Giardien - wie ich damit umgegangen bin

  • Giardien


    Giardiose


    Die Giardieninfektion (Zoonose) steht nach dem Befall von Würmern an zweiter Stelle der parasitären Erkrankungen der Katze. Die Häufigkeit der Fälle hat enorm zugenommen, nicht zuletzt durch den Import von Tieren aus südlichen und östlichen Ländern.


    Was sind Giardien?


    Die birnenförmigen Giardien gehören zu den Einzellern (Protozoen) die Gattung heißt Flagellaten (Geißeltierchen). Davon ist der wichtigste Vertreter die Giardia intestinalis. Es gibt zwei Lebensformen, zum einen die:


    Trophozoiten (Wachstumsstadium der Parasiten) und zum anderen die


    Giardiazysten (inaktives Stadium in dem jeweils 2 Giardien von einer schützenden Hülle umgeben sind).


    Im Darm ihres Wirtstiers haften sich die Giardien während ihres Wachstumsstadiums an die Darmwand und ernähren sich vom Darminhalt. Sie vermehren sich rasant auf der Oberfläche der Schleimhaut.

    Werden diese aktiven Giardien mit dem Kot ausgeschieden so sterben sie an der Luft innerhalb von Sekunden. Die Zysten dagegen sind durch die schwer lösliche Hülle, die sie umgibt so gut geschützt, dass sie unter günstigen Bedingungen (feucht, kühl) monatelang überleben können. Gelangen solche Zysten wieder in den Verdauungstrakt eines Tieres kommt es erneut zu einer Infektion.


    Infektionswege


    Eine Giardiose kann nicht nur Tiere sondern auch Menschen befallen.

    Durch Schmierinfektion gelangen die Zysten in den Körper (schon 10 Zysten reichen aus um zu erkranken).

    Verunreinigtes Trinkwasser im Napf (Vogelkot, Fliegen) oder Trinken aus verunreinigten Pfützen (Vögel, Hundekot) sind auch mögliche Übertragungswege.

    Tiere untereinander stecken sich durch gegenseitiges Putzen, schmusen und über die Benutzung desselben Katzenklos an.

    In der Wohnung können die Zysten in feuchten Ritzen und in Teppichen ebenfalls eine Zeitlang überleben und somit für eine Ansteckung sorgen.

    Selbst wenn man kein erkranktes Tier hatte und die Katze nur in der Wohnung/dem Haus lebt können durch Straßenschuhe Zysten mitgebracht werden und somit eine Giardiose auslösen.


    Symptome einer Infektion


    -Übelkeit und dadurch Appetitlosigkeit

    -Erbrechen

    -Durchfall (manchmal schleimig, blutig und immer übel riechend)

    -Fieber


    Besonders junge Tiere, geschwächte Tiere, chronisch kranke und ältere Tiere leiden sehr unter einer Giardiose. Katzen mit intaktem Immunsystem tun sich leichter.

    Manche infizierten Tiere zeigen nur schwache bis keine Symptome aber sind natürlich ansteckend.


    Zeigt eine Katze eines oder mehrere der oben genannten Symptome sollte man sich durch eine Kotuntersuchung Klarheit verschaffen. Dazu muss über mindestens 3 Tage Kot gesammelt werden (die Zysten sind nicht in jedem Kotabsatz nachweisbar) und entweder über den Tierarzt oder selbst an ein Labor geschickt werden. Es gibt einen Schnelltest den der Arzt machen kann aber dieser ist nicht ganz so zuverlässig.


    Behandlung


    Es gibt zwei Mittel, die hauptsächlich bei einer Giardiose eingesetzt werden. Wegen der besseren Verträglichkeit versuchen die meisten Tierärzte zuerst:


    Fenbendazol (Panacur, auch gegen Würmer eingesetzt)


    Die Paste (oder Tabletten) wird nach dem Behandlungsschema 5 - 3 - 5 verabreicht. (zweimal 5 Tage Behandlung mit 3-tägiger Pause dazwischen).


