Liebe Henrika,
Deinen Brief zu lesen, fühlte sich an, als würde ich direkt neben Dir stehen — nachts im Wald, im Stall, auf der Weide oder einfach still zwischen den Tieren sitzen. Deine Worte strahlen so viel Wärme und Lebendigkeit aus, dass ich fast die raschelnden Blätter hören, Bertas vertrauensvolle Augen sehen und die sanfte Neugier all dieser Tiere spüren konnte.
Deine Geschichten erinnern mich immer wieder daran, wie tief Tiere uns Menschen verstehen — oft besser, als wir es selbst tun. Das hört wirklich nie auf, mich zu faszinieren.
Ich erinnere mich noch gut an einen Moment vor einiger Zeit: Der Hund einer Nachbarin, die eigentlich ziemlich weit entfernt wohnt, lief einmal an meinem Haus vorbei. Ich rief sie bei ihrem Namen — „Princess!“ — und sie blieb sofort stehen, drehte den Kopf und schaute mich an, als wollte sie sagen: „Ja? Was genau möchtest Du jetzt von mir?“ Dieser fragende, fast amüsierte Blick bringt mich noch heute zum Schmunzeln.
Oder ein anderes Mal, als ich meine Hunde fragte: „Wollt ihr essen?“ — plötzlich kam meine Katze angerannt, als ob auch sie eingeladen worden wäre. Solche kleinen Szenen zeigen so schön, dass unsere Tiere viel mehr hören als nur unsere Worte; sie spüren unsere Absicht, unsere Stimmung und unsere Zuneigung.
Deine „Gespräche“ mit den Tieren — den Eichhörnchen, den Kühen, Berta — spiegeln genau diese tiefe, respektvolle Verbindung wider. Es wundert mich nicht, dass man Dich den „Engel der Ställe“ nennt. Du lebst nicht nur mit den Tieren, Du teilst wirklich Dein Leben mit ihnen.
Ich wünsche Dir eine sanfte, stetige Heilung für Deinen Knöchel und Dein Knie. Und ich hoffe, Leon und seine wilden Freunde wachen weiterhin so treu über Dich, wie Du über sie.
Danke, dass ich durch Deine Geschichten ein Stück des Weges mit Dir gehen durfte — es fühlte sich wirklich an, als wäre ich direkt an Deiner Seite gewesen. Bitte pass gut auf Dich auf.
Mit den herzlichsten Grüßen und großer Bewunderung,
Carol
![]()