Unterschiedliches Temperament bei Geschwisterpaar

  • Die Vermutung steht bei uns auch im Raum. Allerdings wüssten wir nicht, wo wir da ansetzen sollten. Wir spielen eine Stunde am Tag mit ihm, clickern täglich, es steht 24/7 ein Laufrad zur Verfügung, es gibt einen Balkon, der von mittags bis abends frei zugänglich ist und er bekommt nach wie vor sein Frettchen, was er bearbeiten kann. Zusätzlich legen wir während unserer Arbeitszeit immer ein anderes Spielzeug parat, womit er sich alleine beschäftigen kann oder Futterbeschäftigungen. Was wir jetzt noch angehen, ist das Training mit dem Geschirr, damit man mit ihm spazieren gehen kann. In den ungesicherten Freigang möchten wir ihn nicht entlassen, weil er dafür zu unsicher ist. Wir schöpfen also alles aus, was uns möglich ist, aber das scheint wohl nicht zu reichen, wenn die Unterforderung wirklich der Grund für sein Verhalten ist.

    Ihr wisst aber schon, dass eine Katze plus minus 16 Stunden am Tag schläft - und das auch braucht?


    Sorry, wenn ich etwas ironisch frage. Aber was Hunde betrifft, so weiß ich, dass man lange Zeit dem Irrtum aufgesessen ist, dass man die Vierbeiner ständig beschäftigen müsste, damit sie ausgelastet sind. Man hat dabei übersehen, dass auch Arbeitshunde ausgedehnte Ruhephasen brauchen, und dass ein Überangebot an Spiel und Spaß einen Hund völlig überfordern kann.


    Ich denke, das ist bei Katzen nicht anders. Und ich stelle jetzt mal ganz ketzerisch die Frage in den Raum: Könnte es sein, dass Euer Charly gar nicht unterfordert ist sondern eher das Gegenteil? Dass ihn Eure gut gemeinten Angebote und Eure Sorge um ihn und sein Verhalten eher stressen?


    Er kann ja nun auch anders, das zeigt das letzte Video ja ganz deutlich.

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • Die Auswahl an Beschäftigung ist definitiv abwechslungsreich.


    Paulina hat einen anderen Punkt angesprochen, der natürlich auch sein kann.


    Es gibt leider Tiere die dauerhaft unterfordert sind, als auch Tiere die ständig überdrehen und schlimmstenfalls beides.

    Unsere Norwegerin gehört zu diesen Tieren. Sie interessiert sich für alles und nichts und kommt nur zur Ruhe wenn wir ruhig auf dem Sofa liegen und sie ignorieren.

  • Der Punkt den Paulina angesprochen hat, ist auch nachvollziehbar, allerdings geben wir ihm auch die Ruhezeit. Es ist nicht so, dass wir ihn aus dem Schlaf reißen, um ihn zu beschäftigen. Wir haben feste Spiel- und Beschäftigungszeiten und das wissen sie auch. Ich würde nicht ausschließen, dass wir uns da jetzt einen Kater anerzogen haben, der permanent etwas einfordert, weil er es mittlerweile gewohnt ist.


    Es ist aber auch so, dass mein Freund und ich schon darüber nachgedacht haben, dass sie als Geschwisterpaar einfach nicht kompatibel sind und man sich von einem der beiden oder sogar beiden trennen muss und in verschiedene Haushalte zu vermitteln. Denn mit Titus gibt es die Probleme gar nicht. Möchte Charly spielen und zeigt ihm das ausdrücklich, lässt Titus sich entweder darauf ein und spielt mit ihm oder er geht ihm aus dem Weg und beide gehen dann ihres Weges. Da gibt es das jämmerliche Mauzen von Charly danach nicht.


    Ein anderer Gedanke unserer TÄ war, bei Elly mit Nahrungsergänzungsmitteln zur Beruhigung zu arbeiten, weil sie ja diejenige ist, die Charly willkürlich auf Abstand halten möchte, sobald er nur an ihr vorbeiläuft, ohne sie zu fixieren. Da steht zur Debatte, dass das Problem von Elly ausgeht. Dass sie schmerzbedingt so gehandelt hat, ist nachvollziehbar, aber jetzt ohne Schmerzen wirft es doch eher Fragen auf. Zumal sie ja gelegentlich auch Charlys Nähe zulässt.

  • Es ist aber auch so, dass mein Freund und ich schon darüber nachgedacht haben, dass sie als Geschwisterpaar einfach nicht kompatibel sind und man sich von einem der beiden oder sogar beiden trennen muss und in verschiedene Haushalte zu vermitteln. Denn mit Titus gibt es die Probleme gar nicht.

