Die Vermutung steht bei uns auch im Raum. Allerdings wüssten wir nicht, wo wir da ansetzen sollten. Wir spielen eine Stunde am Tag mit ihm, clickern täglich, es steht 24/7 ein Laufrad zur Verfügung, es gibt einen Balkon, der von mittags bis abends frei zugänglich ist und er bekommt nach wie vor sein Frettchen, was er bearbeiten kann. Zusätzlich legen wir während unserer Arbeitszeit immer ein anderes Spielzeug parat, womit er sich alleine beschäftigen kann oder Futterbeschäftigungen. Was wir jetzt noch angehen, ist das Training mit dem Geschirr, damit man mit ihm spazieren gehen kann. In den ungesicherten Freigang möchten wir ihn nicht entlassen, weil er dafür zu unsicher ist. Wir schöpfen also alles aus, was uns möglich ist, aber das scheint wohl nicht zu reichen, wenn die Unterforderung wirklich der Grund für sein Verhalten ist.
Ihr wisst aber schon, dass eine Katze plus minus 16 Stunden am Tag schläft - und das auch braucht?
Sorry, wenn ich etwas ironisch frage. Aber was Hunde betrifft, so weiß ich, dass man lange Zeit dem Irrtum aufgesessen ist, dass man die Vierbeiner ständig beschäftigen müsste, damit sie ausgelastet sind. Man hat dabei übersehen, dass auch Arbeitshunde ausgedehnte Ruhephasen brauchen, und dass ein Überangebot an Spiel und Spaß einen Hund völlig überfordern kann.
Ich denke, das ist bei Katzen nicht anders. Und ich stelle jetzt mal ganz ketzerisch die Frage in den Raum: Könnte es sein, dass Euer Charly gar nicht unterfordert ist sondern eher das Gegenteil? Dass ihn Eure gut gemeinten Angebote und Eure Sorge um ihn und sein Verhalten eher stressen?
Er kann ja nun auch anders, das zeigt das letzte Video ja ganz deutlich.