Kater & schüchternen Kater vergesellschaften

  • Hallo alle zusammen,


    Ich habe vor 3 Jahren meinen Kater Paul geschenkt bekommen und leider den Fehler gemacht nicht sofort eine weitere Katze zu adoptieren.

    Nun bin ich durch eine Tierschutzorganisation auf einen super schüchternen und zurückhaltenden Kater aus Polen gestoßen, der mein Herz sofort erobert hat und den ich gerne bei mir und Paul einziehen lassen würde. Paul ist ein sehr lieber und ruhiger Kater, der auch gerne spielt aber in der Regel doch sehr entspannt ist. Allerdings setzt er klare Grenzen … er ist zum Beispiel kein Kuschelkater der gerne getragen wird, wenn er kuscheln möchte dann zeigt er das, wenn nicht eben auch. Er ist schon ein selbstbewusstes Kerlchen.

    Der kleine Carlo hingegen soll lt. Tierschutzorganisation doch sehr schüchtern sein, man könnte es sich allerdings gut vorstellen das es zwischen den beiden klappt.

    Beide sind kastriert, Carlo ist in etwa 1 Jahr alt.

    Nun zu meiner Frage, wie kann ich die beiden am besten anfreunden? Mir ist bewusst das es mich Zeit kosten wird damit Carlo vertrauen zu mir hat. Ich habe nur Angst das eine Vergesellschaftung in die Hose geht weil es zwei Jungs sind.

    Für Tipps wäre ich wirklich dankbar. :)


    Liebe Grüße

    Laura :)

  • Gerade bei zwei Jungs klappt es oft sehr gut.


    Da Paul aber schon einige Zeit allein war, würde ich definitiv mit einer Gittertüre arbeiten.


    Carlo erstmal in einem Raum in Ruhe, am besten für ein paar Tage mindestens ankommen lassen. So kann er sich schon mal im Raum umsehen und sicherer werden. Dann die Gittertüre einsetzen und damit trainieren. Also spielen, füttern, clickern, erst weit weg von der Tür und dann immer weiter annähern. Dabei immer mal wieder Gerüche austauschen, also benutzte Bettchen zum anderen Kater legen.

    Alles positive viiiiiiieeeeeelllll loben.

    Und sobald beidd mindestens ruhig, am besten freudig sich am Gitter begegnen, dann die beiden zusammen lassen.



    Möglicherweise überraschen und die Kater auch und beide gehen freudig aufeinander zu. Dann kann die Zusammenführung beschleunigt werden.

  • Wenn Paul drei Jahre lang alleine bei Dir war und ein "selbstbewusstes Kerlchen" ist, könnte ich mir vorstellen, dass er erst mal von einem zweiten Kater in seinem Revier weniger begeistert ist. Genauso gut kann der kleine Carlo aber auch vor lauter Angst aggressiv reagieren.


    Deshalb finde ich den Vorschlag von Anne sehr gut.


    Aber Katzen überraschen einen ja bekanntlich immer wieder. Man müsste halt immer vorher wissen, was sie so auf der Pfanne haben...

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel:



  • Dem Rat mit der Gittertüre und dem Vorgehen was Anne beschreibt,schließe ich mich an.
    Schüchtern gibt sich mit der Zeit mit Sicherheit. Wenn Carlo sozial/unkompliziert unter Katzen ist,seh ich da erst einmal auch keinen Grund warum man es nicht versuchen sollte.
    Hab selbst so ein "kleines" Scheuchen aus dem TS,war/ist aber sozial mit Artgenossen. Heute merkst du nichts mehr das er sich zunächst nicht anfassen lies ;)

    Wichtig bei der Aktion wäre erst einmal keine Erwartungen,Geduld zu haben und selbst so entspannt wie möglich zu sein :)
    Es mag sein das beide völlig überraschend,gleich positiv aufeinander reagieren,es kann aber auch dauern bis beide sich positiv zueinander verhalten. Das kann man halt überhaupt nicht sagen.
    Auch wichtig,an den worst Case zu denken (auch wenn´s unschön ist) Falls es absolut nicht zwischen den beiden klappen sollte,in jedem Fall eine Rückgabeoption vereinbaren. Das Carlo in jedem Fall gesichert ist und wieder zurück kann.

    :geist:Liebe Grüße :geist:

    ~~~~~~ Jessica ~~~~~~
    Sternchen Sam (28.04.2001-05.12.2012) Jule (05.05.2002-26.04.2014) Ian (15.06.2012-09.10.2018) Momo (14.04.2007-19.11.2021)

  • Ich würde mich auch dem anschließen, was Goya geschrieben hat und genau so vorgehen.

    Wenn es gut läuft, dann geht das ganze schnell und wenn nicht, muss man den beiden Zeit geben :)

    Liebe Grüße von Pia mit Kasimir, Hazel und Jiji - Kasper ❤️🌈

  • Wir sind gespannt auf deine Berichte und drücken dir die Daumen das alles problemlos verläuft :daumendrück:

  • Ich geh mal davon aus, das Carlo als schüchternes Katerchen sich ersteinmal unterordnen und von daher von Paul nicht als Konkurrent gesehen wird. Zwei Katerchen vertragen sich in der Regel wesentlich besser als Katze und Kater. Während auch bei Wildkatzen Kater gern mal zusammen unterwegs sind, sind Kätzinnen von Natur aus eher Einzelgängerinnen. Wenn es Probleme geben sollte, dann frühestens in 1 bis 2 Jahren, wenn Carlos seine Schüchternheit überwunden hat und Ansprüche stellt... Übrigens, habt ihr mal eine "Katzenversammlung" beobachten können? Total spannend! Rein zufällig bin ich mal in der Altstadt in einen verlassenen Hinterhof gestolpert, da saßen mindestens 10 Katzen im Kreis, brummtelten leise, schauten sich an, bewegten sich kaum. Ich hätte es nicht geglaubt, hätte ich es nicht selbst gesehen.

  • tut mir leid Wischi, aber (weibliche) Katzen sind keine Einzelgänger


    grinsekatzen.de/gallery/image/50243/


    Sie leben in der Natur, wenn ausreichend Ressourcen da sind, in Familieverbänden mit ihren Töchtern. Das habe ich in einem wilden Katzenverbund gesehen.

    Die Söhne werden vertrieben und die Töchter bleiben.

  • Goya, wir wissen eigentlich ziemlich wenig über unsere Katzen, aber du hast recht, ich zitiere mal aus einer IN-Broschüre über Wildkatzen:


    Bedingt durch den großen Raumbedarf einer einzelnen Wildkatze leben die Tiere als Einzelgänger. Es gibt jedoch Hinweise aus Gehegebeobachtungen und auch aus Freilanduntersuchungen, dass sich bei einem optimalen Nahrungsangebot auch bei Wildkatzen ein Zusammenleben in Familienverbänden ausprägen würde, ähnlich wie bei Löwen. Wildkatzen haben eine stark ausgeprägte Sozialkompetenz.


    Ich denke, bei "verwilderten" Hauskatzen oder Bauernhofkatzen dürfte das noch ausgeprägter sein.

  • So ist es. Es gibt sogar Katzen die sich gegenseitig bei der Jungenaufzucht helfen. Das ist natürlich sehr individuell von den jeweiligen Katzen abhängig.

    Unser Sternchen war so sozial, sie hätte glatt alles und jeden adoptiert.

  • Ich glaube, bei Katzen kann man überhaupt keine Regel aufstellen, die sind grundsätzlich anders, als man es erwartet... :kicher:

    Liebe Grüße von Monika, Kyra und Maya sowie den Sternchen Alina, Pauline und Robin! :knuddel: