Igelzecken und Schnupfen?


  • Eure Anteilnahme überwältigt mich regelrecht, 1000 Dank! Vor 25 Jahren fiel’s leichter, mich um gleich 40 verwilderte Tiere zu kümmern. Jetzt mit über 70, chronisch krank, Altersarmut, schon der tägliche Abwasch, diese Unmengen Futter anzuschleppen/zu bezahlen, eine Herausforderung.

    Ein Bauer jagte seine zum Klauen abgerichtete Border Collie auf die Terrasse, ständig war’s Geschirr weg, sogar eine schwere Edelstahl-Pfanne. Jetzt bekommen sie ihr Futter auf Ton-Untersetzern, die oben exakt in Blumentöpfe passen. Sogar besser, weil meine Schützlinge aufrecht essen können, Speiseröhre nicht abgeknickt wird. Und die Pfanne für Familie Steinmarder (lag plötzlich an einen Strommast gelehnt neben der Talstraße) - seit fünf Jahren bringen sie hier ihre Jungen zur Welt, erwarten, dass ich sie durchfüttere - ist mit Kette, Fahrrad-Schloss gesichert. 😉

    … Katzenschnupfen-Auge von Josephine tränt zwar noch, ist durch die Medikation aber nicht trüb oder erblindet. Julia, vermutlich Schilddrüsen-Überfunktion - beim ersten Erscheinen kaum 6 cm (!!) breit -, nimmt dank eines für sie bestellten Mittels deutlich zu. Könnte auch ein Julian sein. Sieht m.E. nach Katerpopo aus, dauert manchmal, bis die Hoden rauskommen, zumal bei Unterernährung.

    … Größte Angst, denn mein kastrierter Ciccio starb an FIV, weil er sein Revier konsequent verteidigte, auf dem Nachbar-Hof deswegen längst alle tot, dass diese Tiere auch damit infiziert sind. Schulmedizinisch kann man gar nichts machen, es gibt ja nicht mal einen Impfstoff. Daher bekommen sie Homöopathika zur sanften Stärkung des Immunsystems und einen „Virenkiller“.

    Wer weiß, vielleicht reagiert Leon ja noch, bin nur zu ungeduldig? Im Winter dauerte es sechs Wochen, bis nach „Verarzten“ der Juckreiz nachließ, das Fell nachgewachsen war. Ist halt schwer zu ertragen, dass er kaum Luft kriegt. Würde ihm am liebsten mit Taschentuch die Nase putzen. 😉

    Dies als etwas ausführlichere Schilderung, für jede Idee dankbar

    Henrika

  • Hallo??? Wer schrieb denn mal eben „Katzenstreuschlepper“ unter’s Pictogramm? Es geht um’s Futter, die sechs sind doch keine Wohnungskatzen. Geschäfte erledigen sie irgendwo, geraten schon in Panik, wenn sie mich wegen offener Terrassentür in der Küche besuchen, zur nächsten Fütterung auffordern und die Tür irgendwie nur noch angelehnt ist.

    Ganz anders: Normaler Einkauf 8-9 neun Paletten (!) Dosen plus 10 kg Trockenfutter. Ca. 60 kg, die nicht von alleine ins Souterrain „schweben“. Vorteil zum Glück, solche Gewichte „nur“ runter befördern zu müssen. Heute eine Art „Schlitten“ ausprobiert. 15 kg sausten in länglich-großer „Tupperdose“ den Parkhügel runter bis zur Terrasse.


    Also bitte sofort ändern. Passend wäre etwa „Streuner-Imbiss“ oder etwas in der Art.


    Danke, Henrika

  • keine Sorge, der Katzenstreuschlepper ist dein "Titel". Du hast mit deinen Beiträgen einen Stern und den Titel bekommen. Wenn du mehr Beiträge schreibst ändert er sich.



    Von mir auch noch ein :hallihallo: und viel Spaß im Forum.

    Und mein Beileid zu deinem Verlust.


    Leider kann ich zu deinem Problem nichts beitragen. Bisher hatte ich nur Katzen die sich anfassen ließen. Da war selbst bei einer Erkältung inhalieren kein Problem.

    Gute Besserung

  • Herzlich willkommen, Henrika!


    Wenn Tiere sich nicht verarzten lassen, gibt es immer noch die Möglichkeit einer energetischen Fernbehandlung. Das geht mit Bioresonanz, Orgonstrahler, Reiki oder Heilströmen (Jin Shin Jyutsu). Vielleicht kennst Du einen Tier-HP, der so etwas macht, ansonsten kann man sich zumindest ins Jin Shin Jyutsu gut selbst reinschaffen. Es gibt tolle Bücher dazu, speziell auch für Katzen und andere Tiere, und es ist nicht schwer zu erlernen. Falsch machen kann man gar nichts, und die Erfolge sprechen meistens für sich.

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • Ach Du liebe Güte, das kann ja heiter werden, wenn Du, Goya - danke für Deine Aufklärung - mit fast 9.000 Beiträgen erst ein „Tretelgenosse“ bist. 😉

    Muss wieder ganz von vorne anfangen, „Treteln“ höchste Stufe? Obwohl die Geschichte im Juli 2000 mit einem 350 g leichten Baby begann, das auf der Terrasse jammerte? Sarah. Laut Doc ein Viertel echte Wildkatze. Erst viel später verstanden, dass eine solche Prägung auf den Menschen sehr selten vorkommt.

