Zusammenführung funktioniert nicht

  • ich bin Florian und habe zwei Katzen, die ich gerne zusammenführen möchte. Leider klappt dies noch nicht so gut. Eine Katze hat panische Angst. Die andere ist total entspannt. Ich hoffe, dass ich hier Hilfe für die beiden finden kann, damit sie schnell wieder in ein entspanntes Zuhause haben.

  • Kyano

    Hat den Titel des Themas von „Zusammenführung“ zu „Zusammenführung funktioniert nicht“ geändert.
  • Hey Florian! Willkommen im Forum. :winke:

    Schreib doch noch ein bisschen mehr über die beiden, z.B. wie alt sie sind, und wie sie gelebt haben, bevor sie zu dir kamen (alleine, oder auch in Gesellschaft, Wohnungskatze/Freigänger ect.) Interessant wäre auch zu wissen, wie du bisher bei der Zusammenführung vorgegangen bist.

    Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass du hier tolle Tipps bekommst und es am Ende ein Erfolg wird!

    "Sobald Du Deine Vergangenheit entscheiden lässt, wie Du die Gegenwart erlebst, hast Du Deine Zukunft zerstört."

    ( Sadhguru)

  • Genau, erzähl' doch noch ein bisschen. Wie lange geht das denn jetzt schon mit der Zusammenführung? Und welche Katze ist die ängstliche - die Neue oder die Alte?

  • Hallo,

    gerne. Ich wusste nur nicht, wie man hier einen Beitrag erstellen kann. :-)


    Iriska ist 2 Jahre alt. Wir haben sie nun 5 Monate. Sie lebte vorher mit einer anderen Katze in einer Wohnung zusammen. Als diese trächtig wurde, verstanden sie sich nicht mehr. Sie war die passive Katze, die oftmals Tatzenhiebe bekam. Bei uns war sie erstmal alleine und lernte den Freigang kennen. Gesichertes Grundstück, verkehrsbehrigte Gegend.


    Anton ist 3 Jahre alt. Er wurde als Einzelkater gehalten. Als sein Besitzer ins Ausland zog, wurde Anton zu der Mutter des Besitzers gegeben, die ihn seit klein auf gut kennt. Leider konnte sie ihn nicht lange behalten (12 Wochen), da die Wohnung für 3 Katzen zu klein war. Mit einer Katze verstand er sich super. Die andere gab ihm Tatzenhiebe, sodass er auch davon seprariert wurde.


    Wir haben den Anton nun seit knapp einem Monat. Zuerst bekam er einen seperaten Teil des Hauses. Die Katze merkte, dass was im Busch war, war ein wenig aufgeregt, aber sonst unauffällig. Nach einer halben Woche tauschten wir die Tür gegen eine Gittertür aus. Da unsere Katze wie üblich zu Knurren und Fauchen begann, hängen wir diese mit Handtüchern ab, sodass sie sich hören und riechen, aber nicht sehen konnten.

    Nach und nach nahmen wir die Handtücher immer um einen Spalt zurück, damit sich unsere Katze daran gewöhnen kann, dass ein neuer Mitbewohner im Haus ist.

    Die Katze hat unten jedoch immer extreme Angst, flitzt stets schnellstmöglich durch den Flur und dann zum Kratzbaum, bzw. zum Futter oder zur Toilette. Ihre Ruhezone ist im 1. OG. Am Anfang war sie extrem viel draußen und kam erst spät nachts oder am nächsten Morgen wieder rein. Das sah erstmal nach einer normalen Vermeidungsreaktion aus.

    Teilweise versuchten wir auch mal Situationen zu erzeugen, wo sich beide Katzen sehen konnten/mussten. Der Kater stand aufgeregt an der Tür. Die Katze jammerte, knurrte und fauchte. Wir gaben der Katze Entspannungsphasen und hängten die Tür so also wieder zu, machten Tage später wieder langsam auf und begannen so einige Male von vorn.

    Auch haben wir für den Kater den Bereich erweitert und abwechselnd gemeinsam genutzte Räume geschaffen, damit eine Art Reviertausch stattfinden kann und der Kater mal aus den Zimmern und dem kleinen Flur kommen kann, da er auch viel Aufmerksamkeit, Spiel- und Streicheneinheiten benötigt.

    Wir haben den beiden Katzen die Gerüche der anderen vorgestellt (Bürste), versuchten unserer änglstlichen Katze das Futter unten direkt im Flur zu geben, damit sie dort lernt zu entspannen (das klappte mal mehr, mal weniger gut).

    Es gab auch drei direkte Kontakte: Beim ersten war unsere Katze neugierig und schnupperte, erschreckte sich dann aber vor dem Kater panisch und rannte raus. Der Kater blieb entspannt in seiner Position und beobachtete.

    Jedoch nicht immer: Zwei Mal verfolgte der Kater sie. Einmal davon gab es auch für wenige Sekunden einen kleinen Kampf... ggf. wollte der Kater auch einfach nur spielen (raufen), aber die Katze nicht. Genaues sehen konnte ich nicht, da sie ins Nachbarzimmer verschwanden. Die Katze rannte raus, der Kater verfolgte sie. Wir machten dann aber die Tür zu und hängten sie wieder ab, sodass wieder Entspannung einkehren konnte. Solche Momente haben wir im Nachgang mit Rescue Tropfen und Angstglobuli (jeweils für Tiere) versucht abzumildern.
    Nach dem dritten Kontakt (ohne Kampf), wollte die Katze gar nicht mehr runter. Sie wollte nicht mehr zum Futter und ging auch nicht mir auf die Toilette, sodass wir Futter und Toilette in ihren Rückzugsraum stellten. Und plötzlich fraß sie auch wieder und ging auf die Toilette. Dort fühlte sie sich auch wieder pudelwohl. Sie geht auch noch raus auf den Balkon und auf das Flachdach und ging nachts darüber auch runter und auf die Straße. Wie üblich.

    Zuletzt trafen sich beide vor einigen Tagen im Flur. Der Kater war draußen an der Haustür und erschreckte sich tierisch vor der Katze, da er sich draußen noch nicht sicher fühlt. Oben war alles zu. Die Katze wollte offenbar unten raus und erschreckte sich tierisch, dass ihr der Kater entgegen kam. Die Katze verschwand ins Wohnzimmer. Der Kater ging zu seinem Rückzugsort. Auf uns wirkte die Katze zwar unruhig, war aber zu beruhigen. Es wirkte erstmal auch wie eine Stresssituation, die sich aber durch viel Zuwendung entspannen lies.

    Seitdem ging die Katze aber gar nicht mehr runter. Und auch wenn man sie runter getragen hat, fühlte sie sich alles andere als wohl und lief sofort wieder hoch oder wollte raus. Im Wohnzimmer stand eigentlich ihr Kratzbaum, an dem sie sehr gerne zahlreiche Male am Tag ihre Krallen wetzte. Wir haben auch diesen nun seit einigen Tagen hoch genommen. Auch fanden wir, dass sie gar nicht mehr wirklich raus und in den Garten ging (nur zeitweise auf den Balkon). Zudem lag sie heute noch mehr als die letzten 5-6 Tage lethargisch rum, fraß von einen Tag auf den anderen gar nichts bis auf zwei, drei Leckerlie und eine Packung Katzenschlecki und ging heute auch zweimal kurz gar nicht mehr raus auf den Balkon.

    So haben wir heute versucht sie in den Garten zu tragen, wogegen sie sich natürlich sehr wehrte, da sie dafür ja erstmal runter musste. Kaum war sie draußen, rannte sie panisch auch außen wieder hoch auf den Balkon und rein. Also nochmal das ganze, dieses mal aber mit Leine. In einigen Bereichen war sie sehr ängstlich und wollte nur flüchten. In anderen konnte sie mit Zuwendung sogar wieder entspannen. legte sich entspannt hin, sodass wir die Leine und das Geschirr auch nach 2-3 Minuten wieder abnehmen konnten. Wir möchten natürlich, dass sie Ihre Ängste überwindet und sie wieder daran gewöhnen, dass im Garten grundsätzlich keine Gefahr droht.
    Sicherlich sind uns so einige Fehler unterlaufen. Und ggf. habe ich auch das ein oder andere Detail vergessen und missgünstig ausgedrückt. Wir fragen uns jedoch, wie wir die Panikattacken und ggf. Depressionen nun in den Griff bekommen können, damit es den Tieren wieder besser geht.

    Vielleicht hat der ein oder andere ja ein paar Tipps, was man machen kann.

    Herzlichen Dank für jede Unterstützung und viele Grüße

  • Puh, da habt ihr ja schon einiges durchgemacht. Erstmal mein Mitgefühl - derartige Situationen sind für alle Beteiligten stressig, nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Menschen.

    Was Zusammenführungen angeht, habe ich leider keinen Rat, da ich so etwas noch nicht machen musste. Das Einzige was mir spontan einfiel, im Bezug auf Iriska - ich würde sie zu nichts zwingen. Also kein Runtertragen, Raustragen, ect. Denn ich denke, dass solch ein forcieren gerade beim ängstlichen Katzen nur das Gegenteil bewirkt, nämlich dass sie sich dadurch nicht einmal mehr an ihrem selbstgewählten Rückzugsort sicher fühlen kann.