    Nicht immer erreicht man mit diesem Wirkstoff den gewünschten Erfolg. Eine Alternative ist:


    Metronidazol


    Die Tabletten schmecken sehr bitter und sind schwer in die Katze zu bekommen aber seit etwa einem Jahr gibt es:


    Metrobactin (mit demselben Wirkstoff aber einem Zusatz damit sie nicht so widerlich schmecken)


    Leider ist bei beiden Mitteln manchmal auf Anhieb kein Erfolg zu verzeichnen und bei der Kontrolluntersuchung werden wieder Giardien nachgewiesen, sodass ein neuer Behandlungsdurchgang nötig ist.

    Man vermutet, dass diese Einzeller in gewisser Weise "intelligent" sind denn sie können sich während der Behandlung vorübergehend in die Gallengänge zurückziehen und überleben dadurch. Sobald das Medikament abgesetzt ist kehren sie in den Darm zurück.


    Viele Verzweifelte greifen deshalb zu einem Mittel, das eigentlich nur für Tauben zugelassen ist aber wohl bei Katzen gut gegen Giardien wirkt und mit einer Behandlung plus Wiederholung nach einem bestimmten Zeitraum alles abtötet) .

    Es heißt Spartrix (Wirkstoff Carnidazol) und ist im Internet erhältlich. Manche Tierärzte raten sogar dazu aber meine TÄ war damals meiner Meinung, dass uns das Risiko von Langzeitschäden einfach zu groß ist.


    Kolloidales Silber


    Eine alternative Behandlungsmöglichkeit ist die mit Kolloidalem Silber weil es keimtötende Wirkung hat. Ich persönlich habe während unserer Giardienära welches ins Trinkwasser getan und den Poppes damit eingesprüht.


    Futter während der Infektion


    Giardien lieben Kohlenhydrate deshalb sollte getreidefreies Futter gegeben und auf Trockenfutter sowie Leckerli verzichtet werden.

    Da die Darmschleimhaut angegriffen wird (sowohl durch die Erreger als auch durch die Medikamente) ist es sinnvoll sofort nach der Behandlung den Darmaufbau zu beginnen (Bactisel, Symbiopet etc.) der sich manchmal über Monate hinziehen kann.


    Hygiene


    Da die infizierte Katze bei fast jedem Toilettengang Zysten ausscheidet und kleine Kotreste im Fell hängen können verteilt sie die Zysten in der Wohnung (besonders in der Umgebung der Toiletten, dem Kratzbaum und auf ihren Liegeplätzen)


    Leider sind die Zysten sehr resistent, abgetötet werden sie durch Hitze (ab 70 Grad) und Halamid (früher Disifin)


    ecuphar.com/gmbh/images/docs/Halamid.pdf


    Die Hygienemaßnahmen sind wichtig aber man sollte sich nicht komplett verrückt machen. Es ist eine Illusion wenn man glaubt jede Giardienzyste zu erwischen.


    Aus meiner Sicht halte ich für sinnvoll:


    - Wassernäpfe täglich mit kochendem Wasser reinigen und frisch befüllen.

    - Trinkbrunnen besser außer Betrieb nehmen

    - Futternäpfe mit kochendem Wasser reinigen (Reste entsorgen)

    - Die Liegeplätze am besten mit Handtüchern abdecken und diese 1 - 2 mal wöchentlich erneuern

    - Kratzbaum wöchentlich abdampfen oder mit Halamidlösung besprühen und gut trocken föhnen

    - Böden mit Dampfreiniger oder Halamid-Putzwasser aufwischen


    Katzenklo


    Da hier der infizierte Kot abgesetzt wird sollte in der Anfangszeit hier besonders auf Hygiene geachtet werden.

    Auf jeden Fall (wenn möglich) die Häufchen sofort großzügig entfernen. Den Rand, die Wände und gegebenenfalls die Eingangsklappe täglich mit Kolloidalem Silber oder Halamidlösung abwaschen.


    Bezüglich der Reinigung der Klos und des Streuwechsel gibt es unterschiedliche Meinungen.

    Von täglichen Ausdampfen und komplettem Streuwechsel bis zu wöchentlich.


    Ich persönlich hatte ja die Möglichkeit sofort die Häufchen heraus zu holen und habe daher nur wöchentlich komplett gereinigt.

    LIEBE GRÜSSE VON MARITA MIT ROCKY UND SIMBA


    FÜR EINE ZEITLANG HALTEN WIR DEINE KLEINEN PFÖTCHEN FEST, DEIN HERZ ABER EIN LEBEN LANG...

  • Kyano

    Hat das Thema geschlossen