    … @ Paulina: Zwar eine gute Idee, merci, aber der einzige Tierheilpraktiker, den ich kenne, ist/war klassischer Homöopath. Selbst wenn ich im Internet einen fände, der Reiki oder Jin Shin Jyutsu als Fernbehandlung beherrscht, möchte er ja ein Honorar. Kann’s mir nicht leisten, verzweifele doch schon an den Futterkosten. Außer den Katzen gibt’s nämlich noch ein paar Dutzend Piepmätze, die wegen ihres Nachwuchses momentan 0,5 kg Biogetreide plus Bio-Sonnenblumenkerne täglich verputzen, und das Ehepaar Steinmarder mit Jungen. Seit fünf Jahren soll ich die Kleinen durchfüttern (3-4), damit sie den Winter überstehen bzw. bevor sich ihre Kinder eigene Reviere suchen. Demnächst verabschieden sich die Eltern, starten ihre nächsten „Flitterwochen“. Marie kann befruchtete Eier „speichern“, aktiviert sie dann im kommenden Frühling. 😉

    Könntest Du selbst nicht vielleicht aus der Ferne helfen, Paulina, wenn Du diese „Techniken“ beherrschst? Leon ist ein „echter“ Kartäuser im Unterschied zu den grauen British Kurzhaar-Züchtungen, ursprüngliche Herkunft das Libanon-Gebirge. Keine Ahnung, wie er in dieses Tal kam, wahrscheinlich ausgesetzt. Sehr friedlich-geduldiger Typ, an der rechten Hinterpfote - genetische Fehlbildung - nur zwei Zehen. Die anderen verschwanden während besonders kalter Winternächte (Scheunen/Ställe „ihrer“ Höfe), Leon blieb. Ihm mit Weiden-Transportkorb, Decken drinnen und drüber, eine halbwegs frostsichere Höhle eingerichtet. Natürlich hätte er in der Wohnung schlafen dürfen, lehnte es scheu nur strikt ab.

    Freue mich schon auf eventuelle Antworten, herzliche Grüße

    die „Katzenstreuschlepperin“ 😉

  • Ich bin leider im Moment nicht gut zu gebrauchen, meine Mutter ist gerade gestorben, davor eine meiner Katzen (noch jung und sehr plötzlich), es ist gerade alles ein bisschen viel. Sonst gerne.


    Aber man muss keine Fachfrau sein, um JSJ anzuwenden. Das A und das O ist der so genannte Pfotenstrom, der hilft bei fast allem. Linke Vorderpfote mit rechter Hinterpfote zusammen halten (in jede Hand ein Pfötchen nehmen und mindestens 5 Minuten lang halten, je länger desto besser). Dann umgekehrt.


    Wenn der Patient sich anfassen lässt, dann direkt am Tier, ansonsten geht das auch über ein Stofftier. Den eigentlich Patienten stellt man sich dabei geistig vor.


    Das schafft wirklich jeder... und wenn man den Pfotenstrom regelmäßig anwendet, hat man schon bald Erfolge, weil das ganze Energiesystem harmonisiert wird.

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • Liebe Paulina,


    mag Dir kaum „Beileid“ wünschen, weil es so abgedroschen klingt. Tatsächlich genau das Gleiche erlebt. Erst starb Sarahs Sohn Marcello, zwei Wochen später meine Mutter. Schlicht zu viel. Leg in jeder Hinsicht eine Pause ein, um diesen Schmerz ertragen zu können, ohne dass er physisch zuschlägt. Den Himmel bereits um Hilfe/Unterstützung für Dich gebeten.

    Keine Ahnung von Fernheilung, aber mein „Job“ als Nonne. 😉

    Henrika

  • Dann wünsche ich Dir auch mein Beileid, und ich finde, das klingt gar nicht abgedroschen, denn es drückt ja doch so etwas wie Mitgefühl aus. Viel Kraft für Dich!


    Wer sind denn Sarah und Marcello - ich hoffe jetzt mal, keine Menschen (obwohl Tiere genauso schlimm sind)?

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • Henrika


    Uff, du hast aber echt eine Menge Zöglinge an Land gezogen ... oder bist von ihnen an Land gezogen worden. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei aller Freude über all diese Begegnungen da auch viel Leid mitschwingt, vor allem wenn die "Kleinen" krank sind - von der finanziellen Belastung ganz zu schweigen. Bei letzterem kann ich zwar leider nicht helfen, aber vielleicht tut es dir ja allgemein gut hier immer ein bisschen zu schreiben. :freunde:

  • @ Paulina: Ja eben, Tiere sind genauso schlimm. Emotional überhaupt kein Unterschied zur Trauer um Angehörige. Sarah war meine erste Katze, Findling, Marcello einer ihrer drei Söhne. Den ich behielt, weil er durch die Welpen-Impfung eine Autoimmun—Krankheit bekam. Fünf Jahre Pflege, sein Futter selbst gekocht. So viele Behandlungen, er hatte panische Angst vor’m Tierarzt. Deswegen entschieden, dass Marcello zu Hause ohne Stress (und Spritze) stirbt.


    @ Liv: Danke für Deine ermunternden Zeilen. Du bist immerhin schon „Kuschelfreund“, so viele Beiträge bis zu Paulinas „Katzenversteher“ kriege ich nie zusammen. 😉 Keine Ahnung warum, kann generell mit den Tieren „reden“. Früher holte man mich, wenn eine Erstkalbin zu zweit mit Schlagriemen nicht gemolken werden wollte. Ihr nur leise zugeflüstert: „Es ziept jetzt etwas, wenn ich’s Melkgeschirr anlege, tut aber nicht weh.“ Mehr wollte die junge Mutter nicht, schlug nie wieder aus. Es sind Persönlichkeiten, uns durchaus ebenbürtig, ergo sollte man ihnen doch auch so begegnen?


    Jetzt „verirrten“ sich eben gleich sechs Katzen auf meine Terrasse, ohne um die Steinmarder- und Piepmatz-Situation zu wissen. 😉 Es muss gehen, alle zu versorgen, rechne quasi in „Dosen-Währung“, spare jeden Cent ein.


    Herzliche Grüße

    Henrika

  • Puh, das klingt ja echt nach Ausnahmezustand bei dir. Und trotzdem scheinen sie sich langsam zu erholen, was ganz allein dein Verdienst ist. Von weißen Igelzecken habe ich noch nie gehört, aber der Stockschnupfen klingt schlimm. Vielleicht meldet sich ja jemand, der sowas schon mal erlebt hat.


    Wie auch immer, willkommen in der Gruppe. Ich bin gespannt auf all deine süßen Inhalte. Lasst die Katzenmemes regnen! :)

    Ein Haus ohne Katze ist nur ein Haus und kein Zuhause 8)

  • @ Carol: Ausnahmezustand trifft’s leider, aber unter Deiner freundlichen Antwort steht treffend : „Ein Haus ohne Katze ist nur ein Haus und kein Zuhause“. Nach Ciccios Tod war’s das eben nicht mehr. Mittlerweile erkennt die Rasselbande den Motor meines alten Astra bzw. ich kann von Weitem sehen, dass sie sich vor der Küchentür versammeln, sobald sie ihn identifizieren.

    Die Steinmarder-Kinder benutzen’s Auto übrigens als Spielplatz/Rutsche, klettern auf’s Dach, sausen über Frontscheibe und Kühlerhaube runter. Ziemlich schlammige Angelegenheit. Nö, Kabel werden nicht zerbissen, nur geblödelt. 😉

    Wie hochintelligent und sozial „dumme Kühe“ sind, zeigte mir Cindy, der ich in eiskalter Winternacht bei ihrer ersten Geburt half. Auch meine „erste“, total unerfahren. Bergeweise Stroh herbeigeschleppt, sie ermutigt zu pressen. Wollte Bullenkälbchen Caro auffangen, aber 70 kg rutschten mir durch ins Stroh. 😉

    In den Tälern hier dürfen ab 15. April die Milchkühe wieder nach draußen. Cindy entdeckte mich im Gemüsegarten, muhte so lange, bis ich „nach unten“ ging, mich an den Weidezaun setzte. Sie rief wieder: Alle 23 Ladys stellten sich in einer Reihe zum Defilee an, um sich zu bedanken. Jede schlabberte mir einmal mit ihrer rauen Zunge quer durch’s Gesicht. Lecker. Kann man natürlich aus purer Höflichkeit nicht verweigern. 😉

    Bei Katzen - verwildert und voller schlimmer Erfahrungen - dauert’s Minimum zwei Jahre, bis sie ihr Misstrauen ablegen. „Wir“ brauchen also nur noch 17 Monate Geduld. Es sind ja keine „Sarahs“, mit dreieinhalb Wochen schon Waise. Auto 50 m von der Praxis entfernt geparkt, ihr die Beifahrertür geöffnet, sie lief selbstverständlich neben mir her. „Könnte meine kranke Katze heute noch behandelt werden?“ - „Selbstverständlich. Aber woo ist denn Ihre Katze?“ - „Wieso? Sie sitzt doch hier bei Fuß.“ Ein Transportkorb lag völlig außerhalb unseres Vorstellungsvermögens.

    Gelegentlich sorgten wir schier für Ohnmachtsanfälle. Wollte nur kurz abends noch ein Päckchen Tabak an der Tankstelle kaufen. Sarah schlief während der Rückfahrt auf meinem Schoß, also mitgenommen. Kaum im Laden, sauste sie davon, fremde „Häuser“ waren das A und O, was man da alles entdecken konnte! … Tabak bezahlt, leise gesagt: „Mäuschen, ich bin fertig, wir können gehen“, schon flog die Kleine zwischen den Regalen hervor mit kühnem Sprung direkt auf meinen Arm. Kassiererin mit den Nerven am Ende.


    Doch, alles genau so (!) passiert, vergnügte Grüße

    Henrika

  • Die Szene mit Cindy und den Kühen stelle ich mir echt schön vor, da merkt man, wie klug und aufmerksam Tiere sein können. Dass deine Truppe dich schon am Autogeräusch erkennt, ist ja auch der beste Beweis, wie schnell sich so eine feine Routine entwickelt.

    Freu mich jedenfalls, hier noch mehr von deinen Erlebnissen zu lesen. :)

    Ein Haus ohne Katze ist nur ein Haus und kein Zuhause 8)

  • Hallo ihr Katzen-Sachverständigen,


    zunächst die halb-gute Nachricht. Leons „Schnupfen“ besserte sich noch nicht, aber der Bösewicht könnte enttarnt sein: Igel-Zecken übertragen Lungenwürmer (!). Deswegen half bisher kein Homöopathikum, muss Katerchen ein entsprechendes Mittel geben. Parallel bekommt er nun doch „Fern-Reiki“, Meisterin nur 6 km entfernt: kostet nichts. 😉


    Carol: Katzenohren sind eben unschlagbar. Sarah registrierte allein das Runterschalten eines Wagens vor’m Haus, saß schon am Esszimmer-Fenster, wenn der „Besuch“ in die Einfahrt bog. Das verwilderte Rudel stellte förmlich Wachposten auf. Beim Arbeiten (Homeoffice) hockte immer eine so vor’m Bürofenster, dass ich sie vom Schreibtisch aus sehen konnte. Kopfsprung ins Gebüsch hieß: „Achtung, jemand nähert sich von der Gartenseite!“ Nächster Posten auf dem Garagendach. Er hatte die Aufgabe, meine Rückkehr zu verkünden. Schwups 15 Katzen im Kofferraum: „Was hast du uns heute mitgebracht?“ 😉

    Das kaum Vorstellbare lieferte „Opa Hannibal“, ca. 80 % echte Wildkatze, der nicht mehr wandern wollte, blieb. Hannibal war taub, musste a bisserl auf der Terrasse trampeln, um ihn zum Essen zu rufen.

