Der Umgang mit der Diagnose einer chronischen oder sogar tödlichen Krankheit

  • Der Umgang mit der Diagnose einer chronischen oder sogar tödlichen Krankheit



    Wir haben hier im Forum Katzen die an einer chronischen Krankheit leiden, wie bist du mit der Diagnose umgegangen? Dass man geschockt ist und sich damit auseinander setzt ist keine Frage, hinnehmen tust du es nicht.
    Wie ist es, wenn dir gesagt wird, das dein Tier eine tödliche Krankheit hat?



    Dies ist ein Thread, in dem du dir deine Sorgen und Ängste von der Seele schreiben kannst, an manchen Tagen geht man locker mit der Krankheit um an anderen Tagen liegt sie dir schwer auf dem Herzen.


    Lasst uns zusammen darüber schreiben, teilhaben und auch Mut zu sprechen, denn du bist nicht alleine :freunde:

  • Dann fange ich an ...


    Lymphdrüsenkrebs mit verkapseltem FeLV


    Kann ich denn schreiben das die Diagnose tödlich ist die wir vor fast 4 Jahren für Tamino bekamen?
    Ich glaube nicht das sie es jetzt im Moment ist, damals ja da war es eine tödliche Diagnose, da wurde
    mir gesagt das er nur noch höchsten zwei bis vier Wochen zu leben hätte.
    Damit kam ich sehr schlecht zurecht - habe sehr viel geweint und manche hier im Forum werden sich noch gut daran erinnern das ich den Mut verloren hatte, dafür schäme ich mich bis heute.


    Lymphsarkom mit verkapseltem FeLV das war die Diagnose die mich in ein Loch stürzen ließ, das nur noch kurze Leben so angenehm wie möglich zu machen. Das tat weh, hatte ich doch erst meinen Kater an Katzenschnupfen verloren und nun sollte Tamino nicht mehr lange leben.


    Aber er wollte noch nicht gehen - er wollte Leben - er zeigte mir ich gebe nicht auf und ich zeige es allen.
    Bis heute :herzklopfen:


    Jeden Tag denke ich daran das da was schläft was jederzeit ausbrechen kann und ich schreibe nicht nur vom Krebs auch das FeLV, was verkapselt in ihm ruht, kann aufbrechen eine tickende Zeitbombe die alle betreffen wird.


    Er lebt ...er ist "gesund" ...er braucht nur eine viertel Kortison in der Woche ...er lebt.


    Monate nach der Diagnose habe ich es nochmal untersuchen lassen, ich dachte sie haben sich vertan, schaut ihn euch an. Doch auch die zweite Untersuchung brachte das gleiche Ergebnis - es ist und bleibt so.
    Ein "Wunderkater" so wurde er beim Tierarzt bezeichnet und auch der Pathologe sagte es gibt Tiere die Selbstheilungskräfte haben, für manche nicht zu glauben, und er hat sie. Daran halte ich fest!


    An manchen Tagen holt es mich sehr ein und mir wird bange, mein Herz wird schwer ...aber ich würde niemals mehr so versinken wie damals und auch wenn ich für die anderen Katzen irgendwann eine schlimme Diagnose erhalte, wir kämpfen.

  • Ja Minchen das kann ich dir alles sehr gut nachempfinden und ich freue mich sehr darüber, das auch ein Taminchen den Krankheiten so strotzt und so wohl auf ist.
    Auch freue ich mich, das auf deine entsetzliche Traurigkeit, darüber das Tamino so krank ist, eine gewisse Gelassenheit eingekehrt ist und du damit besser umgehen kannst.
    Aber es ist ja auch nichts Verwerfliches, wenn es uns verzweifeln läßt und uns sehr traurig macht, geht es doch um Jemanden, den wir sehr lieb haben. :freunde: :knuddel:



    Mir ging es mit meinem Barim ähnlich, ganz schlimm waren die ersten Jahren, einerseits die Zeit bis man endlich wußte warum es dem Kater so schlecht geht, dann die vernichtende Diagnose HCM, die immer tödlich verläuft... keine Heilung möglich ist... die Lebensprognosen, die einen :bibber: (n) lassen. Ich war oft so voll Sorge um ihn... die ersten Jahre waren richtig schwer...