    Ich weiß, es ist schwer nicht einzugreifen, man will ja nur helfen und man möchte natürlich auch Fortschritte sehen und vor allem nicht, dass die Tiere leiden. Aber wie gesagt, es kann gut sein, dass diese "gewaltsamen" Ortswechsel ihre Unsicherheit noch verstärken. Das ist aber auch nur meine laienhafte Einschätzung.

    [Nachtrag: Ich kenne das aus eigener Erfahrung, als ängstliche Person, mit Depressionen / Panikattacken ect. - wenn ich zu etwas gezwungen werde, verstärkt das meine Angst im Vorfeld schon um das 100fache. Wenn ich aber selber entscheiden kann, wann ich etwas angehe, und wie, wenn ich quasi selber spüre - okay, jetzt bin ich bereit - dann fällt es mir viel leichter mich zu überwinden.]

    Ich würde eher dazu tendieren, sie an ihrem Ort zu unterstützen, einfach bei ihr sein, mit ihr reden, streicheln, wenn sie mag, spielen. Nicht alleine lassen, aber alleine entscheiden lassen. Wenn das mit der Nahrungsaufnahme natürlich weiterhin schlechter wird, muss man mal schauen, eventuell beim Tierarzt fragen, ob er übergangsweise etwas Appetitanregendes verschreiben kann. Es kann aber sein, dass im Moment einfach durch den Stress keinen Hungen hat (geht mir in stressigen Situationen auch so).

    Wie man die Situation zwischen den beiden weiterhin entspannen kann, weiß ich leider auch nicht. Aber ich hoffe, dass hier vielleicht noch ein paar Tipps zusammen kommen.

    "Sobald Du Deine Vergangenheit entscheiden lässt, wie Du die Gegenwart erlebst, hast Du Deine Zukunft zerstört."

    ( Sadhguru)

  • Also das mit der Gittertüre ist schon mal gut. Auch erst einmal abhängen das sie sich nicht sehen können. Nur müsst ihr das ggf. wirklich eine Weile durchziehen und räumlich am besten so das sie nicht in unterschiedlichen Stockwerken sind.
    Sonst war das Vorgehen schon richtig.
    Auch die Futterschälchen nach und nach näher an die Gittertüre (noch abgedeckt) rücken und dann irgendwann die Abdeckung runternehmen und sie direkt voreinander futtern lassen.
    Ich selber musste noch nie eine langsame Zusammenführung machen,aber wenn einer der beiden doch recht panisch auf Artgenossen reagiert,ist das sinnvoller als sie normal zusammen zu lassen. Gerad wenn der Kater ihr ein wenig hinterher geht,was letztendlich ihr warscheinlich noch mehr Angst gemacht hat.
    Sie muss Gelegenheit haben ihn beobachten zu können,das von ihm keine Gefahr ausgeht und das mit einem Gefühl der Sicherheit,das sie jeder Zeit weg kann und genug Abstand hat. Das geht mit einer Gittertüre am besten.

    Um Himmels Willen,bitte nicht zwangsweise die Katze irgendwo hin schlüren. Damit erreicht man nur das Gegenteil.

    Ich würd sie ggf. einem Tierarzt vorstellen. Mag sein das es "nur" die Wärme der letzten Tage war,es kann aber auch was im Busch sein. Also lieber einmal zuviel als zu wenig zum Doc.

    Generell ist vllt. die Kombination Kater/Katze ungeschickt gewählt. Mag sein das für sie eine sensible,zurückhaltende,soziale Katze die bessere Wahl gewesen wäre als ein Kater. Denn auch wenn die Zusammenführung klappen sollte,mag es sein das er zu stressig und raufig für sie ist. Ich seh´s an unseren beiden Jungs. Sie sind raufig,spielen heftiger und durchaus brutaler als Katzen. Unser Mädel ist mit zwei Katern groß geworden und liebte ihre zwei Jungs (beide leider nicht mehr am leben) Sie ist auch wenig typisch "Mädchen" Wenn es ihr zu bunt wird,haut sie auf den Tisch oder hält sich raus wenn sie nicht möchte. Unsere zwei jetzigen Kater sind sehr sehr sozial ansich und gehen entsprechend mit unserem Mädel um. Nur ab und an schlägt dann doch mal der typische Kater durch ;) (ist ja auch völlig normal und darf/soll auch *schmunzel*)
    Nur sind zwei Kater oder auch einer eben nicht immer was für Mädels.

