Trauern – wie gehen Katzen mit dem Verlust ihres Freundes um

  • Trauern – wie gehen Katzen mit dem Verlust ihres Freundes um


    Und wie kann man ihnen helfen



    Aus persönlichem Anlass möchte ich hier einen Thread beginnen in dem ich über die Trauer von Tieren sprechen möchte und in dem wir eventuell unsere Erfahrungen und unseren Umgang damit zusammentragen können.


    (Oder durch interessante Artikel zum Thema ergänzen)




    Vorgeschichte:
    Ich hatte ein Kater-Seniorenpaar und verliebte mich in einen weiteren Kater, der alsbald als dritte Katze bei uns wohnte, doch er war ein sehr aktiver, ungestümer Kater und ich wollte ihn nicht allein alt werden lassen und als er 2 Jahre alt war suchte ich nach einem Partner für ihn.
    Obwohl man nie weiß wie der schon vorhandene Kater auf den Neuankömmling reagiert, hatte ich unsagbares Glück... es war von Anbeginn an die ganz große Liebe...
    Mein Newton wurde zu einem Mama-Kater, der den Kleinen umhegte, pflegte, er wurde ihm Freund, Spielgefährte und sein Schmuse- und Kontaktschlafpartner.


    grinsekatzen.de/gallery/image/23134/



    [i]Als Karlson dann ganz schrecklich krank wurde und uns verließ brach für Newton eine Welt zusammen, er nahm es sehr schwer.






    Da eine Katze (ein Tier) z.B. nicht nachvollziehen kann wo sein geliebter Sozialpartner geblieben ist, wenn er z.B. in einer Tierarztpraxis eingeschläfert wurde, sollte man das Tier entweder zu Haus euthanasieren lassen oder das Tier mit nach Haus nehmen, damit die anderen Katzen Abschied nehmen können.
    Meiner Erfahrung nach, beschnuppern sie ihren Freund, lecken an ihm...


    Es kommt aber auch bei einigen Katzen zum Fauchen, da der Freund anders riecht und sich auch nicht mehr bewegt...


    Ich glaube aber Katzen sind so besonders, das sie mit Sicherheit spirituelle Antennen haben und wissen was Tod bedeutet.




    Als ich Karlson tot auf den Wohnzimmerboden gelegt hatte wurde er nacheinander von allen Dreien beschnuppert und noch mal angestoßen. Die zwei alten Kater zogen sich dann zurück, ganz anders Newton, er leckte Karlson das Köpfchen, reinigte seine Ohren und legte sich dann zu ihm... so als würde er ihn bewachen... er blieb dort für eine halbe Stunde liegen und zog sich dann auch zurück.


    Newton veränderte von da an sein Verhalten, er verweigerte das Industrie-Futter (nahm es nur wenn ich ihn mit der Hand gefüttert habe), er verweigerte die Küken, die er immer zusammen mit Karlson gefressen hat, er wollte nicht spielen, er schlief viel und erschien mir richtig depressiv, auch das Schmusen (wie er es sonst getan hat) schien er als unangenehm zu empfinden.
    2 Monate machte er mir richtig Sorgen.


    Auch Lando, der zu Haus sterben durfte hat er seine Zuneigung durch Lecken seines Fells gezeigt und ihn eine zeitlang bewacht.
    Er war gestresst durch seinem Tod, aber es war nicht so schlimm wie bei Karlson.


    Barim hat er nur beschnuppert, hat ihm einmal über den Kopf geleckt und ist dann nur um ihn herum geschlichen um sich schließlich zurückzuziehen.
    Auch hier zeigt er wieder Verhaltensänderungen, viel Schlaf, keine normale Nahrungsaufnahme, allein in der Küche stehend und rufend. Gleichfalls immer wieder Höhlenkontrolle an Barims Lieblingsplatz.