    Na ja, Kater und Kätzin - das ist oft nicht so die ideale Kombi. Ich kann das leider nicht einschätzen, nur Abneigung kann es ja nicht sein, sonst würden sie sich nicht abschlecken.


    Dass einem der Gedanke kommt, Elly irgendwohin zu vermitteln, wo sie mit einer ruhigen Kätzin zusammenleben oder Einzelprinzessin sein kann, kann ich nachvollziehen. Warum Ihr allerdings überlegt, beide abzugeben, verstehe ich nicht so recht, denn zwischen Charly und Titus läuft es doch gut!


    Ich habe es jetzt nicht mehr auf dem Schirm, ob Ihr schon mal Bachblüten ausprobiert habe, normalerweise bringen die schon einiges.


    Ansonsten denke ich, dass man vor allem auf Elly achten müsste. Wie ist ihr Fressverhalten, schmust sie mit Euch, hat sie Freude am Spielen? Ist sie überwiegend zurückgezogen oder mischt sie sich auch unter die Kater?


    Die Antworten auf solche Fragen könnten einen Hinweis darauf geben, ob Elly woanders vielleicht glücklicher wäre.

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • Ja eben, würden sie sich partout nicht verstehen, würden ja auch schon die Fetzen fliegen und es gäbe vermutlich ernsthafte Verletzungen.


    Den Gedanken, beide abzugeben, haben wir aus dem Grund, dass -sofern Charly wirklich unterfordert ist oder die Auslastung, die ihm geboten wird nicht genügt- Charly vielleicht in einem Zuhause besser aufgehoben wäre, das eine größere Fläche zum draußen flitzen bietet. Eine gute Bekannte hat 400qm abgesicherten Garten, wo ihre Katzen permanent hin können. Womöglich wäre das etwas, womit man Charly eher einen Gefallen tun würde. Denn wenn wir nur Elly abgeben, ändert es ja nichts an der Tatsache, dass Charly evtl. unterfordert ist.


    Bachblüten haben wir noch nicht ausprobiert, wäre auf jeden Fall einen Versuch wert. Wir wollten da erstmal mit unserer TÄ Rücksprache halten, bevor wir ihr etwas geben.


    Elly frisst und spielt wie jede andere Jungkatze. Insbesondere nach der OP ist sie nochmal richtig aufgeblüht und gibt den Katern auch mal eine auf die Nase. Haut allerdings sofort in die nächste Ecke ab, weil Charly könnte ja Kontra geben. Wenn Charly ihr nicht gerade hinterher flitzt, bewegt sie sich frei in der Wohnung und macht sich lang zum entspannen.


    grinsekatzen.de/gallery/image/83772/

    Das war heute Vormittag. Dazu muss man sagen, dass Charly in dem Moment wach war und sie vom Kratzbaum aus beobachtet hat, aber das hat Elly nicht gestört und Charly hat auch keine Anstalten gemacht, auf sie loszugehen. Vielleicht wäre es der richtige Ansatz, das zu belohnen? Wobei ich mir da immer so unsicher bin, weil ich nicht das falsche belohnen möchte, für den Fall, dass er sich im anvisieren bestätigt fühlt 😅

  • Also eine unglückliche Katze sieht anders aus. Vielleicht macht Ihr Euch auch zu viele Gedanken? Vielleicht blüht Elly ja nach dem Zähneziehen noch mehr auf und zeigt den Herren, was eine Harke ist. Sie wird ja auch mit den Jahren älter, stärker und selbstbewusster, da kann sich noch ganz viel verschieben im Beziehungsgefüge. Lasst die drei mal machen. Im Moment sehe ich nicht wirklich Handlungsbedarf.

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • Im Moment sehe ich nicht wirklich Handlungsbedarf.

    Ich würde das genauso einschätzen.

    Klar es gibt vielleicht Situationen, bei denen ihr Elly etwas beistehen müsst/könnt. Und Charly dann in seine Schranken weist, aber ich glaube, dass wir hier noch ganz weit weg davon sind, dass einer ausziehen müsste.

    Liebe Grüße von Pia mit Kasimir, Hazel und Jiji - Kasper ❤️🌈

  • ehrlich gesagt glaube ich das die Situation für euch schlimmer aussieht, als sie für Elly ist.

    Die beiden mögen sich, sonst würden sie sich anders Verhalten.

    Ich denke eher dass das Verhalten zwischen den beiden ritualisiert ist. Bis solches Verhalten abgelegt wurde, wenn es überhaupt passiert, dauert es.


    Ich denke ihr könnt nur versuchen Charly ein alternatives anzubieten und alles entspannter sehen.

