Der Jagd-Spieltrieb der Katze

  • Der Jagd-Spieltrieb der Katze


    Hinter unserer Schmusekatze verbirgt sich nach wie vor ein Raubtier, deshalb muss sie ihren Jagd-und Spieltrieb ausleben; sei es in der Wohnung oder aber in Freiheit.


    Spielen liegt in der Natur der Katze, um ihre motorischen Fähigkeiten auszubauen. Im Spiel erlernt eine Katze all das, was sie zum Jagen braucht. Neben Wachsamkeit trainiert sie Reaktion, Schnelligkeit und Präzision.



    Katzen jagen unabhängig davon, ob sie ein Hungergefühl verspüren oder nicht. Hunger und Jagdtrieb sind in zwei unterschiedlichen Gehirnbereichen angesiedelt und werden von unterschiedlichen Reizen ausgelöst.









    Dank für die tollen Bilder die uns zur Verfügung gestellt wurden gehen an Whity, Tina, Cool Cat, Goya.

    Und Danke an Ginger, Provinzperlen und Gurke :freunde:

  • Wie lernt eine Katze das Jagen und Töten?


    Wie die Bezeichnung Jagd-Trieb ja schon nahelegt, handelt es sich beim Jagen um einen Trieb, also um ein angeborenes Verhalten/ Bedürfnis der Katze. Daher braucht sie das Jagen auch nicht im herkömmlichen Sinne erlernen und sie braucht auch niemanden, z.B. die Mutterkatze, um es ihr beizubringen .


    Schon ganz kleine Katzen fangen an, sobald sie die Augen auf haben und erste staksige Schritte machen, zu spielen, indem sie nach dem Schwanz der Mutter haschen, nach dem Geschwisterchen oder nach dem eigenen Schatten.
    Muss ein Kätzchen ohne Mutter und Geschwister aufwachsen, wird es anfangen, nach den Fingern ihres Menschen zu haschen, nach den Haaren, einer baumelnden Kette etc.
    All dieses Spielen ist Vorbereitung auf das Jagen und je älter das Kätzchen wird, desto geschickter, zielgerichteter und sicherer werden die Attacken.


    Auch das Lauern wird geübt, indem sich das Kätzchen versteckt und dann z.B. ein Geschwisterchen oder ihren Menschen plötzlich anspringt.


    Dass die Fähigkeit des Jagens angeboren ist kann man auch sehr gut feststellen, wenn man eine erwachsene Katze hat, die nach einigen Jahren Wohnungshaltung Freigang bekommt. Die meisten Katzen werden nach kürzester Zeit draußen Beute machen und Mäuse u.ä. erjagen (und evtl. auch fressen – da aber der Jagdtrieb unabhängig vom Hunger existiert, fressen viele Hauskatzen ihre Beute nicht).


    Trotzdem bringen Mutterkatzen ihren Jungen das Jagen nahe, oder auch ältere Freingängerkatzen jungen Neuzugängen.
    Dazu wird von der erfahrenen Katze ein Beutetier, meist eine Maus, gefangen, aber nicht getötet, und zum Nachwuchs bzw. den Jungkatzen gebracht und vor deren Schnauze freigelassen – so dass diese die nicht mehr so wehrhafte Beute fangen und erlegen können.


    Im Gegensatz zum Jagen muss der angeborene Tötungsbiss entwickelt bzw. erlernt werden. Wie dies genau geschieht, wird von verschiedenen Verhaltenforschern unterschiedlich gesehen.


    Nach dem deutschen Zoologen und Verhaltensforscher Paul Leyhausen braucht es für die Entwicklung des Tötungsbisses neben der Reifung noch eine zusätzliche unspezifische Erregung, die normalerweise durch die geschwisterliche Konkurrenz entsteht. Lt. Leyhausen hat dies nichts mit einem Lernprozess zu tun und bleibt die Zusatzerregung aus, beherrscht die Katze in den meisten Fällen den Tötungsbiss zeit ihres Lebens nicht.