    Wissenschaftler haben belegt, das Tiere so etwas wie Trauer spüren können, es gibt entsprechende Berichte von Katzen, die einen Artgenossen vermissen.
    Einerseits ist hierfür das limbische System (die Hirnstruktur in der Gefühle verarbeitet werden), das Säuge- und alle Wirbeltiere besitzen, verantwortlich wie auch vorhandene soziale Strukturen, die eine Bindung zwischen Individuen ermöglichen (Familien- Gruppenmitglieder).
    Douglas-Hamilton von der The Elephants Foundation sagte hierzu z.B. über Elefanten, die ein Familienmitglied verloren hatten: “... die Familienmitglieder zeigten starke Gefühle - vielleicht sogar Kummer".


    Wenn für Tiere etwas verschwindet, das für sie wichtig war, sei es der Mensch oder ein Artgenosse ist das für sie purer Stress, es ist für sie gleichbedeutend mit Sicherheitsverlust, der Verlust eines Bezugspartners, einen Kameraden, auf den man sich verlassen, dem man vertrauen konnte.
    Egal um was Katzen trauern, es findet immer ein seelisches Trauma statt





    Hier ein schrecklich trauriges Video, in dem man sieht wie verzweifelt der Kater ist und vielleicht zeigt er durch sein Treteln wie wohl er sich in der Gegenwart seines Partners oder seiner Partnerin gefühlt hat, wie sicher er sich mit ihm oder ihr fühlte... jetzt der Verlust durch einen Verkehrsunfall und das Letzte was er ihm oder ihr noch geben kann ist die (an ihm oder ihr angelehnte) Totenwache...


    Katze trauert





    Trauernde Katzen (nach Dr. Yair Schiftan /Schweiz, Carola Ruff / aus B, Janine Baguhn /HH, Petra Stein / aus M):



    - ziehen sich meist zurück
    - der Spieltrieb ist vermindert
    - sie fressen kaum, das kann bis zur Appetitlosigkeit, Abmagerung gehen
    - depressive Anzeichen (Ohrenspiel und Körperhaltung geben Zeichen)
    - sie neigen zur Introvertiertheit
    - einige verweigern Körperkontakt (auf keinen Fall aufzwingen)
    - Stimmungsschwankungen – die Katze möchte Kontakt, wird aber bei Berührung aggressiv –
    - Übersprungshandlungen um den Stress abzubauen> Haare an Pfoten, Bauch, Oberschenkel ausreißen
    - Apathie
    - Protestaktionen
    - Verlust des Lebenswillens
    - In einigen Fällen kann aus dem seelischen Tief eine tatsächliche, organische Krankheit erwachsen







    Wie kann man der trauernden Katze helfen:



    Liebe und Verständnis (wenn das Tier es zulässt)
    Streicheleinheiten (wenn das Tier es zulässt)
    Ruhe (vermehrte Schlafeinheiten zulassen)
    Zugang zum Schlafzimmer ermöglichen
    Lässt sie sich anfassen > versuchen während der Streicheleinheiten zu füttern, Futter anzubieten
    Hat die Katze Umgebung und Menschen verloren > sollte man alle Katzensachen aus dem alten Umfeld mitnehmen, eventuell sogar ein Kleidungsstück des vorherigen Besitzers
    Animation zum Spiel
    Feliway
    Zeit um das Geschehen zu verarbeiten
    Bachblüten (laut Tierheilpraktikerin Petra Stein > Rescue Tropfen)


    Eine amerikanische Studie des American Society for the Prevention of Cruelty to Animals fand unter Beteiligung von 160 Katzen, die einen Verlust verarbeiten mußten, heraus das sich fast alle beteiligten Katzen nach ca 6 Monaten wieder normal verhalten haben.






    Aber es gibt auch das Gegenteil, Katzen, die nicht trauern, die regelrecht aufblühen, weil keiner mehr da ist, der sie ärgert und sie den Katzenhalter endlich allein für sich haben.

