als Tee bei Durchfall. Äußerlich als Tee zum Abtupfen bei Zahnfleischentzündungen.


Fenchelfrüchte

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften bei Husten, blähwidrig
Anwendung: Innerlich als Tee bei Blähungen.


Granatapfelpresssaft

Hauptwirkstoffe: Anthocyane, Polyphenole
Eigenschaften:  Bandwurmlähmend. Adstringierend, antioxidativ
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe.


Hagebuttenfrüchte

Hauptwirkstoffe:Vitamin C
Eigenschaften: Abwehrstärkend. Hunde können Vitamin C selbst bilden, aber bei erhöhten Stressfaktoren wie Läufigkeit anzuwenden
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe.


Himbeerblätter

Hauptwirkstoffe:Vitamine A,B,C,D
Eigenschaften: Verdauungsfördernd, Blutreinigend, Erleichtert die Geburt
Anwendung: Innerlich als Tee. Warnung: nicht bei trächtigen Tieren vor dem Gebärvorgang anwenden.


Kamillenblüten

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften: Entzündungshemmend, krampflösend
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe oder Tee. Äußerlich als Umschlag auf gereizte Haut oder schlecht heilenden Wunden.


Lavendelblüten

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften Beruhigend, antirheumatisch. Hält Insekten, Flöhe fern
Anwendung: Äußerlich als Tinktur oder Säckchen ins Hundekörbchen. Äußerlich als Insektenabwehr.


Lemongras

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften: Belebend, aktivierend, Verdauungsanregend
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe Besonders Katzen lieben es.


Löwenzahnkraut

Hauptwirkstoffe:Bitterstoffe
Eigenschaften: Gallemittel. Blutreinigend, appetitanregend
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe.


Melissenblätter

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften Beruhigend, krampflösend, pilz- bakterienhemmend. Bei Schilddrüsenüberfunktion. Insektenabweisend
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe oder Tinktur. Bei nervösen Hunden kurweise verabreichen. Äußerlich als Insektenabwehr.


Mistelkraut

Hauptwirkstoffe:Viscine
Eigenschaften Krampflösend. Blutdrucksenkend. Bei Krebserkrankungen. Herz-Kreilauf
Anwendung: Innerlich bei nervösem Herzjagen, Krebs. Äußerlich bei Rheuma, Beingeschwüren.


Pfefferminzblätter

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften: Krampflösend, verdauungsfördernd, gegen Mundgeruch.
Anwendung: Innerlich als Tee bei Übelkeit und auch Reisekrankheit.


Ringelblumenblüten

Hauptwirkstoffe:ätherisches Öl
Eigenschaften: Bei Wunden
Anwendung: Äußerlich als Tinktur- verdünnt bei Ohrenentzündungen, als Umschlag auf gereizte Haut oder schlecht heilenden Wunden.


Rosmarinblätter

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften: Gallemittel, verdauungsfördernd, durchblutungsfördernd
Anwendung: Innerlich als Tinktur  kräftigt den Hund. Äußerlich als Tinktur-  bei Ekzemen
Warnung: nicht bei trächtigen Tieren anwenden.


Salbeiblätter

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften: krampflösend
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe oder Tee. Äußerlich als Umschlag. Warnung: nicht bei trächtigen Tieren anwenden.


Schafgarbenkraut

Hauptwirkstoffe:Bitterstoffe
Eigenschaften: Verdauungsfördernd, antiseptisch, entzündungshemmend
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe oder Tee. Äußerlich als Umschlag auf Schnittwunden oder schlecht heilenden oder eitrigen Wunden.


Spitzwegerichkraut

Hauptwirkstoffe:Schleim
Eigenschaften: bei Husten, wundheilend
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe oder Tee. Äußerlich als Umschlag.


Thymiankraut

Hauptwirkstoffe:Ätherisches Öl
Eigenschaften: bei Husten
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe.


Weißdornblätter

Hauptwirkstoffe:Flavonoide
Eigenschaften: herzstärkend
Anwendung: Innerlich als Futterzugabe




Wirkstoffe:
Jede Heilpflanze hat ihre besondere Eigenschaft und Heilkraft aufgrund ihrer Wirkstoffe wie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine, Scharfstoffe, ätherische Öle, Flavonoide und Vitamine:

Bitterstoffe werden bei  Magen, Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse eingsetzt. Sie sind enthalten in Enzian, Tausendgüldenkraut, Ringelblume und Löwenzahn.

Salbei Gerbstoffe wirken auf Haut und Schleimhaut, fördern die Wundheilung und werden bei Ekzemen und Geschwüren angewendet. Sie lösen  eine zusammenziehende Reaktion aus - und verhindern damit, dass Giftstoffe von den Zellen aufgenommen werden. Sie sind enhalten in Thymian, Spitzwegerich, Schlüsselblume, Schafgarbe, Salbei, Ringelblume und Beinwell.

Saponine sind harntreibend, auswurffördernd und reinigend. Sie werden in Verbindung mit Wasser seifenähnlich. Saponine sind enthalten in Huflattich, Schlüsselblume und Süßholz.

Knoblauch Scharfstoffe helfen bei chronischen Entzündungen und Bindegewebsverhärtungen, sie fördern örtlich eine starke Durchblutung. Sie sind z.B. in Knoblauch enthalten.

Ätherisches Öl wirkt auf die Atmungsorgane, auf Haut und Harnsystem. Es ist enthalten in Baldrian, Pfefferminze, Knoblauch, Anis und Thymian.

Flavonoide kommen bei  Kapillargefäßen zum Einsatz. Sie sind in Heidelbeeren, Hirtentäschel, Holunder, Huflattich, Linde, Löwenzahn und Melisse enthalten.


Quelle

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