  • Wir machen uns da halt Sorgen um Elly, weil es hin und wieder Phasen gibt, wo er wirklich nicht locker lässt und Elly zehn Minuten am Stück faucht und schreit, um Charly vom Leib zu halten. Ich bin da leider leicht Helikoptermutti veranlagt, weil es auch meine ersten eigenen Babys sind :schwaerm:

    Es ist ja zum Glück so, dass Charly sich ablenken und von ihr lösen lässt. Das Rufen klappt immer mal wieder und dann wird auch gelobt. Ich versuche aber mal, mich ein bisschen zu entspannen und das ganze nicht so streng zu sehen. Schließlich überträgt sich ja auch meine Stimmung auf die Miezen.

  • Genau. Die schlauen Biester tun oft genau das, was man glaubt, das sie tun werden...

    Sowohl im positiven als auch im negativen Bereich.


    Deshalb: Bachblüten für alle... :kicher:

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • oder Baldrian für alle :zwinker:


    Ich weiß wie schlimm das wirken kann. Unsere Mädels sind auch manchmal Ekel. Aber wenn man mal Katzen sieht die es ernst meinen, sieht das ganz anders aus. Vielleicht ist es nicht ganz optimal.

    Sind wir ehrlich, wohl jede/r Dosi hat die Vorstellung von Katzen die zusammen kuscheln, sich putzen und friedlich miteinander spielen. Aber das entspricht selten der Realität.

    Das heißt nicht das sich die Katzen dann nicht leiden können. Sie Kommunizieren einfach viel subtiler als wir miteinander.

  • Wir machen uns da halt Sorgen um Elly, weil es hin und wieder Phasen gibt, wo er wirklich nicht locker lässt und Elly zehn Minuten am Stück faucht und schreit, um Charly vom Leib zu halten. Ich bin da leider leicht Helikoptermutti veranlagt, weil es auch meine ersten eigenen Babys sind :schwaerm:

    Es ist ja zum Glück so, dass Charly sich ablenken und von ihr lösen lässt. Das Rufen klappt immer mal wieder und dann wird auch gelobt. Ich versuche aber mal, mich ein bisschen zu entspannen und das ganze nicht so streng zu sehen. Schließlich überträgt sich ja auch meine Stimmung auf die Miezen.

    Das kann ich nachvollziehen. Ich hab ja auch 2 Kater und eine Katze und wenn einer die Katze attackiert, dann ist bei mir auch sofort vorbei :tüte: Das ist von allen die kleinste und die Prinzessin des Hauses, das akzeptiere ich nicht.

    Bei euch ist es ja nochmal etwas anderes, da ihr ja schon Probleme mit solch einem Verhalten von Charly hattet. In solchen Situationen würde ich dann auch eingreifen und ihm Grenzen aufzeigen.

    Aber ansonsten würde ich versuchen nicht alles zu genau zu analysieren, denn das überträgt sich sonst auch auf die Katzen. So lange es immer noch diese Momente gibt, wo sie sich abschlecken usw, ist alles noch im grünen Bereich meiner Meinung nach.

    Liebe Grüße von Pia mit Kasimir, Hazel und Jiji - Kasper ❤️🌈

  • Sind wir ehrlich, wohl jede/r Dosi hat die Vorstellung von Katzen die zusammen kuscheln, sich putzen und friedlich miteinander spielen. Aber das entspricht selten der Realität.

    Das heißt nicht das sich die Katzen dann nicht leiden können.

    Das wünschen sich Eltern von Kindern ja auch, und es ist ganz selten der Fall... Trotzdem hängen Menschengeschwister aneinander, auch wenn es überhaupt nicht so aussieht.


    Bei Tieren ist das nicht anders. Oft merken wir Zweibeiner das erst, wenn ein Tier stirbt. Ich dachte bei unserer Kyra auch immer, dass sie eigentlich nicht viel Interesse an ihrer Mitkatze Alina hätte - bis Alina dann auf einmal nicht mehr da war. Die Trauer war riesengroß...


    Deshalb würde ich an Eurer Stelle wirklich erst mal noch lange nicht daran denken, eine Katze wegzugeben.

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • Deshalb würde ich an Eurer Stelle wirklich erst mal noch lange nicht daran denken, eine Katze wegzugeben.

    Das sind aufmunternde Worte :hach:

    Man geht halt irgendwie alle Eventualitäten durch und oft weiß man selbst gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Bin ja froh, dass ich nicht die einzige bin, deren Prinzessin besonders behütet wird :kicher:

    Mein Freund ist da leider etwas radikal und hat mir da ins Gewissen geredet. Dann springt man natürlich auf den Zug auf, wenn man es selbst nicht besser weiß.