    Cataleya mit Newton & Leya

    :streichel:
    Habe eure Pfötchen gehalten, eure Köpfchen gestreichelt... eure Herzen mit meinem für immer verbunden...

    Anna, Jakob, Jonas, Lando, Barim, Karlson, Louis, Joshi & Lu

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  • :schnüff: ich weiß überhaupt nicht, was ich mit Moritz machen soll. sobald ich ihn berühre, habe ich ein schlechtes Gewissen Mäxi gegenüber, es fühl sich an wie Verrat :oO: Wir haben ihm gestern Mäxis Grab gezeigt und er hat an den Blumen geschnuppert und hat geschnurrt :weissnix::schnüff: ich weiß es nicht...
    Der Hund schnuppert am Grab wohl auch etwas, hopst aber wie ein Ball durch die Gegend, da er anscheinend nicht weiß, wo Mäxis Geruch herkommt.
    Ich weiß noch nicht mal, inwieweit Moritz Mäxi draußen vermißt. ich hatte den Eindruck, dass jeder sein eigenes Revier hatte. wobei ich sie auch schon gesehen habe, wie sie gemeinsam den Feind vertrieben haben... :schnüff:

  • Schön und vor allem informativ geschrieben.
    Das Video werde und kann ich mir nicht antun. Das geht mir eindeutig zu nah.


    Wir haben Merlin bei uns zuhause einschläfern lassen. Ich weiß, das die anderen drei wohl irgendwie um uns herum waren, aber ich hatte mit mir zu viel zu tun, um mich an eine Reaktion erinnern zu können.
    Auf die Idee Merlin noch eine Weile den anderen hinzulegen bin ich gar nicht gekommen. Ich glaubte, dass alleine die Atmosphäre für die anderen drei schlüssig genug sei. Würde ich nach dem, was du geschrieben hast nun anders machen!


    Eine spätere Reaktion ist mir auch nicht mehr bewußt, ausser das Tommy bewußt wurde, das er nun das Alphatier ist und sich die Rangfolge unter den dreien neu änderte und sortierte.


    Ich bin mir für mich unschlüssig, wo man zuviel in das Verhalten des zurückgeblieben Tieres hineininterpretiert, es gar vermenschlicht und wo es definitiv ein Trauerverhalten ist und das Tier vielleicht sogar auch Hilfe (z.B. Bachblüten, etc) braucht.


  • :schnüff: ich weiß überhaupt nicht, was ich mit Moritz machen soll. sobald ich ihn berühre, habe ich ein schlechtes Gewissen Mäxi gegenüber, es fühl sich an wie Verrat :oO: Wir haben ihm gestern Mäxis Grab gezeigt und er hat an den Blumen geschnuppert und hat geschnurrt :weissnix::schnüff: ich weiß es nicht...
    Der Hund schnuppert am Grab wohl auch etwas, hopst aber wie ein Ball durch die Gegend, da er anscheinend nicht weiß, wo Mäxis Geruch herkommt.
    Ich weiß noch nicht mal, inwieweit Moritz Mäxi draußen vermißt. ich hatte den Eindruck, dass jeder sein eigenes Revier hatte. wobei ich sie auch schon gesehen habe, wie sie gemeinsam den Feind vertrieben haben... :schnüff:


    Liebe Petra, wir sind ja leider gerade in der gleichen Situation und haben ein Tier verloren... aber du solltest es nicht als Verrat sehen, wenn du Moritz liebkost... es ist ja leider so das du den einen nur noch in deinem Herzen und deinen Gedanken tragen kannst, der andere aber weiterhin deiner Fürsorge und Liebe bedarf, warum sollte es auch Verrat sein, es waren zwei Brüder die du gleich lieb hattest... oder einen eben mehr... jedenfalls müssen wir uns weiter um unsere Tiere kümmern die da sind und das brauchen...
    ich komme mir schon schlecht vor wenn ich nicht kann wie sie es brauchen, aber ich will und muss...
    Vielleicht haben unsere Katzen tasächlich den siebten Sinn und Moritz weiß wer da unter der Erddecke liegt und Sunny eben nicht... vieleicht hatten sie jeder ihr eigenes Revier, aber zu Haus bei dir waren sie doch auch zusammen... er wird ihn schon vermissen seinen Bruder und vielleicht zeigt er es dir noch...
    Manche Katzen trauern später, also diese Trauerphase tritt später ein, manche Katzen müssen es auch erst begreifen, das er nicht wiederkommt...