    Kam eines Tages eilig über die Obstwiesen aus dem Wald, er döste rechts am Schuppen in der Sonne. Ganz falsch: Urplötzlich kreuzte er so abrupt meinen Pfad, dass ich stehenbleiben musste - er ging langsam weiter. Ohne Hannibal hätte ich einen Salto über den mittlerweile gezogenen Weidedraht gemacht. Unmöglich, nicht wahr? Woher weiß ein „schlafender“ Kater, dass ich den Draht nicht sehe, verhindert ne zumindest schwere Verletzung?

    … Oder Marlene hat null Problem mit der Uhrzeit? Sie brachte mir, ewig versucht, das scheue Mädel einzufangen, zwei sehr schnupfenkranke Kleine, während ihr drittes Kind etwas entfernt rief. „Nein, so geht’s nicht, Marlene, ich brauche alle drei. Komm morgen Abend um halb acht mit ihnen.“ Sie war auf die Minute pünktlich (!), scheuchte die Jungen persönlich zur Gartentür rein. Offensichtlich von Mama gut darauf vorbereitet, konnte sie füttern, „verpacken“, beim Tierschutzverein „abgeben“. 12 Stunden später bereits in einer Arztpraxis, Alarmstufe Rot (alle wurden gesund).

    Und zwei Tage danach sitzt Marlene morgens neben mir im Bad - die offene Gartentür. „Kannst mich jetzt zum Kastrieren bringen!“* „Ernsthaft??“ Ihr etwas ungläubig einen Transportkorb hingestellt, sie legte sich sofort rein. Kein Klagen nix, wir fuhren zum Doc.

    * Nee, sie „reden“ nicht, übersetze nur ihre Mimik. 😉

    Dazu die für heute letzte Episode, genauso verrückt. Sehr heißer Sommer, Ciccio wollte lieber nicht raus. Hatte gegessen, getrunken, sitzt vor’m Schreibtischstuhl, guckt mich an. „Was ist denn bitte, leg dich doch hin, schlaf etwas?“ Er fixiert mich weiter. Ratlos, bis seine „Augen-Kommunikation“ bei mir einrastete: „Die Sonne fällt auf meine Kissenburg. Gibt es nicht diesen Knopf, den du drücken könntest, um die Terrassentür-Jalousie abzusenken?“ Genau das war’s, Jalousie unten, Katerchen rollt sich subito zusammen, pennt.

    Herzliche Grüße

    Henrika

  • Oh Henrika, deine Geschichten bringen immer mein Herz zum Schmelzen! Leon hat echt Glück, dich zu haben, die sich so gut um ihn kümmert. Ich hoffe wirklich, dass die Behandlung hilft und er bald wieder der Alte ist. Und Reiki auch noch, wie schön! Es ist erstaunlich, wie so etwas helfen kann, vor allem wenn es nichts kostet!

    Sarah klingt wie eine kleine aufmerksame Wächterin, die immer ein Auge auf alles hat! Es muss ein Anblick sein, sie am Fenster zu sehen, wie sie alles im Blick behält. Und Hannibal, mein Gott, was für eine Katze! Ich kann kaum glauben, dass er genau wusste, wann er dir helfen musste und dich vom Draht wegführte. Die haben wirklich eine besondere Intuition, oder?

    Marlene ist echt ein Schatz! Es klingt, als wäre sie dafür geboren, Mama zu sein und genau zu wissen, was mit den armen kranken Kätzchen zu tun ist. Und so pünktlich, wow! Ich bin so froh, dass sie alle wieder gesund sind.

    Und Ciccio – was für ein Charakter! Ich liebe es, wie er dich dazu bringt, die Jalousien runterzulassen. Katzen wissen wirklich, wie sie uns zu dem bringen, was sie wollen, oder? Aber ich wette, es hat ihn richtig gemütlich gemacht.

    Deine Katzen sind einfach voller Überraschungen und sie haben wirklich Glück, dich zu haben. Danke, dass du diese kleinen Momente mit mir geteilt hast, Henrika. Sie haben meinen Tag wirklich verschönert!

    Schicke dir große Umarmungen, auch an deine Fellnasen!


    :love: :) <3

    Ein Haus ohne Katze ist nur ein Haus und kein Zuhause 8)

  • Liebe Carol,


    Deine Anteilnahme und die Begeisterung für erlebte Geschichten, merci beaucoup (!), ermutigt mich zwar, weiter zu erzählen … aber außer Leon und den anderen jetzt zugewanderten fünf lebt keine der (bisher) erwähnten Katzen-Persönlichkeiten mehr.

    Es sind auch zwei verschiedene Täler, in der früheren abgelegenen Wohnung das riesige Rudel mit 70 Jungen jährlich, einer Art privater Auffangstation/„Buschklinik“, hier relativ wenige „Patienten“.

