Hallo Ihr Lieben,
wir sind einfach so gebeutelt, dass die Angst wirklich ein großer Faktor ist. Auch das bewegt mich eben, die OP zu machen.
Die TÄ wird dann gleich großflächig entfernen. Ca. 2 cm drum herum. Ich würde sagen, der Knubbel ist 0,5-0,7 cm groß. Das wäre dann immer noch bei so einem kleinen Tier eine große Wunde. Ich fürchte, wir haben auch nicht die Kraft mehr, um ein Riesen Fass aufzumachen und den Kater nach Hofheim oder so zu bringen. Wären wir nicht so erschöpft, würden wir es vielleicht tun. Hoffentlich mache ich mir keine Vorwürfe.
Deswegen werde ich dann auch hier sein und habe alle Termine in Hamburg verlegt.
Heute versuchen wir schon ein T-Shirt (langen Ärmel mit Löchern) zu tragen. Aston ist total anhänglich seit gestern und sucht permanent Körperkontakt.
Von Kittys Kater hatte ich schon gelesen, aber ich glaube, die Krebsarten sind nicht direkt zu vergleichen. Manche sind hormonell beeinflusst, andere nicht, manche sind operabel, manche nicht etc. Ein Mammakarzinom ist wohl recht selten. Wir werden sehen... 
Vielleicht kurz, wenn es interessiert zu mir: Mir geht es ganz ok. Nach drei Jahren echtem Ausnahmezustand und Gefühlswelten, die man sich einfach nicht vorstellen kann, wenn man so etwas nicht erlebt hat. Ich würde sagen, dass ich vorher (zum Glück) total naiv war, was das alles bedeutet. Es sind einfach so viele Dinge im Kleinen und im Großen, die einen durchgehend malträtieren. Die ganzen Termine, die Ängste (eher Panik), die ganzen Medikamente immer einnehmen und im Kopf haben, an alle Kontrollen denken, das krank fühlen, die körperliche Erschöpfung, der Geschmack der sich furchtbar verändert und das Leben noch ätzender macht, die Haare, die schrecklich nachwachsen, wieder ausfallen und man nicht weiß, ob sie wieder normal nachwachsen, die Wimpern, die immer wieder ausfallen (das macht wahnsinnig was aus optisch), die Wechseljahre, die Einsamkeit (das ist niemandem auf Dauer zuzumuten und die Einsamkeit tut auch ganz gut, aber schöner wärs anders) die Infektionsgefahr (Panik)...naja, ich hör mal auf
Ich bin immer noch nicht ganz durch mit den Medikamenten, aber mir geht es jetzt wieder so, dass ich aktiv sein kann und auch etwas planen kann - nicht immer umsetzbar, weil doch immer noch mal was ist, aber immerhin.
Ich habe fast kinnlange Haare, was schön ist. Also, ich bin froh, aber ein rohes Ei, das sich noch lange vor allem psychisch erholen muss. Ich bin dankbar, dass nichts Schlimmeres passiert ist, denn ich weiß, dass Menschen mit viel schlimmeren Neben- und Nachwirkungen leben müssen. Ich habe eine Frau in der Reha kennengelernt, die gerade 30 ist und fast blind geworden ist durch die Bestrahlung. Einige meiner Mitstreiter sind zwischenzeitlich gestorben.
Mein Mann hatte dann leider auch eine sehr unschöne Diagnose, die auch noch dramatische Folgen hätte haben können, aber es sieht so aus, als würde es bei der ersten Diagnose bleiben, was zwar Folgen für ihn hat, aber keine größeren Ängste für die Zukunft auslöst. Also...soviel zu gebeutelt.
Ich werde Euch mehr von Aston berichten, wenn es ansteht. Wahrscheinlich kann ich während der OP warten und dann zwischendurch durch ein Fenster schauen und mit der TÄ sprechen. In Ausnahmezuständen funktioniere ich perfekt mittlerweile. Ein mulmiges Plus der ganzen Geschichte. (Hinterher sollte man mich allerdings ordentlich festhalten und drücken!)
Bis dahin werde ich meine Zeit so gut es geht den beiden Katzen widmen. Bis dahin also! Vielen Dank für Eure Antworten und Anteilnahme! Ihr wart übrigens auch alle die ganze Zeit nicht vergessen. 