    Die hinzukommenden Erkrankungen, haben mich zusätzlich immer wieder runtergezogen, Epilepsieanfälle, sogenannte Synkopen bei denen er das Bewußtsein verloren hat...
    ich war jedesmal völlig panisch und jedesmal dachte ich - jetzt geht er - und ich habe mir gesagt, das ich mich nicht so aufregen darf, so verzweifelt sein, weil ich ihm dann gar nicht helfen kann, ich muss ruhig bleiben, da sein, ihn halten...


    und mit der Zeit habe ich es teilweise geschafft mich zu kontrollieren und verhältnismäßig ruhig zu bleiben.
    Jede neue hinzukommende Krankheit hat mich erneut in Angst versetzt, die Schildrüsenüberfunktion, der Blasentumor... die Pankreasentzündung... aber Barim strotzt allen Krankheiten, ich weiß nicht wie sein kleiner Körper das so alles aushält... aber er hält... und ich bin manchmal schon verwundert...
    Vielleicht wird Barim nicht uralt und es war für ihn auch kein so richtig leichtes Leben... aber nun ist Barimchen in seinem 14. Lebensjahr... und das hat niemand erwartet...
    Und was mich ganz besonders freut, das er zur Zeit so ein gutes Lebensjahr hat, er ist so fröhlich, so da, er ist mit den anderen Katzen, er spielt, er mag soviel neue Dinge essen, er hat nach seiner letzten schmerzhaften Erkrankung, der Pankreasentzündung, 1,5 kg zugenommen... :herzklopfen: und oft denke ich, das es mitunter sein glücklichstes Jahr ist... :herzklopfen: Und ich freue mich so!

    Cataleya mit Newton & Leya

    :streichel:
    Habe eure Pfötchen gehalten, eure Köpfchen gestreichelt... eure Herzen mit meinem für immer verbunden...

    Anna, Jakob, Jonas, Lando, Barim, Karlson, Louis, Joshi & Lu

    Einmal editiert, zuletzt von Cataleya ()

  • Du darfst dich auch freuen :freunde: Sovielen Krankheiten strotz er und du hast nicht aufgegeben, das du oft panisch und voller Angst bist/warst das kann ich nachvollziehen ...es werden immer wieder Momente kommen :schnute:


    Man muss ja damit umgehen, man darf sich nicht unter der Decke verkriechen - damit ist niemandem geholfen auch ich habe das eingesehen..du bist toll Iris :knutsch:


    Manchmal ist es die Hilflosigkeit die einen erstarren lässt ...

  • Euch allen Muttis von kranken Katzen wünsche ich viel Kraft. Aus der Erfahrung mit meiner eigenen Krankheit weiß ich, dass man versuchen muss, mit der Krankheit zu leben und sie zu nehmen bereit sein muss. Aber Katzen können nicht sprechen und ich möchte Euch sagen, dass es auch wichtig (aber schwer) ist, den Punkt zu erkennen, wo das Leben für das Tier nicht mehr lebenswert ist, denn wir alle müssen einmal sterben - mal früher, mal später. Der Tod gehört zum Leben dazu und es wäre egoistisch, ein Tier zu halten, nur weil man nicht loslassen kann. Ich weiß von vielen Patienten, die sich Pläne zurecht legen, ab welchem Punkt sie sterben wollen und sie planen dies. Aber sie können das eben auch selbst entscheiden und tragen die Verantwortung. Als Tierhalter ist es noch mal etwas anderes, dennoch ist es zu bedenken, finde ich.

  • Ich fand es am Anfang auch ganz schwierig mit dieser Diagnose bei Linus zu leben ... dass irgendwann seine Nieren ganz versagen werden .. er war ja noch so klein :schnüff: ...


    Wir haben die Diagnose CNI bei Linus mit gerade einem halben Jahr bekommen. Der Prof. in der TK sagte uns, dass er nicht älter als
    2-3 Jahre werden wird ... Das war ganz schwer mit der Info nach Hause zu fahren und quasi darauf zu warten ...


    Bei Linus waren die Nieren nicht ganz entwickelt und teilweise fehlen Teile ganz .. ein Einzelschicksal sozusagen :möp:


    Am Anfang musste ich Zuhause immer weinen wenn ich ihn ansah :schnüff: .. bis mein Mann dann sagte, dass ich nicht immer weinen soll wenn ich Linus sehe .. er merkt das doch .. wir müssen die Zeit genießen die bleibt ....


    Es ging ihm dann eigentlich recht gut und seine Werte waren ganz stabil und ich war mir ganz sicher, dass er doch viel älter werden wird :hach: :daumendrück: Wir hatten alle 3 Monate die Werte testen lassen und diese waren doch recht stabil und wurden nicht schlechter.


    Mit 2,5 Jahren dann hörte sein Herz auf einmal auf zu schlagen .. einfach so und völlig unerwartet :schnüff: ... Der Prof. hatte recht mit seiner Diagnose ....


    Ich bin dennoch sehr froh, dass wir uns seinerzeit im Wurf für Linus entschieden haben und ich hätte mich heute (auch mit dem Wissen) wieder für ihn entschieden. Wir hatten eine so schöne (wenn auch viel zu kurze) Zeit zusammen :herzklopfen: :herzklopfen: :herzklopfen:

  • Wonnielein :tröst: ich fand es auch immer schrecklich mit einem Todesurteil nach hause geschickt zu werden.