    Es tut mir so leid um den süßen Kater, der euch so ans Herz gewachsen ist, aber du mußt Moritz jetzt weiterhin deine ganze Liebe schenken, denn auch er hat es verdient... fühl dich nochmal ganz doll umarmt :tröst:

    Cataleya mit Newton & Leya

    :streichel:
    Habe eure Pfötchen gehalten, eure Köpfchen gestreichelt... eure Herzen mit meinem für immer verbunden...

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  • Herzzerreißend :schnüff:


    Bei Lea konnte ich damals nach dem Tod von Cayenne und später auch von Lisa keine Verhaltensauffälligkeiten beobachten.
    Da sie vom ersten Tag an auf mich fixiert war hat sie den Verlust wohl gut verschmerzt.



    Der letzte Satz von dir Iris trifft wohl auf sie zu.



    Aber es gibt auch das Gegenteil, Katzen, die nicht trauern, die regelrecht aufblühen, weil keiner mehr da ist, der sie ärgert und sie den Katzenhalter endlich allein für sich haben.

    Engel werden nicht immer mit Flügeln geschickt.

    Liebe Grüße von Camillo.,Sunny und Sternchen Lea immer im Herzen.<3

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  • Ich bin mir für mich unschlüssig, wo man zuviel in das Verhalten des zurückgeblieben Tieres hineininterpretiert, es gar vermenschlicht und wo es definitiv ein Trauerverhalten ist und das Tier vielleicht sogar auch Hilfe (z.B. Bachblüten, etc) braucht.


    Ich denke jedes Tier zeigt es anders und Einige eben überhaupt nicht. Das sie trauern sieht man wenn man sein Tier genau kennt und es tatsächliche, Verhaltensänderungen zeigt und dann ist es auch kein Hineininterpretieren.
    Die Schwere der Trauer zeigt, ob das Tier Hilfe wie Bachblüten braucht, Newton hat damals beim Tod von Karlson keine stofflichen Hilfen bekommen, hätte ich ihn aber nicht per Hand gefüttert, hätte er auch nichts gegessen.
    Und ich denke man würde es merken, wenn es einem Tier aufgrund des Sozialpatnerverlustes schlecht geht, ich denke als Katzenhalter hat man eine gewisse Empathie dem gegenüber.
    Vermenschlichung wäre wenn man ihnen "Mitleid" mit dem Artgenossen unterstellt... dies kann man nur empfinden, wenn man sich in einen anderen hineinversetzen kann... und der Kater, der seinen Freund verliert, ihn vielleicht tot vorfindet, wird wahrscheinlich nicht denken "ach du armer lieber Kamerad, nun bist du krank oder tot - es tut mir leid"....


    ... aber wer weiß... LG

    Cataleya mit Newton & Leya

    :streichel:
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  • Ihr Zwei... :herzklopfen: Ihr glücklichen Geschöpfe... :freunde:

    Cataleya mit Newton & Leya

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  • Ein trauriges und doch auch wichtiges Thema ...


    Kasimir war dabei als unser Linus starb ... Linus ist ja auf der Terrasse einfach umgefallen -sein Herz hörte mit 2,5 Jahren auf zu schlagen.
    Ich schrie .. und Kasimir kam in dem Augenblick dazu und beschnupperte Linus. Ob Kasimir das in der kurzen Zeit wirklich realisiert hat, weiß ich nicht. Aber er suchte ihn an diesem Tag (als wir vom TA zurück waren mit Linus ... wollten sichergehen, dass er nicht mehr lebt :schnüff: ) im ganzen Haus ..... Die Tage danach, fand ich, fühle Kasimir sich schon sehr alleine .. er war sehr ruhig und schon nicht so fröhlich ...


    Unser Katzenpaar vor Kasimir waren Pepsi und Whyski. Beide waren Wurfgeschwister und wurden beide 10 Jahre alt ... Sie waren ihr ganzes Leben wirklich gesund hatten nie etwas. Whyski starb dann an einem Buchtumor .. und Pepsi folgte ihr kein halbes Jahr später. Er hatte Wasser in der Lunge. Ich bin mir bis heute nicht sicher ob Pepsi ihr einfach folgte weil sein Herz durch ihren Verlust zerbrochen ist :schnüff: Sie waren immer gesunde und fröhliche Katzen .. sie wurden gemeinsam ins Leben geboren .. und haben gemeinsam das Leben verlassen :schnüff: ..


    Was für ein trauriges Thema .. mir kommen die Tränen ... :schnüff: Das Video kann ich mir nicht anschauen.


  • :schnüff: ich weiß überhaupt nicht, was ich mit Moritz machen soll. sobald ich ihn berühre, habe ich ein schlechtes Gewissen Mäxi gegenüber, es fühl sich an wie Verrat :oO:


    Nein, Petra .. du musst kein schlechtes Gewissen haben.
    Moritzel braucht dich doch jetzt auch ... ihr trauert zusammen und es tut euch beiden sicher gut euch zu haben :tröst: :knutsch:

  • Ja, Petra .. ich erinnere mich noch wie heute :schnüff: sein Herz hörte einfach auf zu schlagen.
    Völlig unerwartet wurde unser Linus aus seinem jungen Leben gerissen :schnüff:



    Da wir den ganzen Tag außer Haus sind wollte ich Kasimir nicht so lange alleine lassen. Wir sind min. 9 Stunden außer Haus. Er ist kein Einzelkater. Er liebt alle Katzen - auch die Nachbarskatzen. Er freut sich immer über Gesellschaft und hat noch nie eine fremde Katze angefaucht - im Gegenteil, er ist immer ganz freundlich und aufgeregt über kätzische Gesellschaft :hach: Es war uns sofort klar: Kasimir darf nicht alleine sein .. alleine leidet er noch mehr. Wir haben uns ziemlich schnell entschlossen und ich glaube schon 3-4 Wochen nach Linus zog Emmi bei uns ein. Emmi hatten wir uns schon 1 Woche nach Linus Tod angesehen und uns für sie entschieden. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen mich schon nach 1 Woche nach einem "Ersatz" umzusehen :schnüff: .. aber es hat mir auch das Herz gebrochen Kasimir so alleine zu sehen ... Er spielte nicht mehr und hat nur geschlafen, wo er eigentlich so ein verspielter Kater ist. Ich erinnere mich noch, dass ich zu meinem Mann sagte, dass ich nicht weiß ob ich Emmi so schnell überhaupt annehmen kann .. und ob ich sie überhaupt werde lieben können :schnüff: Ich hatte irgendwie richtig Angst, dass ich mich nicht um sie kümmern kann vor Trauer um Linus ..... Mein Mann sagte mir dann, dass er sich kümmern wird ..... Und dann zog Emmi ein ..... und ich war natürlich sofort verliebt und so glücklich, dass sie bei uns war :herzklopfen: :schnüff:


    Ich kann im Nachhinein sagen, dass es für mich gut war, dass Emmi so schnell eingezogen ist. Sie konnte mich ablenken und ich hatte eine neue Aufgabe und keine Zeit so viel nachzudenken und traurig zu sein. Und als ich sah wie Kasimir sich wieder freute und auftaute und sofort mit Emmi spielen wollte (sie ist gerade erst angekommen und noch nicht einmal aus dem Körbchen raus :kicher: ) ... wusste ich, dass alles gut ist :herzklopfen: Linus hätte nicht gewolllt, dass sein geliebter Kumpel Kasimir alleine ist .. und auch nicht, dass wir so traurig sind ...


    Um Linus habe ich noch lange geweint .. ich weine heute noch. Ich bekomme niemals diese Bilder aus dem Kopf als er krampfte und zuckte :schnüff: .... Aber Emmi nimmt nicht seinen Platz ein - das kann niemand. Jeder hat seinen eigenen Platz in meinem Herzen :herzklopfen: :herzklopfen: :herzklopfen:

  • Bruno war zwar ein Kaninchen, aber trotzdem so etwas wie der Kumpel von Horst. Sie haben herumgetollt, sich gegenseitig geputzt, eben wie man es auch von Katzenkumpels her kennt.
    Horst war dabei, als Bruno gestorben ist. Er hat ihn angestubbst, als wolle er sagen: Ey, hör auf mit dem Scheiß, das ist nicht lustig!
    Die nächsten Tage schlief er in Brunos Käfig, wollte nicht so recht fressen... Wir haben ihn dann extremst abgelenkt, neues Spielzeug gekauft und Brunos Spielbällchen durch neue ersetzt, damit sein Geruch nicht mehr da war. Nach und nach habe ich wirklich alles "geruchsneutralisiert", was ihn an Bruno erinnern könnte. Das war hart. Aber für Horst war es gut, da er mit der Zeit so Bruno aus dem Gedächtnis gelöscht hat.... denken wir zumindest.


  • Wir haben ihn dann extremst abgelenkt, neues Spielzeug gekauft und Brunos Spielbällchen durch neue ersetzt, damit sein Geruch nicht mehr da war. Nach und nach habe ich wirklich alles "geruchsneutralisiert", was ihn an Bruno erinnern könnte. Das war hart. Aber für Horst war es gut, da er mit der Zeit so Bruno aus dem Gedächtnis gelöscht hat.... denken wir zumindest.


    Ihr habt das bestimmt genau richtig gemacht Birgit, ich habe jetzt auch schon ein paar Bettchen gewaschen und Barims Markierungen entfernt... ist nicht so einfach... und jeder hier liegt mal in jedem "Bettchen"...

    Cataleya mit Newton & Leya

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  • Wie wichtig es ist, das Tiere sich von ihren SOZIALPARTNERN (egal ob Mensch oder Tier) verabschieden können zeigen zwei Filme nach wahren Begebenheiten, die über zwei Hunde gedreht wurden > "Red Dog" und "Hachiko".


    Beide Hunde verlieren ihren Besitzer durch den Tod, doch niemand kommt auf den Gedanken, den Hunden ihr totes "Herrchen" zu zeigen um ihnen klar zu machen, das ihr Freund + Besitzer nicht wiederkommt, um ihnen lange Seelenqualen zu ersparen.


    Hachiko wartet jahrelang bis zu seinem eigenen Tod auf dem immer gleichen Platz am Bahnhof um seinen Besitzer vom Zug abzuholen... :geheule: Der Film zerreißt einem das Herz...


    Red Dog sucht seinen verstorbenen Besitzer jahrelang an unterschiedlichen Orten, bis er endlich sein Grab findet und dort dann auf ihm liegend selbst verstirbt... :geheule:


    Ganz entsetzlich traurige Geschichten...
    und irgendwie bin ich mir sicher, das ihr Leben für sie anders geendet hätte... hätte man ihnen die Möglichkeit der Verabschiedung gegeben...

    Cataleya mit Newton & Leya

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  • Es mag wie Selbstgeißelung anmuten, dass ich diesen Thread ausgerechnet heute lese, aber es tut irgendwie auch gut, sich unter Gleichgesinnten zu befinden, auch wenn diese Art von Gleichheit tieftraurig ist.
    Und man kann auch daraus lernen. Danke Iris für diesen Thread. :freunde:
    Das Video kannte ich bereits und es jetzt nochmal anzusehen, schaffe ich definitiv nicht.


