Beiträge von Henrika

    Hallo ihr Katzen-Sachverständigen,


    zunächst die halb-gute Nachricht. Leons „Schnupfen“ besserte sich noch nicht, aber der Bösewicht könnte enttarnt sein: Igel-Zecken übertragen Lungenwürmer (!). Deswegen half bisher kein Homöopathikum, muss Katerchen ein entsprechendes Mittel geben. Parallel bekommt er nun doch „Fern-Reiki“, Meisterin nur 6 km entfernt: kostet nichts. 😉


    Carol: Katzenohren sind eben unschlagbar. Sarah registrierte allein das Runterschalten eines Wagens vor’m Haus, saß schon am Esszimmer-Fenster, wenn der „Besuch“ in die Einfahrt bog. Das verwilderte Rudel stellte förmlich Wachposten auf. Beim Arbeiten (Homeoffice) hockte immer eine so vor’m Bürofenster, dass ich sie vom Schreibtisch aus sehen konnte. Kopfsprung ins Gebüsch hieß: „Achtung, jemand nähert sich von der Gartenseite!“ Nächster Posten auf dem Garagendach. Er hatte die Aufgabe, meine Rückkehr zu verkünden. Schwups 15 Katzen im Kofferraum: „Was hast du uns heute mitgebracht?“ 😉

    Das kaum Vorstellbare lieferte „Opa Hannibal“, ca. 80 % echte Wildkatze, der nicht mehr wandern wollte, blieb. Hannibal war taub, musste a bisserl auf der Terrasse trampeln, um ihn zum Essen zu rufen.

    Kam eines Tages eilig über die Obstwiesen aus dem Wald, er döste rechts am Schuppen in der Sonne. Ganz falsch: Urplötzlich kreuzte er so abrupt meinen Pfad, dass ich stehenbleiben musste - er ging langsam weiter. Ohne Hannibal hätte ich einen Salto über den mittlerweile gezogenen Weidedraht gemacht. Unmöglich, nicht wahr? Woher weiß ein „schlafender“ Kater, dass ich den Draht nicht sehe, verhindert ne zumindest schwere Verletzung?

    … Oder Marlene hat null Problem mit der Uhrzeit? Sie brachte mir, ewig versucht, das scheue Mädel einzufangen, zwei sehr schnupfenkranke Kleine, während ihr drittes Kind etwas entfernt rief. „Nein, so geht’s nicht, Marlene, ich brauche alle drei. Komm morgen Abend um halb acht mit ihnen.“ Sie war auf die Minute pünktlich (!), scheuchte die Jungen persönlich zur Gartentür rein. Offensichtlich von Mama gut darauf vorbereitet, konnte sie füttern, „verpacken“, beim Tierschutzverein „abgeben“. 12 Stunden später bereits in einer Arztpraxis, Alarmstufe Rot (alle wurden gesund).

    Und zwei Tage danach sitzt Marlene morgens neben mir im Bad - die offene Gartentür. „Kannst mich jetzt zum Kastrieren bringen!“* „Ernsthaft??“ Ihr etwas ungläubig einen Transportkorb hingestellt, sie legte sich sofort rein. Kein Klagen nix, wir fuhren zum Doc.

    * Nee, sie „reden“ nicht, übersetze nur ihre Mimik. 😉

    Dazu die für heute letzte Episode, genauso verrückt. Sehr heißer Sommer, Ciccio wollte lieber nicht raus. Hatte gegessen, getrunken, sitzt vor’m Schreibtischstuhl, guckt mich an. „Was ist denn bitte, leg dich doch hin, schlaf etwas?“ Er fixiert mich weiter. Ratlos, bis seine „Augen-Kommunikation“ bei mir einrastete: „Die Sonne fällt auf meine Kissenburg. Gibt es nicht diesen Knopf, den du drücken könntest, um die Terrassentür-Jalousie abzusenken?“ Genau das war’s, Jalousie unten, Katerchen rollt sich subito zusammen, pennt.

    Herzliche Grüße

    Henrika

    @ Carol: Ausnahmezustand trifft’s leider, aber unter Deiner freundlichen Antwort steht treffend : „Ein Haus ohne Katze ist nur ein Haus und kein Zuhause“. Nach Ciccios Tod war’s das eben nicht mehr. Mittlerweile erkennt die Rasselbande den Motor meines alten Astra bzw. ich kann von Weitem sehen, dass sie sich vor der Küchentür versammeln, sobald sie ihn identifizieren.

    Die Steinmarder-Kinder benutzen’s Auto übrigens als Spielplatz/Rutsche, klettern auf’s Dach, sausen über Frontscheibe und Kühlerhaube runter. Ziemlich schlammige Angelegenheit. Nö, Kabel werden nicht zerbissen, nur geblödelt. 😉

    Wie hochintelligent und sozial „dumme Kühe“ sind, zeigte mir Cindy, der ich in eiskalter Winternacht bei ihrer ersten Geburt half. Auch meine „erste“, total unerfahren. Bergeweise Stroh herbeigeschleppt, sie ermutigt zu pressen. Wollte Bullenkälbchen Caro auffangen, aber 70 kg rutschten mir durch ins Stroh. 😉

    In den Tälern hier dürfen ab 15. April die Milchkühe wieder nach draußen. Cindy entdeckte mich im Gemüsegarten, muhte so lange, bis ich „nach unten“ ging, mich an den Weidezaun setzte. Sie rief wieder: Alle 23 Ladys stellten sich in einer Reihe zum Defilee an, um sich zu bedanken. Jede schlabberte mir einmal mit ihrer rauen Zunge quer durch’s Gesicht. Lecker. Kann man natürlich aus purer Höflichkeit nicht verweigern. 😉

    Bei Katzen - verwildert und voller schlimmer Erfahrungen - dauert’s Minimum zwei Jahre, bis sie ihr Misstrauen ablegen. „Wir“ brauchen also nur noch 17 Monate Geduld. Es sind ja keine „Sarahs“, mit dreieinhalb Wochen schon Waise. Auto 50 m von der Praxis entfernt geparkt, ihr die Beifahrertür geöffnet, sie lief selbstverständlich neben mir her. „Könnte meine kranke Katze heute noch behandelt werden?“ - „Selbstverständlich. Aber woo ist denn Ihre Katze?“ - „Wieso? Sie sitzt doch hier bei Fuß.“ Ein Transportkorb lag völlig außerhalb unseres Vorstellungsvermögens.

    Gelegentlich sorgten wir schier für Ohnmachtsanfälle. Wollte nur kurz abends noch ein Päckchen Tabak an der Tankstelle kaufen. Sarah schlief während der Rückfahrt auf meinem Schoß, also mitgenommen. Kaum im Laden, sauste sie davon, fremde „Häuser“ waren das A und O, was man da alles entdecken konnte! … Tabak bezahlt, leise gesagt: „Mäuschen, ich bin fertig, wir können gehen“, schon flog die Kleine zwischen den Regalen hervor mit kühnem Sprung direkt auf meinen Arm. Kassiererin mit den Nerven am Ende.


    Doch, alles genau so (!) passiert, vergnügte Grüße

    Henrika

    @ Paulina: Ja eben, Tiere sind genauso schlimm. Emotional überhaupt kein Unterschied zur Trauer um Angehörige. Sarah war meine erste Katze, Findling, Marcello einer ihrer drei Söhne. Den ich behielt, weil er durch die Welpen-Impfung eine Autoimmun—Krankheit bekam. Fünf Jahre Pflege, sein Futter selbst gekocht. So viele Behandlungen, er hatte panische Angst vor’m Tierarzt. Deswegen entschieden, dass Marcello zu Hause ohne Stress (und Spritze) stirbt.


    @ Liv: Danke für Deine ermunternden Zeilen. Du bist immerhin schon „Kuschelfreund“, so viele Beiträge bis zu Paulinas „Katzenversteher“ kriege ich nie zusammen. 😉 Keine Ahnung warum, kann generell mit den Tieren „reden“. Früher holte man mich, wenn eine Erstkalbin zu zweit mit Schlagriemen nicht gemolken werden wollte. Ihr nur leise zugeflüstert: „Es ziept jetzt etwas, wenn ich’s Melkgeschirr anlege, tut aber nicht weh.“ Mehr wollte die junge Mutter nicht, schlug nie wieder aus. Es sind Persönlichkeiten, uns durchaus ebenbürtig, ergo sollte man ihnen doch auch so begegnen?


    Jetzt „verirrten“ sich eben gleich sechs Katzen auf meine Terrasse, ohne um die Steinmarder- und Piepmatz-Situation zu wissen. 😉 Es muss gehen, alle zu versorgen, rechne quasi in „Dosen-Währung“, spare jeden Cent ein.


    Herzliche Grüße

    Henrika

    Liebe Paulina,


    mag Dir kaum „Beileid“ wünschen, weil es so abgedroschen klingt. Tatsächlich genau das Gleiche erlebt. Erst starb Sarahs Sohn Marcello, zwei Wochen später meine Mutter. Schlicht zu viel. Leg in jeder Hinsicht eine Pause ein, um diesen Schmerz ertragen zu können, ohne dass er physisch zuschlägt. Den Himmel bereits um Hilfe/Unterstützung für Dich gebeten.

    Keine Ahnung von Fernheilung, aber mein „Job“ als Nonne. 😉

    Henrika

    Ach Du liebe Güte, das kann ja heiter werden, wenn Du, Goya - danke für Deine Aufklärung - mit fast 9.000 Beiträgen erst ein „Tretelgenosse“ bist. 😉

    Muss wieder ganz von vorne anfangen, „Treteln“ höchste Stufe? Obwohl die Geschichte im Juli 2000 mit einem 350 g leichten Baby begann, das auf der Terrasse jammerte? Sarah. Laut Doc ein Viertel echte Wildkatze. Erst viel später verstanden, dass eine solche Prägung auf den Menschen sehr selten vorkommt.

    … @ Paulina: Zwar eine gute Idee, merci, aber der einzige Tierheilpraktiker, den ich kenne, ist/war klassischer Homöopath. Selbst wenn ich im Internet einen fände, der Reiki oder Jin Shin Jyutsu als Fernbehandlung beherrscht, möchte er ja ein Honorar. Kann’s mir nicht leisten, verzweifele doch schon an den Futterkosten. Außer den Katzen gibt’s nämlich noch ein paar Dutzend Piepmätze, die wegen ihres Nachwuchses momentan 0,5 kg Biogetreide plus Bio-Sonnenblumenkerne täglich verputzen, und das Ehepaar Steinmarder mit Jungen. Seit fünf Jahren soll ich die Kleinen durchfüttern (3-4), damit sie den Winter überstehen bzw. bevor sich ihre Kinder eigene Reviere suchen. Demnächst verabschieden sich die Eltern, starten ihre nächsten „Flitterwochen“. Marie kann befruchtete Eier „speichern“, aktiviert sie dann im kommenden Frühling. 😉

    Könntest Du selbst nicht vielleicht aus der Ferne helfen, Paulina, wenn Du diese „Techniken“ beherrschst? Leon ist ein „echter“ Kartäuser im Unterschied zu den grauen British Kurzhaar-Züchtungen, ursprüngliche Herkunft das Libanon-Gebirge. Keine Ahnung, wie er in dieses Tal kam, wahrscheinlich ausgesetzt. Sehr friedlich-geduldiger Typ, an der rechten Hinterpfote - genetische Fehlbildung - nur zwei Zehen. Die anderen verschwanden während besonders kalter Winternächte (Scheunen/Ställe „ihrer“ Höfe), Leon blieb. Ihm mit Weiden-Transportkorb, Decken drinnen und drüber, eine halbwegs frostsichere Höhle eingerichtet. Natürlich hätte er in der Wohnung schlafen dürfen, lehnte es scheu nur strikt ab.