    Die Worte der Tä. meist,machen sie ihm/ihr noch eine schöne Zeit. Es ist schrecklich wenn man mit ansehen muß wie die Kräfte langsam schwinden und man weiß es sind nur noch wenige Wochen bis zum Abschied für immer. :schnute:

  • Ja Jutta, ganz schlimm :schnüff:
    Ich hatte da große Angst vor .. ich dachte ja, dass seine Nieren ganz langsam versagen werden ...


    Ich hoffe sehr, dass alle die eine solche Diagnose mit nach Hause nehmen müssen doch noch viel mehr Zeit
    mit ihren Lieblingen haben :daumendrück: :hach:


  • Ich hoffe sehr, dass alle die eine solche Diagnose mit nach Hause nehmen müssen doch noch viel mehr Zeit
    mit ihren Lieblingen haben :daumendrück: :hach:


    Ja Wonnie das hoffe ich auch für jeden. :daumendrück:


    :schnüff: Wir bekamen ja im letzten Jahr die tödliche Diagnose Krebs telefonisch mitgeteilt und Schatzi musste gleichzeitig entscheiden ob wir Salem erlösen wollen, da es schon weit vorangeschritten war. :seufz:

    Der Weise spricht, sieht und denkt objektiv. Der Unkluge hingegen spricht, sieht und denkt subjektiv. (Önder Demir)

  • Ja :schnüff: aber Oli hat es gut formuliert: Wenn das Leben für das Tier nicht mehr lebenswert ist, muss man auch loslassen können. Salem hatte die letzten 2 Tage nur noch unter dem Bett verbracht und die Fellnasen haben sich bei ihr schon verabschiedet.

    Der Weise spricht, sieht und denkt objektiv. Der Unkluge hingegen spricht, sieht und denkt subjektiv. (Önder Demir)


  • Du darfst dich auch freuen :freunde: Sovielen Krankheiten strotz er und du hast nicht aufgegeben, das du oft panisch und voller Angst bist/warst das kann ich nachvollziehen ...es werden immer wieder Momente kommen :schnute:


    Man muss ja damit umgehen, man darf sich nicht unter der Decke verkriechen - damit ist niemandem geholfen auch ich habe das eingesehen..du bist toll Iris :knutsch:


    Manchmal ist es die Hilflosigkeit die einen erstarren lässt ...


    :knutsch: Minchen... ja diese Momente, das weißt du ja auch nur zu gut... das ist leider so wahr Minchen...






    :daumendrück: :daumendrück: :daumendrück: Für Taminchen und Barim,diese tapferen Kämpfer. :knutsch:
    Was so ein kleiner Körper alles aushalten kann :freunde:


    Barimchen knutscht zurück Jutta!




    Der Tod gehört zum Leben dazu und es wäre egoistisch, ein Tier zu halten, nur weil man nicht loslassen kann.


    Das versteht sich von selbst Olivia... ich denke, das die meisten hier ihren Egoismus nicht über das Leben ihres geliebten Tieres stellen würden... leider gibt es immer wieder Jemanden, der das tut....


    Am Anfang musste ich Zuhause immer weinen wenn ich ihn ansah :schnüff: .. bis mein Mann dann sagte, dass ich nicht immer weinen soll wenn ich Linus sehe .. er merkt das doch .. wir müssen die Zeit genießen die bleibt ....


    :tröst: ...
    das kann ich dir sehr nachempfinden Wonnie...


    mir hat auch mal ein sehr lieber TA gesagt, als es meinem Lando so schlecht ging und er nicht laufen konnte, das ich den Kater aber nicht bemitleiden sollte, ihm nicht zeigen sollte wie weh mir das tut, da er das nicht verstehen kann und es für ihn Stress bedeutet und es ihm eher schlechter als besser geht, ich müßte für ihn stark sein, lieb mit ihm sein, aber keine großen Gefühlsschwankungen ihm gegenüber zeigen, da ihn das nur verwirrt.





    So haben wir Alle wohl schon ein- oder mehrmals sehr schmerzhafte Erlebnisse mit unseren Tieren gehabt... es ist immer schwer und wird nie leichter...
    :tröst: Minchen, Jutta, Wonnie, Tina... :freunde:

    Cataleya mit Newton & Leya

    :streichel:
    Habe eure Pfötchen gehalten, eure Köpfchen gestreichelt... eure Herzen mit meinem für immer verbunden...

    Anna, Jakob, Jonas, Lando, Barim, Karlson, Louis, Joshi & Lu

    Einmal editiert, zuletzt von Cataleya ()

  • ... und Iris :tröst: :freunde:
    Ich kann deine Angst um Barim auch sehr gut verstehen und es ist echt
    Wahnsinn was so ein kleiner Körper aushalten kann .....
    Ich wünsche euch noch eine ganz lange gesunde und glückliche Zeit zusammen :daumendrück: :herzklopfen: :freunde: