
Meine Cindy geht ja wie oben erwähnt nach draussen..
Ich möchte hier einmal aufschreiben, was mich dazu führte, eine 9 jährige langhaarige Wohnungskatze die das Draussen ja nicht kannte und somit wohl auch nicht vermisst haben kann, dennoch rauszulassen. Ich hoffe, das wird nicht zu lang.
Cindy, lebte bis vor 3 Jahren, mit ihren zwei Töchtern, bei einem älteren Herrn, der eine kleine Wohnung in der Innenstadt von Hamburg bewohnte, also da konnte sie beim besten Willen auch wirklich nicht raus. Sie zog nach der Wohnungsräumung ihres Exdosis zu meinen Kindern in deren Familie, mit 2 weiteren Mietzen und einem großen Hund. Hier war sie nie richtig glücklich, der Hund war ihr immer ein " Grauen" und sie zog sich sehr in sich zurück. Ich hab sie bei meinen regelmässigen Besuchen dort, nie richtig wahrnehmen können, sie war fast immer "unsichtbar.."
Meine Schwiegertochter und auch mein Enkel erzählten zwar öfters von ihr, auch dass sie nicht stubenrein sei, aber das führten alle auf ihr Trauma der Vernachlässigung über Jahre, in ihrer letzten Unterkunft zurück und so folgten Versuche die Katze stubenrein zu bekommen, mit Bachblüten und als das nichts half, mit Beruhigungsmitteln vom Tierarzt. Eine Katzenpsychologin wurde zur Rate gezogen, die riet, das Haus so zu gestalten dass Cindy zwar immer dabei sein kann, aber sich immer auf erhöhten Plätzen in Sicherheit fühlen könne. Durchgänge die mit Möbeln verstellt waren wurden geräumt, meine Kinder haben meiner Meinung nach, alles getan was ihnen möglich war, um der Katze gerecht zu werden..selbstverständlich ist der Hund katzenverträglich und schon aufgrund seiner Größe den flinken Pfoten der Mietzies garnicht gewachsen, aber ich schweife ab.. 
Am 16 März letzten Jahres, verstarb meine über alles geliebte Melody, das letzte Kind der Cindy, welches leider schon an HCM erkrankt, nach der oben besagten Räumung, zu meinem Mann und mir zog. Ich war so untröstlich und konnte es trotz der langen Behandlung die die Melody immer so tapfer über sich ergehen lassen hatte, nicht glauben.. war so geschockt, als es dann plötzlich so schnell mit ihr zuende ging, dass ich dachte ich will nie mehr einem Tier ein Zuhause geben..
Da kam dann mein Sohn und fragte, ob wir nicht die Cindy aufnehmen könnten, sie würden nicht mehr wissen, wie sie ihr helfen könnten..nur auf Probe, sollte der Versuch bei uns gestartet werden, um zu sehen, wie sie sich hier verhalten würde.
Ich war sehr skeptisch, Cindy glich der Melody fast aufs Haar, nur in der Größe war sie ihr überlegen und ich war noch immer so traurig..Dennoch, oder gerade deshalb, wie man will, zog sie also zu uns, die Cindy, die ich zuerst nicht ohne Tränen in den Augen betrachten konnte, die ich die erste Zeit hier immer Melody, äh...Cindy nannte.. die mir trotzdem so fremd war und die vom ersten Tag an, hier wie endlich angekommen wirkte..
Sie stieg aus ihrer Schlafhöhle, guckte sich sofort alles an und bestimmte sie wohnt ab jetzt hier.
Sie war nicht stubenrein, das stimmte, zumindest zuerst, benutzte sie die Badewanne als großes Klo und auchmal den Badewannenvorleger, aber seit sie dann irgendwann im Frühling einmal hinter mir her gelaufen kam, weil ich in den Garten ging und nicht aufpasste, war sie stubenrein. Sie liebte es vom ersten Tag an, als ich mich noch so erschrak, weil sie plötzlich hinter mir stand ,in IHREM Garten zu sein. Sie blühte förmlich auf wie eine kleine Rose, die immer zu wenig Licht bekommen hatte und so hab ich sie dann nach und nach auch ohne meine Begleitung in den Garten gelassen..
Inzwischen unterscheidet eigentlich nur das lange Fell sie von anderen Freigängern, denn sie geht selbstverständlich auch auf Mäusejagd und das mit recht ordentlichem Erfolg. Sie hat sich ihr Revier hier wie alle Freigänger "erkämpft", was ich niemals von ihr erwartet hätte und ist nun hier stolze "Inhaberin" eines großen Gartens und dem Rest des Grundstücks mit angeschlossenem winzigem Waldstück.
Seit sie nach draussen geht, ist sie eine muskulöse Katze geworden, sie unheimlich gut springen und klettern kann, sie konnte zuerst nichtmal auf einen Baum klettern, hat das aber ganz allein selbstständig erlernt. Sie ist unheimlich schnell geworden was das Laufen betrifft . Sie frisst seit dem gut, hat endlich richtig Appetit.. und sie mäkelt auch nicht mehr herum am Essen wie früher, als meine Schwiegertochter dauernd bemüht war ihr ein Futter vorzusetzen was ihr schmeckt.
Alles in Allem , würde ich sie heute nicht kennen, ich hätte nicht gedacht, dass es sich bei ihr um die selbe Cindy handelt, die einmal zu meinen Kindern kam.. abgemagert, krank, ängstlich und unsagbar verfilzt..und selbstverständlich, ist aus dem "Probemietvertrag" den wir ja zuerst mit ihr machten, ein Mietvertrag auf Lebenszeit geworden..
Hier seht ihr sie, in " Aktion" im Herbst, nachdem einige alte Bäume abgesägt worden waren.
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