    :geist:Liebe Grüße :geist:

    ~~~~~~ Jessica ~~~~~~
    Sternchen Sam (28.04.2001-05.12.2012) Jule (05.05.2002-26.04.2014) Ian (15.06.2012-09.10.2018) Momo (14.04.2007-19.11.2021)

  • Das Gute ist, Hopfen und Malz sind nicht verloren, aber es wird viel Arbeit. Einige Dinge wurden bereits geschrieben.


    Katze und Kater klappt nicht in allen Fällen, da die Geschlechter unterschiedliche Spielweisen haben. Kater raufen gerne, Katzen wird das teilweise zu viel. Ggf. sollte über eine dritte Katze nachgedacht werden.


    Aber erstmal:

    - brauch ihr viel Geduld und Zeit, das ängstliche Tier gibt das Timing vor. Das kann auch mal ein halbes Jahr oder länger dauern

    - zwingt die Katze zu nichts, kein Tragen oder ähnliches

    - überlasst der Katze einen Ort, an dem sie komplett in Ruhe gelassen wird

    - verändert möglichst wenig im Alltag, die ängstliche Katze braucht die Sicherheit der Beständigkeit

    - kein ständiges ändern der Kontakte. Nicht den Katze und Kater mal zusammen lassen und dann wieder die Gittertüre abhängen, das Verzögert die Zusammenführung

    - viel positive Verstärkung mit dem anderen Tier verbinden. Durch das Erschrecken ist leider eine negative Belegung da. In dem Fall würde ich wahrscheinlich die Gittertüre offen wieder einhängen und an der Türe mit clickern beginnen. So haben die Katze Beschäftigung und verbinden positives miteinander

    - Was bei der Zusammenführung hilft musst du ausprobieren. Feliway, Felisept, Zylkene, Globuli, Rescuetropfen, Futter, es gibt viel Möglichkeiten. Bei uns half sehr gut die Beruhigungspaste von Gimcat und Aromatherapie mit Rosenöl.

    - spielen hilft dem Stressabbau



    Ich hoffe ich habe nichts vergessen. Ich wünsche euch viel Erfolg :daumendrück:

  • Beide sind aber kastriert,weil Iriska aus einem Haushalt kommt wo kastrieren wohl nicht zur Pflicht gehört,frage ich?

    Für mich liest es sich auch so,dass ihr zuviel eingreift,wie von meinen Vorschreiberinnen schon angemerkt wurde.

    Ihr habt ein Haus und Beide können raus,

    also Platz um sich aus dem Wege zu gehen und sich zurückzuziehen.

    Ich selber hatte nie langsame Zusammenführung ,

    weil ich nie mit erwachsenen Miezen sondern Kitten vergesellschaftet habe.

    Bei uns passt das mit Kater und Katze,da sie zusammen beim Züchter aufgewachsen sind.

    Es wird auch schonmal härter gerauft ,

    was die Katze aber einstecken kann.

    Das ist nicht immer der Fall,

    deshalb sollte man gleichgeschlechtlich vergesellschaften.

    Was in eurem Fall jetzt nicht mehr zu ändern ist.

    Ich weiß nur aus vielen Erfahrungsberichten ,

    dass es viele Monate dauern kann bis es klappt,

    dass sie sich wenigstens akzeptieren.

    Miezen haben so sensible Antennen,

    sie merken euch an,dass ihr verunsichert seid.

    Deshalb würde ich nicht so sehr eingreifen.

    Es ist ja kein Blut geflossen,auch wenn die Rauferei manchmal gefährlich aussieht und Gequieke und Geknurre zu hören ist(kenne ich hier auch obwohl sie sich lieben).

    Engel werden nicht immer mit Flügeln geschickt.

    Liebe Grüße von Jutta, Camillo und Sunny mit Lea im <3.

  • Ihr gebt Euch große Mühe und macht vieles ganz toll. Und es ist noch alles offen, denn Katzen brauchen für alles gaaaaanz viel Zeit. Trotzdem kann es natürlich sein, dass es nicht klappt - auch diese Möglichkeit muss man im Auge behalten. Es ist nun mal eine Zwangsverheiratung....


    Als wir unsere Kyra aus dem Tierheim holten, war gerade keine andere Katze bei uns. Aber ein Hund, und auf den reagierte sie total panisch. Ich habe sie zuerst getrennt und dann ganz langsam an Sichtkontakt gewöhnt. Den Durchbruch habe ich durch gemeinsames Füttern von ganz besonders guten Leckerli erzielt. Vielleicht wäre es sinnvoll, nicht nur Futter ans Gitter zu stellen, sondern sich auf beiden Seiten dazu setzen und aus der Hand zu füttern.