    Lt. Leyhausen steuert die Katze den Tötungsbiss optisch auf den Nacken des Beutetieres. Sollte der Biss nicht exakt sein, beisst die Katze sofort nach, um spätestens mit dem zweiten Biss die Beute zu töten. Durch den Tötungsbiss wird das Rückenmark so stark verletzt oder gequetscht, dass der Tod des Beutetieres eintritt.


    Der britische Zoologe und Verhaltensforscher Desmond Morris spricht davon, dass junge Katzen den Tötungsbiss von ihrer Mutter erlernen müssen. Sie üben an der noch lebenden Beute, die das Muttertier bringt oder die sie ab einem Alter von ca. 4 Wochen auch schon selbst fangen.


    Der Tötungsbiss geht lt. Morris folgendermaßen vonstatten: Sofort nach Fang der Beute dreht die Katze ihren Kopf in die geeignete Stellung und die Beute berührt die Rezeptoren an den Lippen der Katze, wodurch sich der Kiefer öffnet. Hierauf reagieren Rezeptoren im Mund und lösen den Tötungsbiss aus. Dieser geschieht, indem die Fangzähne zwischen die Nackenmuskeln des Beutetieres gleiten und die Wirbelsäule durchtrennen, was den unmittelbaren Tod des Beutetieres zur Folge hat.

    Liebe Grüße
    Frauke mit Fina, Rasmus, Roland und Scotty


    Denken müssen wir ja sowieso, warum dann nicht gleich positiv?



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  • Warum spielt eine Katze manchmal mit dem Beutetier, bevor sie es tötet?


    Es gibt 3 Formen des Beutespiels die von Ihrer Form her getrennt werden können aber auch ineinander übergehen können.
    Die erste Form ist das gehemmte Spiel. Die Katze schleicht sich an Ihre Beute an, belauert sie dann manchmal sehr lange aus einem gewissen Abstand, um Sie dann mit der Pfote anzutapsen. Nach diesem Spiel hüpft die Katze weg von der Beute oder sie wirft sich auf die Seite und putzt Ihre Pfoten an der Innenseite.
    Dieses Spiel kann einen Faktor beinhalten, der eine innerliche Ursache hat. Bei jungen Katzen ist der Instinkt, die Beute zu fangen, noch nicht ausgereift. Und bei älteren Katzen ist ein Fang der Beute mit tödlichem Biß eine erfolgreiche Jagd und wenn sie keinen Hunger verspürt dann spielt sie mit der Beute.
    Der andere Faktor ist die äußerliche Ursache. Dazu kann es kommen, wenn die Katze sich in einer ungewohnten Umgebung befindet, sich durch Geräusche und Bewegungen erschrickt oder sich ihren Artgenossen unterlegen fühlt. Es kann aber auch sein, dass sie mit einem ungeniessbaren Beutetier z.B. eine Spitzmaus, sehr lange spielt, weil sie die Maus gar nicht frißt.

    Die andere Form ist das Stauungsspiel. Es wird von Katzen gezeigt, die längere Zeit keine echte Beute mehr gemacht haben. Die Katze spielt dann mit dem Objekt, es wird hochschleudert und wieder gefangen, mit den Zähnen gepackt und spazieren getragen oder mit den Tatzen wie ein Ball vor sich her geschubst. Das alles wird mit sehr viel Zeit und mit noch mehr Aufwand betrieben. Und auf Tötung der Beute kann man sehr lange warten und dieses Schauspiel kann für uns Menschen als Zuschauer ziemlich grausam sein.


    Und die letzte Form ist das Erleichterungsspiel. Dazu gibt es im nachfolgendem Text nähere Informationen.





    Viele Grüsse von Marion mit Charles, Kris, Neraki, Milo und unserem Engel Gremlin. <3

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  • Wie geht die Katze mit ihrer gefangenen Beute um?