    Entscheidend vorher wohl, dass ich jahrelang praktisch rund um die Uhr da war, „uns“ kaum jemand störte. Dazu Sarah. Null Ahnung von Katzen, aber „über Nacht“ gleich ein Baby, das mich als langbeinige Mutter betrachtete. Selbst lange nicht kapiert, dass sie mir ihre Sprache beibrachte - so wie das verwilderte Rudel draußen. Im Gegenzug lernten sie meine. An kalten Winterabenden durften alle rein, verteilten sich auf Schlafzimmer, Büro, Ess- und Wohnzimmer. Haudegen Sirkan hätte gerne Marcellos Platz auf der Couch neben mir eingenommen, attackierte Sarahs Sohn. Kurze Ansage: „Wenn du noch einmal deine Pfote erhebst, fliegst du achtkantig raus, für immer!“ - Er schaut mich an: „Stimmt eigentlich, der Platz vor deinen Füßen ist genauso schön“, legt sich hin. 😉

    Total witzig unser Silvester-Besuch bei Freunden. Gastgeber fragt Sarah während des Neujahrsfrühstücks: „Du Käse?“ Ich wäre vor Lachen wegen ihrer Mimik fast geplatzt: „Du Ausländer?“ Sie rührte sich nicht von der Stelle. - „Bitte sprich normal mit ihr, Sarah ist an ganze Sätze gewöhnt.“ - „Möchtest du ein Stück von diesem ausgezeichneten französischen Brie?“ - „Ja gerne.“ Sie erhob sich sofort, nahm ihm den Käse vorsichtig aus der Hand.


    Muss es in diesem Forum bestimmt nicht wiederholen? Passiert extrem selten, dass sich ein noch nicht vierwöchiges Tierchen auf die Suche nach seiner toten Mutter begibt, 50 m oder mehr herum tapst, sich dann an einem Menschen als Ersatz „orientiert“. Daraus resultieren ungewöhnliche Prägungen. Wessen Katze holt einen verdruckten DIN A-Bogen mit Kopfsprung aus dem Papierkorb, legt ihn glatt auf den Boden und sagt: „Da, mach mir einen Ball“? Steht als Keeper im Tor - apportiert? Oder kriegt beim Anblick des gepackten, offenen Koffers … ne ganz andere Krise? „Sie will ooohne mich verreisen!“

    Ja, ausnahmsweise, großes Geburtstagsfest, lange Fahrt und Sarah hochschwanger. Och, mit drei Jungs im Bauch kann man noch locker vom Balkon fliegen, sich in undurchdringlichem Brombeer-Gestrüpp verschanzen. Nämlich exakt soo lange, bis Hotelzimmer und die Reise an dem Tag storniert sind.

    „Hochzeit“ eher meine Idee, um ihre Instinkte zu stärken. Katze, die Angst vor Mäusen hat, ist a bisserl seltsam? Aber gut, wenn eine junge Mutter gelernt hat, aus dem Glas zu trinken. Ihr im „Kindbett“ Wasser und Futter angereicht. 24 Stunden blieb sie nonstop bei den Kleinen, dann war ich plötzlich und definitiv „Oma“. Rigorose Aufsichtspflicht. So entstand die „Wanderkiste“. Neugeborene im Büro, Küche und Wohnzimmer. Falls einmal vergessen, wollte Mama sie über den Garderobenständer mit waghalsigem Sprung auf den fast deckenhohen Kleiderschrank in Sicherheit bringen. Oder war beim Couch-Nickerchen erst zufrieden, wenn ihre Jungs und sie auf meinem Bauch lagen. Nachts zu fünft mit den Zwergen im Bett gewöhnungsbedürftig. Mensch dreht sich nur um, Baby erdrückt?

    … Aber dann verstanden, was Sarah Sorgen bereitete. Überarbeitete am Rechner einen Buchtext, sie stillte neben mir in der Wanderkiste die Jungs, als „etwas“ draußen fürchterlich schrie. Wir stürmten gleichzeitig los, Sarah nahm’s Fenster, ich die Gartentür. 😉 Kater hatte einer anderen Mutter ihr Junges aus dem „Nest“ geklaut. Löwenmanier, man muss den Nachwuchs des Konkurrenten töten, um seine eigenen Gene fortpflanzen zu können. Dieser Typ nur sehr schlechte Karten, ahnte ja nicht, dass sie auf Zuruf kooperierte. „Lauf unten herum, schneid ihm den Weg ab, treib ihn zu mir!“ So eingekesselt ließ er’s unversehrte Kleine fallen und türmte.

    Ganz nebenbei ging meine Rechnung auf: Früh verwaistes Kätzchen fand seine Instinkte wieder.


    Falls erwünscht, könnte ich die Fortsetzung liefern, bei der Blanche mitten in der Nacht abenteuerlich aus einem 10 Meter tiefen Getreide-Silo gerettet wurde (Sarah - hatte genug Milch - adoptierte das Baby) und meine „Hunde-Katze“ auf Wunsch die geflüchtete „Urlauberin“ Lissy nicht zur zurückbrachte, ihr auch einen heftigen „Verweis“ erteilte. 😉

    Kann gut schreiben, klar, aber dass die erlebten Tiergeschichten ein Herz „zum Schmelzen bringen“, sagte mir noch niemand, macht mich nachdenklich. Kommt wohl genau da an, wo ich selbst bin? Danke Carol

  • Henrika, deine Geschichten bringen mir wirklich ein Lächeln ins Gesicht! Die Art, wie Sarah dich aufgenommen hat und wie ihr zwei so eine besondere Bindung habt, ist einfach wunderschön. Ich liebe es, von der Pflege der Kätzchen zu hören und wie Sarah immer auf sie aufpasst. Kann es kaum erwarten, noch mehr von deinen Abenteuern mit ihnen zu hören!


    :super:

    Ein Haus ohne Katze ist nur ein Haus und kein Zuhause 8)

  • Na gut, hast mich überredet. 😉

    Sarahs Kinder sind (drei Wochen) auf dem „Avatar“, einziges gelungenes Photo. Wenig später konnten sie laufen, erhielten den Spitznamen „die Büffel“, weil sie ab halb fünf morgens rauf und runter durch den langen, gefliesten Flur galoppierten, es sich wie Hufe-Geklapper anhörte.