    Hier wird es so etwas wie Trauer sicher nicht geben, denn erstens war Samson zu kurz bei uns und zweitens hat er keinerlei Nähe zu den anderen gesucht. Trotzdem war es mir aber wichtig, dass sie sich von Opi verabschieden konnten, sofern sie das wollten. Und mir selbst hat dieser ruhige und besinnliche Abschied auch sehr gut getan.


    Interessant fand ich, wie sich die anderen von Samson verabschiedeten.
    Sarah und Safari beschnupperten den schlafenden Opi lange und ausgiebig und entfernten sich dann langsam. Die beiden hatten zu Lebzeiten irgendwie eine Art Arrangement mit Opi.
    Saskia beschnupperte ihn nur kurz und rannte dann weg. Sie hatte ja bis zuletzt ein klein wenig Angst vor ihm, weil er immer wieder mal so geschrieen hat.
    Sambuco beschnupperte nur kurz den Kennel, als Opi noch drin lag und ging dann weg.
    Sasha kam neugierig heran, dachte wohl, der Opi macht ein Nickerchen. Er hatte anfangs Angst vor ihm, was sich aber bald in Respekt umwandelte. Ein par Wochen noch und Sasha hätte den Opi ein wenig geneckt. Als er dann ganz nah an ihm dran war, schnupperte er, hob den Kopf, schnupperte nochmal und lief dann weg. Auf halben Weg drehte er sich aber noch mal um.
    Sammy kam, schnupperte und leckte ihm das Köpfchen ab. Er ist ja hier so etwas wie ein "Chef"chen und diese Geste macht er ganz gerne bei den anderen, wobei das dann außer bei Sarah meist in einer Schmuseattacke endet. Er wollte dies auch bei Opi schon öfter mal machen, aber dieser ließ das einfach nicht zu. Ich denke, Opi war ein Einzelgänger. Andere Katzen und Hunde war er wohl gewohnt, kümmerte sich aber nicht weiter um sie.


    Ich frage mich jetzt noch etwas anderes: bin ich es meinen Katzen nicht eigentlich schuldig, dass ich mich nicht gehen lasse? Gestern hatte ich mehrere längere Heulkrämpfe und trotzdem blieb mir nicht verborgen, dass die Mutzis irritiert waren. Muss ich mich nicht ihnen zuliebe zusammenreißen oder darf ich weinen? Es nützt ja auch gar nichts, hinter verschlossenen Türen zu weinen, weil sie viel zu gut hören. Wir haben morgen Feiertag, also endlich mal ein richtiges Wochenende bestehend aus vollen 2 Tagen. Eigentlich habe ich mich darauf gefreut und gehofft, dass wir mit den Katzis im Garten viel Spaß haben werden, denn das Wetter soll sehr schön werden. Ich werden mich bemühen, aber wirklich spaßig wird das sicher nicht. Viel mehr werde ich mich mit Beschäftigung ablenken und danach leise vor mich hinweinend einen oder mehrere Schnurrer auf mir liegen haben und mich trösten lassen.

  • So unterschiedlich jedes dieser Zauberwesen ist, so unterschiedlich ist ihr Abschied nehmen :möp:



    Ich frage mich jetzt noch etwas anderes: bin ich es meinen Katzen nicht eigentlich schuldig, dass ich mich nicht gehen lasse? Gestern hatte ich mehrere längere Heulkrämpfe und trotzdem blieb mir nicht verborgen, dass die Mutzis irritiert waren. Muss ich mich nicht ihnen zuliebe zusammenreißen oder darf ich weinen? Es nützt ja auch gar nichts, hinter verschlossenen Türen zu weinen, weil sie viel zu gut hören. Wir haben morgen Feiertag, also endlich mal ein richtiges Wochenende bestehend aus vollen 2 Tagen. Eigentlich habe ich mich darauf gefreut und gehofft, dass wir mit den Katzis im Garten viel Spaß haben werden, denn das Wetter soll sehr schön werden. Ich werden mich bemühen, aber wirklich spaßig wird das sicher nicht. Viel mehr werde ich mich mit Beschäftigung ablenken und danach leise vor mich hinweinend einen oder mehrere Schnurrer auf mir liegen haben und mich trösten lassen.