    Anschleichen - Lauern - Angreifen – Fassen der Beute und letztlich...der Todesbiss!


    Nur wenn die Katze sehr ausgehungert ist, frisst sie ihre Beute sofort. Das trifft bestimmt eher auf verwilderte Katzen zu, die sich nicht täglich an dem bereit gestellten Napf in ihrem Heim bedienen können.
    Wenn sie aber nicht ausgehungert ist, wendet sich die Katze zunächst nach geglückter Jagd von ihrem Fang ab. Sie lässt ihre Beute einfach liegen. Kein Interesse? – mit Nichten. Sie geht ein Stück davon weg, schnuppert etwas am Boden und beginnt sich zu putzen. Dieses Verhalten dient dazu, die Spannung der vorausgegangen Jagd abzubauen, sich wieder zu beruhigen. Erst danach kehrt sie zu ihrer Beute zurück und trägt sie umher. Wie ein Ritual wiederholt sie das Ablegen, Weggehen und Umhertragen, bis sie sich letztlich wieder ganz beruhigt hat. Erst dann bringt sie den Fang zu einem ruhigen Platz mit guter Deckung, wo sie frisst. Oder sie bringt sie als Geschenk zu ihrem Menschen und legt sie dort ab. Der Mensch sollte die Katze auf jeden Fall für ihre erfolgreiche Jagd und das Geschenk loben, auch es ihm häufig sehr schwer fällt.
    Der Verhaltensforscher Paul Leyhausen bezeichnet dieses Verhalten als „Erleichterungsspiel“, welches hauptsächlich nach dem Töten von sehr wehrhaften Beutetieren vollzogen wird.



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    Grüße von Eva :freunde:

    Polly und Paule im Herzen!


    Höre nie auf anzufangen und fange nie an aufzuhören. - "Cicero"

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  • Das Springen


    Katzen können aus dem Stand zu allen Seiten springen und das bis zu fünfmal so hoch wie ihr Körper misst.
    Ihre starken Hinterbeine ermöglichen es ihr, mit einem Satz bis zu 3 Meter hoch zu springen, dadurch kann sie das 15-fache ihrer eigenen Körperlänge überwinden.
    Beim Springen geht die Katze zuerst in die Hocke. Dadurch werden die Gelenke in den Hinterbeinen angewinkelt, um sie danach direkt wieder auszustrecken.
    Wenn das Sprungziel in angemessener Reichweite ist, springt sie weit genug, um mit ihren Hinterbeinen als Erstes wieder aufzukommen.
    Sollte das Sprungziel aber zu weit sein, zieht die Katze sich mit ihren Vorderpfoten mit einem Klimmzug daran hoch.






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  • Das Lauern


    Das Lauern gehört bei der Katze zum Beutefang, da sie auf ihren Zehen (mit eingezogenen Krallen) läuft ist sie ein Leisetreter und kann sich geräuschlos anschleichen, was zum Beute fangen ideal ist.
    Sie verharrt nach dem Anschleichen in geduckter Haltung und fixiert dabei ihre Beute. Sie kann stundenlang bewegungslos in dieser Haltung, z.B. vor einem Mauseloch, sitzen um sich die Beute direkt zu packen, wenn sie sich zeigt.




  • Was hat das aufgeregte Schnattern der Katze mit ihrem Jagdtrieb zu tun?


    Viele von uns kennen es. Die Katze sitzt vor dem Fenster und fängt auf einmal an wie wild mit dem Schwanz hin und her zu schlagen und dabei schnattert sie.
    Das Schnattern ist das Nachahmen des Tötungsbisses und ein reines Frustverhalten der Katze, weil sie jetzt nicht an ihre Beute heran kommt.
    Bei jeder Gelegenheit wird der ausgeprägte Jagdinstinkt ausgelebt.



    Schnatternde Katze Cackling cat