Alle auf die Kleine

  • Hallo zusammen,


    Seit ein paar Wochen habe ich Probleme mit meinen beiden Mitbewohnern.

    Mein Kater Lio jagt seine Schwester Nala immer öfter und beißt sie auch. Nala faucht mittlerweile immer wenn er in ihre Nähe kommt.

    Das ganze passiert ohne Vorwarnung. Die essen nebeneinander, spielen zusammen, wenn ich dabei bin (z.B. mit dem Laserpointer) und schlafen auch die meiste zeit sehr nah beieinander.

    Doch irgendwann geht es dann los. Lio scheucht Nala auf, jagt sie durch die Wohnung und beißt sie. Gerne auch nachts. Die Kleine schreit so laut, das ist einfach schrecklich.



    Einmal zum Hintergrund:


    Meine beiden Rabauken sind jetzt 19 Monate alt und ich kenne sie quasi schon vom ersten Tag ihres Lebens an.

    Die Mutter der beiden ist meinen Eltern vor ca. zwei Jahren zugelaufen. Bis sie aber so zutraulich war, dass sie ins Haus kam und man sie richtig anfassen konnte, war sie schon trächtig, so dass sie uns gleich vier kleine Geschenke mitgebracht hat.

    Den zweiten Kater haben wir abgegeben, die zweite Katze haben meine Eltern zusammen mit der Mutterkatze behalten.


    Normalerweise bringe ich meine beiden tagsüber zu meinen Eltern wo sie in den Garten können.


    Heißt also, dass die Katzen tagsüber zu viert sind.


    Bis vor ein paar Wochen war auch alles in Ordnung. Dann fing der Kater an die Kleine immer öfter zu jagen. Mittlerweile machen auch die beiden anderen Katzen mit. Die Schwester, Bella, bekommt es von Lio auch schonmal drüber, gibt es dann aber gefühlt direkt an Nala weiter. Die Mutterkatze, Lilli, ist von dem ganzen Theater so genervt, dass alle "Kinder" von ihr mal eins drüber bekommen.

    Mir kommt das ganze schon fast wie Mobbing gegen die Kleine vor.


    Nala wehrt sich immer mehr, wenn ich sie morgens in den Garten bringen will und will nicht mehr in die Transportkiste. Das war sonst nie ein Problem.


    Ab und zu lasse ich sie dann zuhause, aber ich will sie nicht bestrafen - sie kann dann nicht mehr in den Garten raus.

    Den Kater zuhause lassen war bis vor ein paar Tagen keine Option, weil ich bis vor kurzen noch eine dritte Katze hatte, die aber leider gestorben ist. Mit ihr konnte ich ihn nicht alleine lassen, weil er sie immer getriezt hat. Sie war sehr alt und konnte sich nicht mehr richtig gegen ihn wehren.


    Da sich die Streitereien nicht nur auf den Garten bzw. die Wohnung meiner Eltern beschränken, sehe ich in einer Trennung der beiden tagsüber keine Lösung.


    Hat jemand eine Idee, wie ich das Mobbing unterbinden kann?


    Ich habe schon mit Clickern begonnen, aber der Kater ist davon nicht begeistert. Nala dafür umso mehr. Ich hoffe ja darauf, dass sie dadurch mehr Selbstbewusstsein bekommt, aber mir kommt es eher so vor, dass Lios Verhalten mit jedem neu erlernten "Kunststück" von Nala aggressiver/eifersüchtiger wird.


    Ich bin verzweifelt.

  • Mh, mit fällt folgendes dazu ein.

    Die gesamte Situation finde ich äußerst stresserzeugend für die Beiden.

    Mal sind sie eine Vierergruppe,

    dann werden sie wieder getrennt.

    In so einer Gruppe bildet sich ja eine Hierarchie,

    wenn die immer wieder gestört wird durch solche Veränderungen

    kommt das sicher zu Stress .:puh:


    Kater spielen natürlich rabiater ,deshalb sagt man im Allgemeinen ein gleichgeschlechtliches Pärchen lebt harmonischer.

    Ich habe ein gemischtes Paar was sich allerdings gut versteht.

    Engel werden nicht immer mit Flügeln geschickt.

    Liebe Grüße von Jutta mit Camillo.,Sunny und Sternchen Lea immer im Herzen.<3

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  • Als aller erstes lasse die Beiden in ihrer gewohnten Umgebung. Kein durch die Gegend kutschieren mehr bitte. Katzen sind keine Hunde. Dieses hin und her führt zu Stress, den der Kater wahrscheinlich auch an ihr auslässt.


    Sind sie kastriert?

  • Hallo Kerstin,

    das ist natürlich schlimm und ich verstehe, dass du verzweifelt bist. Leider kann ich dir da nicht raten ich hab damit keine Erfahrung.

    Du wirst aber bestimmt hier noch Antworten bekommen.

    LIEBE GRÜSSE VON MARITA MIT ROCKY UND SIMBA


    FÜR EINE ZEITLANG HALTEN WIR DEINE KLEINEN PFÖTCHEN FEST, DEIN HERZ ABER EIN LEBEN LANG...

  • Die beiden haben bei dir ein bewegtes Leben. Nicht nur das sie, wie erwähnt, stellenweise eine Gruppe, stellenweise ein Paar sind, sie haben eine Partnerkatze verloren um die sie traurern und je nach Entwicklung sind sie noch in der Rüpelphase.


    Ich würde versuchen erstmal ein wenig Ordnung rein zu bringen. Das heißt lass sie in ihrem Revier und führe feste Rituale ein. Das Clickern mit der Katze würde ich weiter machen, vielleicht findest noch etwas was der Kater mag. Eine Katze bei uns mag Kunststücke zu machen, die andere liebt es Leckerli zugeworfen zu bekommen.

    Das Katze und Kater jeweils anders Spielen wurde bereits geschrieben. Wäre es möglich noch eine Katze als Zwischenglied zu holen? Das kann ein sozialer Kater sein oder eine Katze die gerne rauft (je nachPrägung, Entwicklung Charakter mögen manche Katzen Kampfspiele und manche Kater mögen keine).

  • Hallo nochmal,


    Erstmal danke für die vielen Antworten.

    Ich versuche mal auf alle Fragen/Aussagen zu antworten.


    Die Katzen sind beide kastriert.

    Den Verlust der dritten Katze sehe ich nicht als Problem - oder nicht aus Grund für die Reibereien.

    Die alte Katze hat quasi nur im Schlafzimmer gelebt. Sie kam kaum freiwillig da raus. Die anderen beiden waren nur bei ihr um sie zu ärgern - Futter wegfressen, ihre Toilette benutzen oder, im Falle des Katers, sie zu triezen.

    Die Kleine war dabei, als die alte gestorben ist, der Kater war zu der Zeit bei meiner Mutter, hat sich aber sozusagen noch verabschieden können.

    Die beiden nur zuhause zu halten ist unmöglich. Der Kater geht mir spätestens mittags die Wände hoch , wenn er nicht nach draußen kommt. Und da die beiden quasi jeden Tag mit den anderen beiden zusammen sind, will ich die auch nicht trennen. Das dritte Geschwistertier wartet regelrecht auf den täglichen Besuch. Sie würde auch unter der Trennung leiden.

    Außerdem hat das ja auch über ein Jahr gut geklappt so.

    Der Transport ist nur auf die andere Straßenseite, also keine große Reise.


    Ich weiß natürlich, dass Kater rabiater sind, aber die Kleine tut mir halt leid.

    Schlimm daran ist, dass er sie immer in die Küche jagt und die Kleine auf die Arbeitsplatte springt und sich bis zum Kochfeld zurückzieht. Ich habe Angst, dass sie das in der Panik macht, wenn die Flammen an sind und sie sich dann verbrennt.


    Ich werde jetzt versuchen die "Angriffe" im Keim zu ersticken. Der Kater ist total verrückt nach dem Laserpointer. Ich muss den nur in die Hand nehmen und egal wo er ist, er steht sofort neben mir.

    Vielleicht lässt er sich davon ja ablenken.

    Außerdem werde ich versuchen ihn mit dem Laserpointer auszupowern, so dass er zu kaputt ist und die Kleine in Ruhe lässt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  • Den Laserpointer kannst du gerne nutzen, ABER schau bitte das du ihn wirklich vor den Attacken nutzt, nicht das dein Kater das Spiel als Belohnung sieht und beende das Spiel immer mit einem haptischen Erlebnis. Katzen brauchen ein Erfolgserlebnis, sonst kann das zu Frust führen. Richte den Laserpunkt also zum Schluss auf ein Spielzeug oder Leckerli.

    Ich wünsche dir viel Erfolg.

  • Hallo Kerstin, ich habe da so meine ganz eigenen Erfahrungen. Vor meinen beiden Ladys hatte ich ein Freigängerpärchen. Die beiden haben sich eigentlich ganz gut verstanden, aber ab und zu ist mein Kater auch sehr rabiat auf mein Paulinchen losgegangen und hat das arme Ding auch gebissen.


    Ich habe auch erst nicht verstanden, was da los war, aber dann ist mir aufgefallen, dass mein Kater Robin immer dann so aggressiv war, wenn er wieder mal unter Harngrieß zu leiden hatte. Wenn er schmerzfrei war, gab es keinerlei Attacken.


    Da ich ähnliche Geschichten auch bei Patienten erlebt habe (generell wird aggressives Verhalten ganz oft durch Schmerzen ausgelöst), würde ich den Kater erst mal untersuchen lassen, ob er nicht irgendein gesundheitliches Problem hat. Gerade Harngrieß ist bei Katern sehr verbreitet. Bekommt Dein Kater viel Trockenfutter? Trinkt er ausreichend?


    Es kann bei Deinen Katzen natürlich auch ganz anders sein. Wenn Dein Kater gesund ist, könnte man versuchen, sein aggressives Verhalten mit Bachblüten zu dämpfen.

  • Hmm, ich finde es sehr unglücklich was du dir da fabriziert hast. Tatsächlich ist das Menschen gemacht und kommt nicht von den Tieren direkt. Ich denke der Kater ist so "bösartig" zwischendrin weil ihm der Garten fehlt und ihm langweilig ist. Aus Spass wird dann die andere Katze geärgert, verständliches Verhalten. Aus Sicht der Katze. Probiere es mit dem Laserpointer. Vielleicht hilft es.

    Ansonsten den Kater ganz zu deiner Mutter zu geben, wäre vielleicht die bessere Variante auf Dauer? Denn der Duft der Freiheit bleibt.

  • Zum Ansatz von Monika, mit eventuellen Schmerzen/Krankheit als Grund:

    Ich würde sogar beide Katzen beim Tierarzt zum Komplett-Check vorstellen. Je nach Krankheit verändert sich auch der Geruch der Katze. Da du schreibst, die Schwester und Mutter beginnen ebenfalls die Kleine zu dissen, würde ich das abklären lassen. Und auch wenn die beiden noch jung sind, bitte die Zähne als eventuelle Schmerzursache nicht ausschließen.. FORL gibt es leider auch bei jungen Katzen schon häufig.


    Ansonsten ist es natürlich so, dass es unglücklich ist mit diesem "zeitweise" Freigang. Es ist durchaus drin, dass das deinem Kater einfach zu wenig ist und er seinen Frust deshalb so äußert.