    Ansonsten haben bei uns immer Bachblüten gute Dienste geleistet, allerdings nicht nur Rescue oder Angstblüten, sondern Mischungen, die ganz gezielt auf den Charakter des jeweiligen Tieres abgestimmt waren.

  • Ihr gebt Euch große Mühe und macht vieles ganz toll. Und es ist noch alles offen, denn Katzen brauchen für alles gaaaaanz viel Zeit. Trotzdem kann es natürlich sein, dass es nicht klappt - auch diese Möglichkeit muss man im Auge behalten. Es ist nun mal eine Zwangsverheiratung....

    Im Nachhinein denke ich auch, dass es bei den beiden wahrscheinlich leider insgesamt eine sehr ungünstige Konstellation ist, nicht nur auf das Geschlecht bezogen. Beide haben ja in der Vergangenheit schon negative Erfahrungen mit anderen Katzen gemacht haben. Iriska denkt nun vermutlich, ihr blüht das gleiche, wie damals mit der trächtigen Katze - und der "Angriff" des Katers hat diese Angst sicherlich bestätigt, und Katerchen ist vermutlich auch unsicher, geht aber eher in die Offensive um sich zu behaupten. Vielleicht ist das eins der Hauptprobleme - die Vorbelastung aus der Vergangenheit.

    Wenn man merkt, dass die alteingesessene Katze zu sehr leidet und sich immer mehr ins negative verändert, würde ich persönlich auch eher dazu tendieren die beiden wieder dauerhaft räumlich voneinander zu trennen, sprich für das Katerchen ein anderes zu Hause zu suchen.

    "Sobald Du Deine Vergangenheit entscheiden lässt, wie Du die Gegenwart erlebst, hast Du Deine Zukunft zerstört."

    ( Sadhguru)

  • Ich sehe das genauso wie Liv. Für mich hätte auf jeden Fall das Befinden der bereits vorhandenen Katze Vorrang vor dem Neuzugang.


    Als unsere Katze Pauline gestorben war, haben wir zweimal versucht, unseren Kater Robin mit anderen Katern zu vergesellschaften. Er hat uns beide Male derart abgestraft, indem er einfach nicht mehr heimkam, dass wir keinen weiteren Versuch mehr unternommen haben. Manchmal hat es einfach keinen Zweck. Und darauf zu hoffen, dass irgendwann eine friedliche Koexistenz entsteht, ist für mich auch nicht immer sinnvoll. Denn eine friedliche Koexistenz heißt ja nun noch lange nicht, dass die Tiere wirklich glücklich mit dem von Menschen geschaffenen Konstrukt sind.


    Da Iriska schon mal Mobbingerfahrung gemacht hat, wäre sie vermutlich mit einer freundlichen, nicht-dominanten Kätzin wesentlich besser bedient. Und Anton möglicherweise mit einem anderen Kater, der seine Sprache versteht.


    Ich will Euch nicht entmutigen, aber ich hätte lieber zwei Katzen, bei denen die Chemie stimmt. Bei Kyra und Alina war bereits nach einer Woche alles in Butter. Es ist zwar nicht die ganz große Liebe, aber die beiden waren sich von Anfang an nicht unsympathisch, und mehr als ein bisschen Gefauche gab es nicht. Natürlich gibt es auch Fälle, wo Katzen nach langer Zeit doch noch zueinander finden. Ich weiß nur nicht, ob ich die Geduld aufbringen würde, und ob ich meinen Tieren den Stress auf längere Sicht zumuten wollte.

  • Denn eine friedliche Koexistenz heißt ja nun noch lange nicht, dass die Tiere wirklich glücklich mit dem von Menschen geschaffenen Konstrukt sind.


    Ich weiß nur nicht, ob ich die Geduld aufbringen würde, und ob ich meinen Tieren den Stress auf längere Sicht zumuten wollte.

    Jau, vor allem wenn eins der Tiere ganz klar signalisiert: "Ich möchte das nicht! Ich bin nicht glücklich mit der Situation!" Das sollte man auf alle Fälle respektieren. Was Mensch möchte ist nicht immer das was Katze möchte, auch wenn wir es ja immer nur gut meinen. Und ich denke, gerade Freigänger sind sowieso sehr empfindlich, was Eindringlinge in das eigene Revier angeht; und brauchen auch nicht zwingend im gleichen Haushalt Katzengesellschaft. Die suchen sie sich nach Bedarf dann draußen - oder eben nicht.

    "Sobald Du Deine Vergangenheit entscheiden lässt, wie Du die Gegenwart erlebst, hast Du Deine Zukunft zerstört."

    ( Sadhguru)