    Du musst nicht "stark" sein - das Weinen gehört ebenso dazu wie das Lachen :tröst:
    Die Katzen merken ja sowieso dass du "anders" bist als sonst.
    Es wird sie nicht "verstören" wenn du weinst - vielleicht wollen sie dich sogar trösten :tröst:


    Genießt das Wochenende - und freu dich an deiner Bande - auch wenn immer wieder Tränen um den Verlust "dazwischen kommen"
    Freude und Leid sind so eng zusammen - das kann man nicht "sauber trennen" :tröst:

  • Kitty - klar dürfen wir weinen.
    ich habe die ersten Tage nach Mäxis Tod so viel geheult und manchmal einfach so damit angefangen...
    ich glaub, meinem Hund hab ich leid getan. der lag immer so mitfühlend bei mir und hat mich mit seinen Kulleraugen immer so angeguckt, also quasi beobachtet. er hat sich auch ziemlich ruhig verhalten, hat nicht rumgebettelt oder so. Da der Moritz die ersten Tage durch Abwesenheit glänzte, kann ich nicht sagen, wie er sich fühlte. vielleicht hat ihn auch die Heulerei irritiert. :nachdenk:
    und gerade das, dass deine anderen Katzen dich brauchen, gefüttert werden wollen, gestreichelt werden wollen, gerade das hllft dir, einen normalen Alltag weiter gehen zu lassen.
    ich mag mir gar nicht vorstelle, wie es den Leuten geht, die nur ein Tier hatten, was dann gegangen ist. Da herrscht dann plötzlich absolute Stille und Einsamkeit. da stell ich mir so eine Oma vor, die alleine lebt mit nur einer Katze oder einem Hund. und wenn das einzige Tier dann geht... diese Vorstellung find ich grad echt gruselig.
    In der Zwischenzeit ärgert es mich auch, dass wir mit der Beerdigung nicht auf Moritz gewartet haben. noch nicht mal der Hund war dabei. :weissnix: ich hab da gar nicht drüber nachgedacht an dem Tag, der Schock war zu groß. In der Zwischenzeit weiß ich auch, dass Mäxi seit mindestens früh halb 5 da lag (ich vermute, dass es schon am Abend vorher passiert ist) und gefunden habe ich ihn ja erst nach dem MIttag. Wieviele Stunden er da "zur Schau" gelegen hat :schnüff: Da war ich echt froh, dass ich ihn endlich zur Ruhe betten konnte, wirklich wahr. und ich bin auch froh, dass kein Mensch auf die Idee kam, den toten Mäxi "zu entsorgen" hätt ja auch noch passieren können...

  • Ich denke du solltest die Trauer zulassen... klar sagt man sich, ich muss doch für die anderen funktionieren, aber die Trauer ist im Moment wichtiger... du solltest nichts unterdrücken... irgendwie geht das auch gar nicht und wenn doch kann sich das Ganze auch "verkapseln" und dauert sehr viel länger und alles wird umso schwerer...


    Was soll man gegen seine Gefühle tun Kitty... ? Man kann sie nur annehmen und ausleben... :tröst: Deine Süßen werden es dir nicht übel nehmen... du bist halt mal ein paar Tage anders... sie werden es "verstehen" und verschmerzen... bist du doch irgendwann wieder für sie da... Liebe Grüße

    Cataleya mit Newton & Leya

    :streichel:
    Habe eure Pfötchen gehalten, eure Köpfchen gestreichelt... eure Herzen mit meinem für immer verbunden...

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