    Nachdem ich einmal fast die kostbare Wurzelholzkommode meiner Großmutter zersägte, weil Marcello von hinten bis in die oberste, flache Besteck-Schublade kletterte - hätte ihm beim Öffnen den Kopf abgerissen - und ich wegen Serafino die Küchen-Unterschränke komplett abbauen musste, wurde ein stündlicher (!) Appell eingeführt: „Alle noch da? Gut.“

    … Gerade erst anderthalb Monate alt, kam Lissy. Nämlich beim Vermitteln von Fundkätzchen versprochen, sie immer zu nehmen, wenn ihre Herrchen/Frauchen in Urlaub etc. wollten. Lissy reiste mit großem Gepäck an. Die Büffel fasziniert vom überdachten Klo, jeder wollte sofort einmal rein pinkeln. 😉

    Nebenbemerkung: Diese Vermittlung ging „über Bande“, Tierarzt fragte nach einem Kleinen, hätte es selbst den Leuten, speziell der recht hysterischen Frau, nicht gegeben.

    Jedenfalls war Lissy nach so kurzer Zeit dort - als Wohnungskatze - schon total verstört. Und am zweiten Tag durch’s für Mama Sarah angelehnte Schlafzimmerfenster getürmt. Wir, Suchtrupp bestand aus einem Dutzend verwilderter Katzen, Sarah und mir, klapperten stundenlang das Gelände ab: vergeblich. Gegen Mitternacht mit Sarah gesprochen. „Du kannst unter jedes Dornengestrüpp, ich nicht. Geh bitte noch einmal los, bring Lissy zurück.“ … Um zwei klopfte sie ans Fenster, schien alleine zu sein. Von wegen! Ein paar Meter weiter saß Lissy artig vor der Gartentür. 😉 Nämlich buchstäblich „zusammengefaltet“ (ihr Gesichtsausdruck). Keine Ahnung, was ihr Sarah - die Lissy nicht mochte ! - erklärte, das Tierchen wie ausgewechselt.

    Tagsüber, musste ja arbeiten, lag sie auf meinem Schoß im Büro, abends durfte das Mädel mit den Büffeln ne Weile nach draußen, kam stets als erste, wenn ich rief. Beim Abholen fragte der Besitzer sofort: „Wie haben Sie das denn geschafft, unsere Katze ist so ausgeglichen?!“ Er hätte sich an Sarah wenden sollen. 😉


    … Kurz darauf, Mutter und Söhne schliefen, hörte ich nachts, normaler „Kontrollgang“ über den Hof, ein leises Wimmern: Katzenbaby war von oben ins leere Getreidesilo gefallen. Zurück gerannt, alle Bettlaken aus dem Schrank gezerrt, sie verknotet - keine Chance. Kätzchen wollte sich nicht daran festhalten. Den weiter entfernten, befreundeten Nachbarn angerufen, ihm die Situation erklärt. „Ich komm, bringe ne lange Leiter mit. Wie spät ist es eigentlich?“ „Halb drei.“ - „Ach so. 😉 Selbst Landwirt wusste er, wie man vom Stall aus das Silo öffnet, gab ihm eine Korbtasche. Er kletterte rein, auch von dort noch etliche Meter tief, kam nach einer Weile hoch. „Hast du sie?“ - „Ja, wenn du möglichst die Tasche zu lässt!“

    … Es gibt ein Drama von Bernanos über Nonnen, die während der Französischen Revolution hingerichtet wurden, daher gab ich ihr den Namen Blanche (von der Todesangst Christi). Offenbar passend, denn sie blieb „panisch“. Trotzdem für Blanche das ideale Konzept, wieder eine Mutter zu haben, die sie gerne stillte, und gleich drei Brüder.

    Pointe? Irgendwann eine Anzeige geschaltet: „Blanche sucht liebevolle Adoptiveltern, die ihren unsanften Sturz ins Leben abfedern.“ Es meldete sich nur ein Ehepaar. Blanche - mühsam eingefangen - im Korb auf dem Wohnzimmer-Tisch. „Wir müssten sie aber mal sehen?“ - „Nein! Bitte nicht aufmachen!“ Zack weg. Wir robbten zu dritt durch die Wohnung. Kätzchen wieder im Korb, Pipi lief raus, dann roch’s nach Stinkerle. Frau zweifelt, Mann sagt: „Liebling, du willst doch eigentlich keine Katze, sondern eine Aufgabe?“ - „Stimmt! Wir nehmen sie.“ Setzt sich im Wagen das „undichte Katzenklo“ mit Inhalt auf den Schoß, lacht: „Muss ich jetzt mal aushalten.“

    Ganze zwei Wochen hockte Blanche hinter’m Kühlschrank, holte sich nur nachts Futter. Dann war der Bann gebrochen, sie Familien-Mittelpunkt. Email? „Komme nach Hause, mein Mann liegt mit ihr auf der Couch, sagt: ‚Entschuldige Schatz, konnte dich unmöglich anrufen, hätte sie ja geweckt‘.“ 😉


    … Eine Geschichte geht noch? Ne Weile vor den Büffeln, Sarah erst ein halbes Jahr alt. Lidödem durch Katzenschnupfen, teure Medikamente, außerdem täglich Augentropfen/-salben. Mäuschen ließ es sich gefallen, nur verschwanden ihre Augenmittel permanent. Einmal steckten sie zwischen den Duschhandtüchern im Regal, dann will ich meine Schuhe anziehen: Fläschchen drin. Weihnachtseinladung, vom Schwarzwald aus lange Fahrt bis zum „Niederrhein“. Kein Problem, Klöchen vor’m Beifahrersitz, Futter auf der Rückbank. Großer Empfang draußen - Sarah plötzlich weg. Hatte eine gewisse „Ahnung“, fand meine kluge Katze im Bad, erster Stock. Augentropfen der Gastgeberin schon zwischen den Zähnen, sie wollte „das gemeine Zeug“ verstecken. Hunde können gut riechen, weiß man - aber wieso rennt ein Kätzchen schnurstracks durch’s völlig unbekannte Haus zum Medikament, nimmt spontan an der Tür Witterung auf?

