Wir hatten vor einem halben Jahr die gleiche Situation - eine unserer beiden Wohnungkätzinnen ist mit sieben Jahren urplötzlich verstorben. Obwohl sie mit der zweiten Katze kein so enges Verhältnis hatte, wie Du es bei Deinen Katern beschrieben hast, war unsere achtjährige Kyra nach Alinas Tod wie gelähmt. Nichts schien ihr mehr Freude zu machen.
Und so zog bereits eine Woche später bei uns eine wesentlich jüngere Katzendame (11 Monate) ein. Eine Entscheidung aus dem Bauch und aus dem Herzen heraus. Es hätte schief gehen können, aber es war goldrichtig.
Ganz anders war es bei meinem vor fünf Jahren verstorbenen Freigängerkater, als dessen Lebensgefährtin von uns ging. Der wollte keinen Partner mehr. Zweimal versucht, jedesmal ist er auf und davon nach dem Motto "der/die oder ich!"
Will sagen, bei Freigängern ist die Situation eine ganz andere. Ich würde abwarten und Balou genau beobachten. Ihr kennt ihn am besten und spürt, ob er sich einsam und verloren fühlt. Im übrigen ist es nicht schlimm, einen kätzischen Partner zur Probe aufzunehmen, die meisten Tierheime machen das so, und es ist zwar nicht schön, wenn ein Tier zurückgeht, aber das ist allemal besser als ein Zuhause, das nicht passt.
Ich würde wahrscheinlich - wenn es denn sein sollte - ein etwas jüngeres Tier wählen und eines, das sich leicht und gerne unterordnet. Sonst ist bei einem Katermann in den besten Jahren schnell Stress vorprogrammiert. Auch ein Kitten kann durchaus eine Option sein, wenn Euer Kater noch agil und spielfreudig ist. Im übrigen hat er ja als Freigänger die Wahl, ob er sich den Neuzugang ein bisschen vom Hals halten will oder nicht.
Hört auf Euer Gefühl. Zu raten ist da sehr schwierig. Vielleicht ist es auch so, dass Euer verstorbener Kater den richtigen Hinweis schickt. Unsere Alina hat das getan.