    Freue mich schon auf eventuelle Antworten, herzliche Grüße

    die „Katzenstreuschlepperin“ 😉

    Hallo??? Wer schrieb denn mal eben „Katzenstreuschlepper“ unter’s Pictogramm? Es geht um’s Futter, die sechs sind doch keine Wohnungskatzen. Geschäfte erledigen sie irgendwo, geraten schon in Panik, wenn sie mich wegen offener Terrassentür in der Küche besuchen, zur nächsten Fütterung auffordern und die Tür irgendwie nur noch angelehnt ist.

    Ganz anders: Normaler Einkauf 8-9 neun Paletten (!) Dosen plus 10 kg Trockenfutter. Ca. 60 kg, die nicht von alleine ins Souterrain „schweben“. Vorteil zum Glück, solche Gewichte „nur“ runter befördern zu müssen. Heute eine Art „Schlitten“ ausprobiert. 15 kg sausten in länglich-großer „Tupperdose“ den Parkhügel runter bis zur Terrasse.


    Also bitte sofort ändern. Passend wäre etwa „Streuner-Imbiss“ oder etwas in der Art.


    Danke, Henrika


    Eure Anteilnahme überwältigt mich regelrecht, 1000 Dank! Vor 25 Jahren fiel’s leichter, mich um gleich 40 verwilderte Tiere zu kümmern. Jetzt mit über 70, chronisch krank, Altersarmut, schon der tägliche Abwasch, diese Unmengen Futter anzuschleppen/zu bezahlen, eine Herausforderung.

    Ein Bauer jagte seine zum Klauen abgerichtete Border Collie auf die Terrasse, ständig war’s Geschirr weg, sogar eine schwere Edelstahl-Pfanne. Jetzt bekommen sie ihr Futter auf Ton-Untersetzern, die oben exakt in Blumentöpfe passen. Sogar besser, weil meine Schützlinge aufrecht essen können, Speiseröhre nicht abgeknickt wird. Und die Pfanne für Familie Steinmarder (lag plötzlich an einen Strommast gelehnt neben der Talstraße) - seit fünf Jahren bringen sie hier ihre Jungen zur Welt, erwarten, dass ich sie durchfüttere - ist mit Kette, Fahrrad-Schloss gesichert. 😉

    … Katzenschnupfen-Auge von Josephine tränt zwar noch, ist durch die Medikation aber nicht trüb oder erblindet. Julia, vermutlich Schilddrüsen-Überfunktion - beim ersten Erscheinen kaum 6 cm (!!) breit -, nimmt dank eines für sie bestellten Mittels deutlich zu. Könnte auch ein Julian sein. Sieht m.E. nach Katerpopo aus, dauert manchmal, bis die Hoden rauskommen, zumal bei Unterernährung.

    … Größte Angst, denn mein kastrierter Ciccio starb an FIV, weil er sein Revier konsequent verteidigte, auf dem Nachbar-Hof deswegen längst alle tot, dass diese Tiere auch damit infiziert sind. Schulmedizinisch kann man gar nichts machen, es gibt ja nicht mal einen Impfstoff. Daher bekommen sie Homöopathika zur sanften Stärkung des Immunsystems und einen „Virenkiller“.

    Wer weiß, vielleicht reagiert Leon ja noch, bin nur zu ungeduldig? Im Winter dauerte es sechs Wochen, bis nach „Verarzten“ der Juckreiz nachließ, das Fell nachgewachsen war. Ist halt schwer zu ertragen, dass er kaum Luft kriegt. Würde ihm am liebsten mit Taschentuch die Nase putzen. 😉

    Dies als etwas ausführlichere Schilderung, für jede Idee dankbar

    Henrika