    Vier Monate später, konnte Sarah doch überlisten, zum 60. Geburtstag nach Münster, riefen mich ihre Babysitter, die total aufgelösten Nachbarn im Hotel an. Ganze Familie suche seit Stunden. Tropfen hätten auf der Anrichte gestanden, seien nicht mehr da. 😉 Später unter’m Kühlschrank entdeckt.


    Soweit heute. „Rebecca tanzt“ wäre noch eine tragisch-schöne Geschichte? Übrigens ist mir alles so gut in Erinnerung, weil ich jede Episode aufschrieb, ne Art „Tier-Tagebuch" führte.

    Herzliche Grüße

    Henrika

  • Weißt du, Henrika, du solltest wirklich darüber nachdenken, ein Buch über all deine Katzen zu schreiben! Diese Geschichten sind so lebendig und voller Charakter, ich bin mir sicher, es wäre eine Freude für andere, sie zu lesen. Ich kann kaum mit all den Namen mithalten – es gibt so viele Katzen, und jede scheint ihr eigenes kleines Abenteuer zu haben. Es ist wie eine ganze Welt voller pelziger Persönlichkeiten! Ich bin neugierig, wie viele Katzen du jetzt hast? Es scheint immer etwas mit ihnen zu passieren. Ich wette, es gibt noch viele wunderbare Geschichten, die noch nicht erzählt wurden!

    Übrigens, wenn es okay ist zu fragen, was machst du beruflich? Es scheint, als hättest du schon ein so erfülltes Leben, ich würde gerne mehr erfahren!


    ^^ ^^ ^^

    Ein Haus ohne Katze ist nur ein Haus und kein Zuhause 8)

  • Muss Dich enttäuschen, liebe Carol: Die Buch-Idee ist ein „alter Hut“. Wurde schon so oft dazu aufgefordert. Kannst gerne ein paar tausend Dateien durchforsten, daraus etwas machen. 😉 Ich war selbst bis zur Rente Lektorin bei einem wissenschaftlichen Verlag, weiß, dass es nicht zu schaffen ist. Einige Geschichten, hier noch nicht erzählt, wurden allerdings unter Pseudonym im Internet veröffentlicht.

    Das komplett Verrückte, hatte es mehr als 30 Jahre vergessen, war eine Begegnung am Strand, nahe St. Tropez. Musste dort mehrere Tage bleiben, mich versorgen lassen, schlimmer Sonnenbrand. Offenbar die ganze Zeit von einem Mann beobachtet, der mich schließlich ansprach: „Mademoiselle, ich gebe Ihnen sofort vier junge Tiger zur Dressur. Sie können das. Glauben Sie mir bitte, so etwas sehe ich!“ Ihn abblitzen lassen: „Tiger gehören nicht in den Zirkus, sondern Dschungel. Würde sie dorthin zurückbringen.“

    Fiel mir erst wieder ein, als die verwilderten Tiere jedes Wort verstanden. „Paulchen, Rodrigo, ihr kommt sofort vom Baum, lasst Annabelle zufrieden!“ (bis in die obersten Äste gescheucht) - „Okay, Chefin, wir sind doch schon hier.“ - „Das Schälchen gehört der Verletzten, niemand macht ihr mehr’s Futter streitig, klar?!“ - „Ja natürlich.“ 😉 Konnte’s selbst nicht glauben, vom Fenster aus beobachtet, wie’s Mobbing schlagartig beendet war.

    Wobei’s Rudel selbstverständlich zwei lange Jahre kontinuierlicher Versorgung brauchte, um mir den Titel „Clan-Chefin“ überhaupt zu verleihen. Och es gibt „Forschungsberichte“ von Biologen über verwilderte Populationen. Nur gehen die ein-, zweimal pro Woche hin, machen sich Notizen, leben nicht mit den Tieren.

    Wenn ich in den Wald wollte, kamen alle (!) mit. Die Mädels liefen neben mir her, schnatterten ununterbrochen, erzählten von den Missetaten der Kater. Mussten aber oben am Waldrand gleich in die allerletzte „Reihe“. Gruppenhierarchie. Pause auf einem Baumstamm. Es bildeten sich „automatisch“ mehrere Halbkreise. Rudelbosse auf dem Stamm, dahinter je nach Durchsetzungsfähigkeit die Kater, ganz zuletzt, unterste Kategorie „ihre Frauen“.

    So etwas wird nicht dokumentiert, bzw. niemand sieht es. Lange gesucht: keine Parallele zu Füchsen/Fähen gefunden. Zum Greifen nahe. Wenn verwilderte Katzen sicher sind, ihren täglichen Bedarf an Futter zu bekommen, müssen sie sich nicht mehr wahllos „reproduzieren“. Statt vier Würfen pro Kätzin und Jahr nimmt nur noch eine stellvertretend auf.


    … Gut, wollte von Rebecca erzählen, pechschwarz, mich - kam öfter vor - im Geschlecht geirrt, sie war ein Kater. bzw. ein verwildertes Katerkind, das zum Spielen oft in die Wohnung platzte, hingebungsvoll Sisalbälle auf den Hinterpfoten balancierend tanzte. Ein Traum bzw. ne exquisite Ballett-Vorstellung.

    Bis zum tragischen „Absturz“. Morgens Klagen vor’m Schlafzimmerfenster: Verletzung unmittelbar im linken Pfotengelenk. Bei der Heuernte ins Mähwerk geraten. Wir rasten zum Tierarzt, Operation würde dauern, solle Rebecca später abholen. Ja, so richtig prima: noch drei Beine. „Man kann bei Katzen nicht anders amputieren, nur am Schultergelenk!“ Oder einfach gar nicht amputieren, die Wunde behandeln?? 😡 Bin auch 20 Jahre später noch zornig.

