Vielleicht kann das Thema verschoben werden.
Ja, das fände ich auch gut. Am besten als Extra-Thread in den Bereich "Katzenverhalten, Psychologie und Erziehung", oder?
Kratzmarkieren ist ein natürlicher Trieb.
Ja, da geh ich erstmal mit. Allerdings ist alles weitere
Beim Kratzen markieren Katzen optisch und durch Drüsen an den Pfoten auch mit Sekret. Damit stecken sie ihr Revier ab und beruhigen sich auch mit ihrem eigenen Geruch.
Riecht ihr Revier fremd, will das natürlich übertünscht werden
u.a. auch davon abhängig, wo sie sich befinden, wie die Gesamtsituation ist, wie sicher sie sich fühlen.
Ich behaupte mal, dass Camillo nicht an der neuen Couch kratzt, weil er unsicher ist und sein Revier markieren muss.
Markieren, klar, aber eher so ein "Hallo, das gehört auch mir!"-Gehabe. Und weil es sich einfach gut anfühlt, an diesem Sofa zu kratzen
.
Das körperliche Packen, weg tragen und Festhalten am neuen Ort. Die Katze gibt in dem Moment ihren Trieb nicht freiwillig auf, sondern wird körperlich gezwungen.
Und da denke ich, ist es u.a. sehr entscheidend, wie das ganze von statten geht.
"Packen" und "Festhalten" klingt für mich schon sehr nach starkem Zwang.
Bezogen auf das Kratzthema packe ich meine Katze nicht, ich nehme sie weg vom Sofa, ich trage sie zur gewünschten Kratzstelle (möglichst nah bei der unerwünschten Kratzstelle), setze sie sanft ab, nehme ihre Vorderbeine/-pfoten behutsam in meine Hände und streiche sanft mit selbigen über die gewünschte Kratzfläche.
Ja, alles schon mit Nachdruck, aber nicht mit Zwang.
Viele Tierheimtiere lassen sich zum Beispiel gar nicht anfassen. Selly musste ich langsam daran gewöhnen gehalten zu werden. Für sie, und ich kenne noch andere Tiere, war es ein Kampf ums Überleben. Sie wissen es nicht anders. Sie würden das wenige Vertrauen zu ihren Menschen komplett verlieren.
Aber das sind doch Einzelfälle und das hat überhaupt nichts damit zu tun, eine Katze beim Kratzen am Sofa da wegzunehmen und stattdessen an den Kratzbaum zu setzen.
Damit will ich überhaupt nicht andeuten dass das bei Camillo oder Sunny so wäre, aber ich möchte darauf hinweisen das der Tipp nicht für jeden geeignet ist.
Kein Tipp ist für jeden geeignet, weder für jeden Dosi noch für jede Katze. Ich dachte, darüber wären wir uns hier alle im Klaren. Daher ja auch immer so Hinweise wie "meiner Erfahrung nach", "meiner Meinung nach" etc. pp.
Stress kann zu Traumata führen.
Ja, schon - aber nicht mal eben so.
Wenn ich eine Katze immer wieder packe, kann es Katzen geben denen es egal ist, es kann Katzen geben die es dann heimlich machen, Katzen sie sich Ersatz suchen, Katzen die ihren Halter meiden oder Katzen die aufgeben.
Keine Ahnung, mag sein - ich hab keine Erfahrung mit Katzen, die immer wieder gepackt werden.
Meine Erfahrung beruht nur auf Katzen, die - ganz unabhängig von ihrem Leben, bevor sie zu uns kamen - hier Familienmitglieder waren und sich daher mehr oder weniger auch an manche Regeln halten mussten, und da sie diese Regeln logischerweise nicht kannten, als sie einzogen (zwangsweise übrigens), mussten wir sie ihnen beibringen.
Dafür haben wir verschiedene Methoden angewandt, immer auch u.a. abhängig von den jeweiligen Persönlichkeiten der Katzen.
Klar kann ich mir irren, aber ich glaub, wir haben das ganz gut gemacht und alle unsere Katzen waren - und sind, denn eine haben wir ja noch, und Roland wird mindestens 20! - sehr glücklich bei uns.