    Musste zunächst eben ihr Aufwachen daheim begleiten, hatte einen Pflegefall. Es war grauenvoll mitzukriegen, wie der kleine Kater namens Rebecca versuchte, sein Gleichgewicht zu finden, dauernd umfiel. Unmöglich, ihn so in die Wildnis zu schicken. Eines Tages hatte er/sie es geschafft, griff sich den nächsten Sisalball und tanzte … auf nur einem Bein.

    Ups, Doc verlangte für seine Buchführung einen männlichen Vornamen. Aussichtslos, er/sie wollte Rebecca heißen. Vielleicht schon lange „queer“, bevor der Begriff aufkam? 😉


    … Gut möglich, Deine Frage, dass es wichtig ist, die Persönlichkeit eines Tieres zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Sarahs Söhnchen Marcello zum Beispiel „der Systematiker“. Immer ein (von der Spiegelablage geklautes) Q-Tipp lässig im Mundwinkel à la Humphrey Bogart’s Zigarette. Jetzt war ihm das Ding unter die Wohnungstür gerutscht. Er stürmte ins Büro: „Kannst du mal schnell kommen, helfen?“ Tür geöffnet, Wattestäbchen ausgehändigt. Der Beginn einer nervenden Serie, wo immer er seine „Zigarette“ verbummelte. - „Marcellino, ich schwör’s dir, sie ist nicht unter der Wohnungstür!“ - „Machst du die bitte trotzdem auf, damit ich’s selbst sehe?“ … „Ookay. Na gut, hol mir ne neue, weiß ja, wo sie sind.“ 😉


    … Zur Frage nach den jetzigen, stand mal ganz oben im Thread: Es sind sechs, und nicht meine. Halb verhungert im November zugelaufen, betrachten mich seitdem als Imbissbude und „Hausärztin“ in Personalunion. Wenn ich morgens um 4.40 Uhr! die erste „Currywurst“ servieren soll, ohne selbst mal am Kaffee genippt zu haben, vergeht mir gelegentlich der Humor. Aber, Erfahrungswert, nur so entwickelt sich Freundschaft. Muss mir oft anhören, völlig „unter dem Pantoffel“ zu stehen. Fehlanzeige, Katzen knüpfen ihr Vertrauen an permanente Bereitschaft. Wenn die sehr, sehr lange nicht einbricht, du ihnen immer „gehorchst“, sind sie an deiner Seite.

    … Als 2009 Jakob verschwand - wie sich später herausstellte, entführt und ermordet - ich ihn sogar über’s regionale Radio suchen ließ, überall TASSO-Plakate aufhängte, sagte mir die Vorsitzende des Tierschutzvereins: „Der kommt doch wieder, meine Katze war drei Wochen weg, lag plötzlich im Gästezimmer!“ Fremde Welt. Niemals wäre eines „meiner“ Tiere selbst vom kürzesten Ausflug zurückgekehrt, ohne sich sofort bei mir zu melden. „Bin wieder daha!“

    Jakob versehentlich tagelang irgendwo auf einem Hof eingesperrt, bis der Bauer den Schuppen wieder öffnete. Katerchen schleppte sich direkt nach Hause, kam ins Büro, brach vor meinen Füßen zusammen. Ihn auf’s Bett gelegt, Wasser, Futter offeriert: beides verweigert. Tierarzt angerufen. „Klar, er ist völlig dehydriert, braucht dringend Infusionen. Morgen früh um acht, stationär.“ Nächste Quizfrage oder keine wegen der sensiblen Katzenohren? Warum verstehen sie ohne Lautstellung, worüber geredet wird? Jakob verputzte, kaum den Hörer aufgelegt, drei Portionen nacheinander, trank einen „Eimer“ Wasser, strahlte mich an: „Muss doch morgen nicht ins Krankenhaus?!“ 😉

    … Sarah überbot die „Spionage“ allemal. Mehr als unangenehmes Gespräch mit einem privaten „Katzenschutz“-Klub, fiel auf’s Bürobett, weinte. Sie sprang hinzu, wischte mir ganz vorsichtig mit der Pfote die Tränen aus dem Gesicht.

    Etliche Wochen danach die „Dame“ zu einem Versöhnungsessen eingeladen. Es klingelte, Marcello und Sarah „bei Fuß“ - beide schneller weg, als man gucken konnte. Sie rannte zur Gartentür: „Lass mich raus, mit der bleibe ich keine Sekunde unter einem Dach!“ Söhnchen pinkelte vor die Musikanlage, nie vorher oder nachher getan. Seine Mutter hatte ihn offenbar informiert, der Kleine war ja während des Gesprächs gar nicht anwesend. 😉 Völlig durchgeknallte Situation. Hätte auf meine Bodyguards hören sollen, dann wären mir noch schlimmere Erfahrungen mit diesen Leuten, denen es nie um das Wohl der Tiere ging, erspart geblieben.

    Um die Ungeheuerlichkeit richtig einordnen zu können, wäre hinzuzufügen, dass die Frau regelmäßig bei uns ein uns aus ging, besorgte mir immerhin üppige Futterspenden für’s verwilderte Rudel. Sarah kuschelte mit ihr, hockte beim Essen auf ihrem Schoß. Plötzlich diese krasse Abwehr nach dem Telefonat, als wüsste sie genau, mit wem ich sprach. Und Marcello zog mit. Da geht’s wohl um „seismographische Antennen“, von denen wir uns kein Bild machen können?


    … Lebende Katzen hier sind versorgt, gute Nacht

    Henrika